Tokio Motor Show: Honda-Vorstellung Schön aber nicht für uns?

Auf der Tokyo Motor Show stellte Honda dieses wunderschöne Naked Bike vor. Es soll bald in Serie gehen ob es aber nach Europa kommt?

Puristisch im Look, schnörkellos im Detail und mit luftgekühltem, stolz gezeig-tem Vierzylinderherz, ist die Honda CB 1100 einer der (wenigen) Glanzpunkte der aktuellen Tokyo Motorshow. Der 1100er-Motor ist eine Neuentwicklung mit aus ästhetischen Gründen ins Innere des Zylinderkopfes verlegten Ölkanälen und laut Honda auf Fahrbarkeit, muskulösen Antritt und Durchzug ausgelegt, ?anstatt auf Höchstleistung" (Pressetext). Und genau da scheint der Hase im Pfeffer zu liegen. Denn seine gemunkelten 80 PS sind für europäische Maßstäbe bescheiden. Zu bescheiden? Mit 98 PS wäre die CB, die auch ABS haben wird, konkurrenzfähig. Ein deutscher Honda-Sprecher: ?Beim Motor müssen sie nochmal ran, dann wollen wir sie auch bringen."

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Speed-Weltrekord

591,244 km/h: auf dem Bonneville-Salzsee im US-Bundesstaat Utah stellte der Amerikaner Chris Carr mit seiner 600 PS starken rasenden Zigarre neuen Geschwindigkeits-Weltrekord auf zwei Rädern auf. Der ehemalige Dirt-Track-Champion Carr war mit dem BUB-Streamliner (Foto) bereits 2006 schnellster Motorradfahrer der Welt gewesen, hatte den Titel aber vor einem Jahr abgeben müssen. Ebenfalls Weltrekord fuhr, und zwar im stolzen Alter von 72 Jahren, die Schweizer Tuner-Legende Fritz W. Egli: 332 km/h mit einem 400 PS starken Hayabusa-Turbo-Gespann. Fotos: Rösler, swissperformance.ch
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Rettung für Buell?

Die Meldung kam am 15. Oktober wie ein Donnerschlag und hallt immer noch nach: Harley-Davidson wird die zum Konzern gehörende Marke Buell einstellen und will den erst voriges Jahr aufgekauften italienischen Hersteller MV Agusta möglichst schnell wieder loswerden (MOTORRAD 23/2009). Die US-Medien überschlugen sich daraufhin mit Krisen-Nachrichten. Darunter auch Berichte, wonach eine Gruppe von Geschäfts-leuten aus Wisconsin angeboten habe, die Marke Buell mitsamt der Fabrik in East Troy im selben Bundesstaat zu kaufen, um die 180 Arbeitsplätze und den Motorradhersteller zu erhalten.

 

Doch die Ernüchterung folgte gleich: Unverkäuflich, hieß es von Seiten der angeschlagenen Company. Als Grund nannte eine Sprecherin ?zu tiefreichende Verflechtungen" mit dem Mutter-Konzern. Stattdessen die Aussage, dass am 30. Oktober unwiderruflich die letzte Buell vom Band rollen solle. Nur einer schwieg: Erik Buell selbst. Auf MOTORRAD-Anfrage nannte der Ex-Eigentümer und Chief-Technican als Grund eine von Harley-Davidson verhängte "Information freeze" - der Firmengründer hatte einen Maulkorb verpasst bekommen.

 

Aus Protest gegen die Harley-Entscheidung hatten Buell-Fans für Montag, 26. Oktober, zu einer Demo-Fahrt vor das Werk aufgerufen. Rund 100 Fahrer kamen, einige hatten Anfahrten durch die halben USA hinter sich. Einschnitte muss Harley auch bei der Produktion der eigenen Motorräder machen. So wurde der Bau der Sportster-Reihe wegen Produktionsüberhang bis Jahresende auf Eis gelegt. Weiter unklar ist die Zukunft des veralteten Werkes in York, Pennsylvania. Hier soll noch 2009 eine Entscheidung fallen, wie die Big Twins dort künftig kostengünstiger produziert werden können oder ob die Produktion ganz verlegt und das Werk geschlossen wird. Fotos: Harley-Davidson

Herr Arai zu Besuch

Akihito Arai (35), Enkel des legendären Hirotake Arai, dem Gründer von Arai Helmet Ltd., besuchte die MOTORRAD-Redaktion und präsentierte Chefredakteur Michael Pfeiffer den brandneuen arai quantum. Damit will Arai erstmals versuchen, auch Tourenfahrer für seine Premium-Helme zu begeistern.

 

Arai Junior wurde bei seiner munteren Werbeverkaufsveranstaltung von Ingmar Stroeven (Director Arai Europe) und von Jörg Breitenfeld (Geschäftsführer Arai Deutschland) unterstützt. Internes am Rande: Die Arais fahren privat BMW R 1200 GS und Ducati Monster. Foto: Herder

Das Rossi-Motorrad

Der Name des Motorrads lässt aufhorchen, weil kaum einer ihn versteht: Ouroboros. Und auch der Name des Motorrad-Erbauers lässt aufhorchen: Graziano Rossi. Er ist der Vater des neunfachen Weltmeisters Valentino Rossi. Graziano, von 1978 bis 1982 selbst aktiver GP-Fahrer, entwickelte gemeinsam mit einem Konstrukteur den Dirttracker (101 kg), den er nun über den italienischen Confederate-Importeur anbietet. Der getunte Einzylinder stammt aus dem Yamaha-Crosser YZ 450 R, der Rahmen vom US-Spezialisten J&M, eine Straßenversion soll folgen.

Ingenieur gesucht - keiner will nach Pirmasens

Wirtschaftskrise hin, Arbeitslosigkeit her, seit Monaten sucht Koffer- und Zubehörhersteller Hepco & Becker in Pirmases erfolglos einen Ingenieur oder Techniker für den Entwicklungsbereich. Die Südpfalz ist eine strukturschwache Region, andererseits sind die Lebenshaltungskosten hier auch sehr gering", wirbt Hepco-Geschäftsführer Paul Ehrhardt. Mehr unter www.hepco-becker.de.

Yamaha-Motor-Präsident muss Rücktritt erklären

Zur Eröffnung der Tokyo Motorshow hatte er noch am Rednerpult ge-standen, zwei Tage später die Überraschung: Nach Vorstandsbeschluss vom 26. Oktober tauschte Yamaha den Spitzenmann seiner Motorsparte aus. Der langjährige Präsident Takashi Kajikawa (Foto) wird von Tsuneji Togami abgelöst. Kajikawa bleibt aber im Vorstand. Auch in Europa kriselts bei Yamaha: Seite 9.

Fighterama in Kalkar

Im Kalkaer Freizeitpark ?Kernwasserwunderland" feiert die Fighterama ihr Comeback. Von 14. bis 15. November präsentieren auf der Motorrad-, Sport- und Tuning-Messe rund 100 Aussteller Teile und Zubehör, und es gibt exklusive Umbauten zu sehen. Das Burnout-Areal ist überdacht, die Samstag-Abend-Party legendär.

 

Infos: www.fighterama.de Jubiläums-BMW für Kinder Seit 40 Jahren baut BMW in Berlin-Spandau Motorräder. Zum Jubiläum wird in dem Werk, aus dem seit 1969 bisher 1,9 Millionen Motorräder gekommen sind, ein hochwertig ausgestattetes Einzelstück auf Basis der R 1200 R auf-gebaut. Die ?40 Jahre Berlin"-BMW soll im Anschluss an die Mailänder Messe Eicma ab 16. November, 12 Uhr, auf www.ebay.de/starsandcharity versteigert werden. Der Erlös soll für eine Initiative zur Vermeidung von Gewalt an Schulen in und um Berlin gespendet werden. Biker verklagt Duisburg Wegen rabiater und möglicherweise nicht verhältnismäßiger Maßnahmen gegen falsch geparkte Motorräder hat ein Motorradfahrer jetzt Klage gegen die Stadt Duisburg eingereicht.

 

Grund: Bereits mehrfach hatten städtische Angestellte das kostenpflichtige Abschleppen von Motorrädern angeordnet, die weder eine Einfahrt noch eine Rettungsgasse blockiert hatten, sondern einfach nur verbotswidrig entweder vor einem Fahrradständer oder am Beginn der Fußgängerzone abgestellt waren. Bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens will die Stadt vorerst auf weitere Abschleppaktionen verzichten.

Bitumen: Hessen schuldig

Es ist vorbei, und für Steffi Leugner, die vor über sieben Jahren ihren Mann, den Vater ihres kleinen Sohns Max durch einen Bitumenunfall verlor, ist ein zermürbender Kampf endlich zu Ende: Schon im November 2008 hatte das Landgericht Limburg/Lahn der Klage der Witwe auf Schmerzensgeld, Schadenersatz und eine Halbwaisenrente für den kleinen Max in erster Instanz Recht gegeben. Doch das der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht schuldig gesprochene Land Hessen war in Berufung gegangen, wollte nicht einsehen, dass tatsächlich der von der zuständigen Straßenbaubehörde angeordnete Einsatz von rutschigen Bitumenflicken am 27. April 2002 zum Todessturz von Harry Leugner geführt hatte.

 

Zur Erinnerung: Zwei Tage nach dem Unfall wurde - fast schon ein Schuldeingeständnis - der Straßenabschnitt für Motorräder gesperrt, vier Monate später bekam er eine neue, gut griffige Asphaltdecke (MOTORAD 14/2002, 2/2009 und 4/2009). Doch es sollte siebeneinhalb Jahre, etliche Gutachten, zwei Gerichtsinstanzen und eine Berufung lang dauern, bis Steffi Leugner unwiderruflich Recht zugesprochen wurde: Ihr Mann hatte am tödlichen Unfall keinerlei Schuld. Das Geld, das die Witwe nun bekommt, 15000 Euro, wiegt ein Menschenleben nicht auf. Doch für Steffi Leugner hat sich ihr Kampf dennoch gelohnt: ?Vielleicht kann man das Dreckszeug auf diese Weise von der Straße kriegen", sagte sie zu MOTORRAD.

Yes, we Wakan

Wenn ein Franzose mit einem Motorrad dem US-Sportwagen AC Cobra huldigen möchte, heißt das Ergebnis Wakan.

 

Dass ausgerechnet ein Auto Pate für ein neues Motorrad gestanden haben soll, ist etwas kurios. Lächerlich wirkt es im Fall der vom französischen Konstrukteuer Joël Domergue erschaffenen Wakan Roadster 100 aber keineswegs. Vielmehr ist es spontane Ehrfurcht, die der 1640 Kubik fassende, vom US-Hersteller S&S stammende V-Twin beim Betrachter hervorruft. Mit der Nachdrücklichkeit einer Domina gebieten die beiden Zylindertürme über den Rest des Bikes: Chrom-Molybdän-Brückenrahmen, Ceriani-Gabel, Sachs-Mono-Federbein, Marchesini-Schmiederäder - viel mehr ist nicht dran. Ohne Sprit wiegt die Wakan laut Deutschland-Importeur (www.classicbike-raisch.de) 183 Kilogramm.

Neue Yamahas

Mit einem ganz neuen 125er und einigen überarbeiteten Modellen stellt Yamaha seine Roller-Palette für 2010 auf. Der neue BWs 125 (oben links) kommt aus Taiwan. Erdacht und konstruiert für den Einsatz in asiatischen Mega-Metropolen bietet der schlanke, aber nur 9,5 PS starke Scooter enormes Durchschlängelpotenzial. Sein luftgekühlter Einzylinder wird von einer Einspritzung gefüttert. Mit neuem, frischerem Look, mehr Platz für die Füße und größerem Stauraum treten die beiden Komfort-Scooter X-Max 125 und 250 an. Fotos: Yamaha

Japaner unter Druck

Sowohl Honda als auch Yamaha reagieren mit Stellenabbau und Entlassungen in Europa auf den schwächelnden Verkauf von Neu-Motorrädern. Yamaha verlagert die Produktion der Modelle XT 660 Ténéré und MT-03 - bisher rund 5000 gebaut - aus dem italienischen Werk in Gerno di Lesmo nach Spanien. Entlassen wurde Yamahas Super-bike-Manager Claudio Consonni trotz seines maßgeblichen Anteils an Yamahas Superbike-WM-Sieg 2009.

NEU: Kleinanzeigen kostenlos, riesiges Gebraucht-Angebot

Deutlich verbessert präsentiert sich der Kleinanzeigenmarkt von MOTORRAD ab dieser Ausgabe. Wichtigste Neuerung: Standardanzeigen bis zu drei Zeilen sind für Privatpersonen kostenlos. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sein Motorrad in Form einer ?Premiumanzeige" mit Foto (ab zehn Euro) noch attraktiver anzubieten. Am einfachsten inserieren lässt sich ganz bequem online unter www.motorradonline.de/anzeigen.

 

Alle Anzeigen werden nicht nur in gedruckter Form in MOTORRAD (auf Wunsch zusätzlich in PS, 2Räder und MOTORRAD Classic) veröffentlicht, sondern online sofort auch im Internet http://markt.motorradonline.de. So bringen Sie Ihr Angebot in Sekundenschnelle unters motorradbegeisterte Volk. Ebenfalls möglich: Inserat per Anzeigen-Coupon (S. 96). Das Online-Inserat bietet zusätzlich die Möglichkeit, eine detaillierte Fahrzeugbeschreibung und weitere Fotos des angebotenen Motorrads zu veröffentlichen. Diese Zusatzinfos lassen sich kinderleicht über eine zur gedruckten Anzeige gehörende Exposé-Nummer online abrufen. Der motorradonline-Markt umfasst ab sofort nicht nur 21000 Fahrzeugangebote, sondern zusätzlich 60000 Bekleidungs- und Zubehörartikel. Am besten sofort reinschauen!

http://markt.motorradonline.de

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