Heavy Metal Top 10 der schwersten Motorräder des Modelljahres 2014

Nein, hier gehts nicht um Judas Priest, Motörhead und Co. MOTORRAD online präsentiert die 10 schwersten offiziell angebotenen Motorräder des Modelljahres 2014. Garantiert leichtbaufreie Zone!

Die schwersten Motorräder 2014

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Foto: Sdun

Während in der Welt der Sportmotorräder viel Leistung und wenig Gewicht den Stammtisch regieren, dürfen Luxustourer und Cruiser sich noch schwergewichtig in Szene setzen. In der Liga der 8-Zentner-und-mehr-Bikes sind Aluminium und Carbon meist Fremdworte, stattdessen gibt's Gebirge aus Stahl. Heavy Metal eben.

Es folgen die gewichtigsten Zehn der 2014 offiziell angebotenen Maschinen. Ausschlaggebendes Kriterium ist das zulässige Gesamtgewicht laut Herstellerangabe.

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Foto: Hersteller

Platz 10: 600 kg

Die Thunderbird Storm liefert 98 PS bei 5200/min aus 1699 Kubikzentimetern. Dazu passt die Optik mit Mattlack und Doppelscheinwerfern. Das Styling der zwei neuen Varianten der Thunderbird Storm erinnert an die Eisen aus Milwaukee. LT und Commander werden von je einem 1699-cm³-Twin befeuert, der 94 PS leistet und ein Drehmoment von 151 Nm bei 3550/min hat. Damit liegen die LT und die Commander bei den Cruisern fahrdynamisch weit vorn. Verzögert werden beide durch Nissin-Vierkolbenzangen. Bei der Ausstattung liegen die Unterschiede: Die LT (Light Touring) hat Satteltaschen aus Leder, ein abnehmbares Windschild, doppelte Zusatzscheinwerfer und sie rollt auf Weißwand-Radialreifen, einem 150er vorn und einem 180er hinten. Während die LT immerhin 380 Kilogramm wiegt, bringt es die Commander nur auf 348 Kilogramm. Dafür hat die Commander den fetteren Schlappen, einen 200er hinten gepaart mit einem 140er vorn, sowie Doppelscheinwerfer und verchromte Trittbretter mit Schaltwippe.

Foto: fact

Platz 9: 603 kg

Sechszylinder-Boxer? Das kann fast nur ein Porsche oder eine Gold Wing sein – die übrigens beide als Vierzylinder debütierten, aber das nur am Rande. Über den Luxustourer ist schon viel geschrieben und noch mehr gesagt worden; er geht unverändert in die neue Saison. Der vormals optionale Airbag ist zur Serienausstattung geworden. Das böse gestylte Schwestermodell F6B reiht sich zu Kawasaki VN 1700 Voyager Custom und Harley-Davidson Street Glide in die Liga der Bagger – sprich: "Bägger", von engl. "bag" = Tasche – ein und ist technisch mit der normalen Gold Wing identisch. Allerdings verzichtet sie auf einen Großteil der Verkleidung, die hohe Scheibe, die Rückenlehnen für Fahrer und Sozius, die Beifahrer-Trittbretter sowie das Topcase. Deshalb wiegt sie satte 24 Kilogramm weniger, aber immer noch knapp 400. Auch der elektrische Rückwärtsgang sowie GPS und Airbag bleiben der klassischen Gold Wing vorbehalten.

Foto:

Platz 8: 615 kg

Bei der Touring hat Triumph 2013 die Serienausstattung erweitert. Dazu gehören verchromte Motorbügel sowie Sissy Bar und Gepäckbrücke jeweils mit Schnellverschluss. Die Rocket III ist das Serienmotorrad mit dem größten serienmäßig angebotenen Motor, 2,3-Liter verteilt auf drei Zylinder. Gewaltige 203 Newtonmeter hält der Drilling bei nur 2500 Umdrehungen bereit. Ungewöhnlich auch die Reifendimensionen: Vorne 150, hinten 180 breit, beide nur 16 Zoll groß.

Foto: Archiv

Platz 7: 617 kg

Schöner, stärker und komfortabler als alle Vorgängertypen - das soll laut Werbetext für alle vier 2014er-Modelle der Touring-Baureihe gelten. Bei der Street Glide heißt das konkret: 3 PS mehr Leistung und 4 Nm mehr Drehmoment, die der gummigelagerte Twin Cam 103 dank geänderter Nockenwellen und neuem Luftfilter auf den Highway bringt. Ebenfalls neu sind die hydraulische Kupplung und der elektronische Bremskraftverteiler, der die Wirkung der ABS-Bremse ab Tempo 40 auf Vorder- und Hinterrad optimal verteilt. Ebenfalls elektronisch werden die Befehle vom Gasgriff an die Drosselklappen weitergegeben. Völlig neu gestaltet ist die "Boom Box", wie Harley das u. a. sprachsteuerbare Infotainment aus Audio- und Kommunikationsanlage nennt. Wegen der entspannten Sitzhöhe und des niedrigsten Gewichts aller drei Modelle mit der ebenfalls neu gestalteten Bat-Wing-Verkleidung eignet sich die Street Glide am ehesten auch für weniger große Fahrer.

Foto: Hersteller

Platz 6: 617 kg

"Twin Cooled High Output Twin Cam 103" - die Bezeichnung darf man sich auf der Zunge zergehen lassen. Benennt sie doch die letzte Evolutionsstufe der großen Harley-V2s, vor der hauseigenen Tuning-Endstufe CVO wohlgemerkt (siehe rechte Seite). Und sie ist für Harley-Verhältnisse revolutionär: Denn Wasserkühlung hat Einzug gehalten in die Antriebe der beiden Electra Glide-Oberklassetourer Ultra Classic und Ultra Limited (unten). Allerdings nur so ein bisschen. Den Löwenanteil der Hitzeentwicklung schafft seit 111 Jahren unverändert Luft vom 45-Grad-Twin weg. Allein die Zylinderköpfe sind im thermisch hochbelasteten Bereich der Auslassventile flüssigkeitsgekühlt. Die Kühler verstecken sich fast unsichtbar in den Beinschilden der üppigen Verkleidung. Dass auch die hydraulische Kupplung, die von 41 auf 49 mm Durchmesser angewachsene Gabel und die LED-Scheinwerfer neu sind, gerät da zur Nebensache. Infotainment mit Kommunikations- und Stereoanlage ist Serie.

Foto:

Platz 5: 617 kg

Die Road King ist mit ihrem im Vergleich zur Bat-Wing-Verkleidung simpel anmutendem, abnehmbaren Windschild, ohne Stereoanlage, geschweige denn Touch-Screen-Display oder gar Navi der Purist alter Schule, quasi das Naked Bike der Touring-Reihe. Dennoch profitiert auch sie 2014 von einer Reihe technischer Updates, etwa die neue elektronisch geregelte ABS-Bremse, die zwecks Wirkungsoptimierung die Bremskraft ab Tempo 40 auf Vorder- und Hinterrad verteilt. Technisch auf den neusten Stand gebracht wurde die steifer gewordene Gabel und der Halogen-Doppel-Scheinwerfer, den zwei Nebelscheinwerfer flankieren. Optimiert sind die Lesbarkeit der Tachoskala und die Bedienung der Lenkerarmaturen. Der Twin Cam 103-V2 hat etwas mehr Leistung und Druck durch geänderte Nockenwellen und einen anderen Luftfilter bekommen. Fürs Classic-Flair sorgen die serienmäßigen Schalenkoffer im Leder-Look und die Weißwandreifen auf den verchromten Drahtspeichenrädern.

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Platz 4: 618 kg

Europäer assoziieren bei einer Modellbezeichnung wie „Cross Country“ womöglich eher eine leichte, stollenbereifte Wanderenduro. Victory versteht darunter einen mächtigen Asphaltkreuzer, der, vor allem in der Variante Tour mit Riesentopcase, der Vision näher kommt als jede andere Victory. Dabei sehen wir doch hier nur eine Cross Roads mit lenkerfester Halbschale im XXL-Format, ergänzt um das in dieser Klasse wohl unvermeidliche Audiosystem, selbstredend MP3-kompatibel. Besagtes Topcase zieren zusätzliche Rückleuchten und Lautsprecher, trotzdem ist es mit Schnellverschlüssen abnehmbar. Die Elektrik wird über Steckkontakte automatisch mit angedockt. Gleichzeitig hat der Sozius eine Rückenlehne, auch seine Füße ruhen auf Trittbrettern. Also dann, Musik an, Tempomat rein, und los geht’s. Schön ist, dass Victory neben den üblichen Schwarz- und Grautönen auch noch richtige Farben im Programm hat, vor allem, wenn Designer Cory Ness bei der Tour Hand anlegt.

Foto: Hersteller

Platz 3: 628 kg

Das Spitzenmodell der neuen Indians trägt den Namen eines britischen Kampfpanzers: Chieftain. Klingt zwar indianisch, aber eine irische Folkgruppe heißt auch so. Deren Musik könnte man sich über das Soundsystem zu Gehör bringen, das in die rahmenfeste Verkleidung eingebaut ist. Sie markiert neben Gussrädern und Hartschalenkoffern die sichtbaren Unterschiede zu den Classic-Modellen. Mit üppiger Instrumentierung und elektrisch verstellbarer Scheibe ist die Karosse auf der Höhe der Zeit. Den luftgekühlten 1800er-V2 haben alle drei. Die Unterschiede beim Fahrwerk spürt man erst, wenn man fährt. Trotz höherem Gewicht lenkt sich die Chieftain handlicher als die Classic; ihr Lenkkopfwinkel ist steiler, der Radstand ist kürzer. Die luftunterstützte Federung arbeitet zudem komfortabler. Auch die Bremsen mit serienmäßigem ABS überzeugen. Auf dem vorderen Kotflügel leuchtet der Kopf des Indianers, die Kampfansage in Richtung Milwaukee ist auf dem Weg.

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Platz 2: 643 kg

Die Vision ist optisch eigenständig, schmiegt ihr extravagant gestyltes Kunststoffkleid um einen Haupt- und Heckrahmen aus Leichtmetallgussteilen. Durch das vordere Teil saugt der V2 sich seine Ansaugluft. Auch die Schwinge besteht aus Alu, gleichwohl spielt die Vision in der 400 Kilo-Liga, ist gegenüber Gold-Wing oder E-Glide aber doch ein wenig schlanker geraten. Auch hier bollert der gleiche V2 wie in allen Victorys, Kombibremse mit ABS ist Serie.

Foto: Hersteller

Platz 1: 761 kg

Zu den spektakulärsten und teuersten Serienmaschinen gehören die Boss Hoss Cycles aus den USA. Eine halbe Tonne Motorrad, befeuert von einem 5,7 Liter-V8, verteilt auf über zwei Meter Radstand flößen selbst erfahrenen Bikern Respekt ein, die dragsterartige Beschleunigung nicht minder. Die BHC-3 ZZ4 ist das Grundmodell, es gibt noch eine opulentere Version mit 6,2 Litern Hubraum und 445 PS sowie unendliche Möglichkeiten fürs Customizing.

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