Spotlight: Heinz Kinigadner Vorgestellt: Die Offroad-Ikone und Rennsportlegende "Kini"
Heinz Kinigadner war zweimal Motocross-Weltmeister in den 1980er-Jahren und ist bis heute die Offroad-Ikone schlechthin - nicht nur in Österreich.
Motocross-Weltmeister Ken Roczen erreicht Popularitätswerte wie Franz Beckenbauer oder Michael Schumacher - undenkbar für einen „Randsportler“: In Deutschland vielleicht. Bei unseren südöstlichen Nachbarn dagegen nennt fast jedes Kind Heinz Kinigadner in einem Atemzug mit Niki Lauda oder Hans Krankl. „Kini“ ist bis heute allgegenwärtig im österreichischen Sport und in der Motocross-Welt sowieso. Das liegt natürlich nur ursächlich in seinen Weltmeistertiteln 1984 und 1985. Dass der gelernte Bäcker und heutige KTM-Sportmanager aus Tirol die Früchte dieses Ruhms nicht nur pflegen, sondern noch weiter aufblühen lassen konnte, liegt neben seiner freundlichen Art vor allem am unermüdlichen Vorwärtsdrang, der ihn auch tragische Schicksalsschläge überwinden ließ, die ihn und seine Familie fast schon epidemisch überfielen.
Denn Heinz Kinigadner ist nicht nur der ewige österreichische Motocross-Weltmeister; der Wahnsinnige, der bei der Incas-Rallye in Südamerika einmal elf Kilometer weniger auf dem Tageswegstreckenzähler hatte, weil er die Berge statt wie alle andern in Serpentinen einfach den direkten Weg hochgefahren ist, und natürlich schneller war. Oder der auf einer Dakar-Wüstenetappe seine waidwunde KTM eigenhändig auf einen zufällig vorbeikommenden Güterzug wuchtete, um das Tagesziel wenigstens irgendwie zu erreichen.
Kini hat auch noch während seiner aktiven Fahrerzeit den Krebs besiegt, musste mit ansehen, wie sein älterer Bruder Hans beim Cross-Training in den Rollstuhl stürzte, sein jüngerer Bruder Klaus beim gleichen Sport ein Auge verlor. Am schlimmsten und einschneidendsten aber war der Sturz seines Sohnes Hannes bei einem Benefiz-Cross im Sommer 2003, der ebenfalls gelähmt blieb. Heinz selbst hat damals sofort mit dem aktiven Rennsport aufgehört. Allerdings nur, um die Stiftung Wings for Life ins Leben zu rufen, die sich mit Mitteln seines Partners Red Bull sowie Spendengeldern für die Medizinforschung engagiert, mit dem Ziel, eines Tages Querschnittlähmungen reparabel zu machen. „Viele hielten uns für Utopisten“, erinnert sich Heinz heute, „aber mit unserer Hilfe ist die Forschung schon deutliche Schritte vorangekommen. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir es noch erleben werden, dass Leute aus dem Rollstuhl wieder aufstehen können.“