Versicherungen für Motorradfahrer Straße und Rennstrecke, Geldbeutel und Gesundheit

Ob Straße oder Rennstrecke - Motorradfahren birgt Gefahren, gegen die sich jeder angemessen absichern sollte. Sonst leidet im Ernstfall nicht nur die Gesundheit, sondern auch der Geldbeutel.

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Motorradfahren birgt Gefahren, gegen die sich jeder absichern sollte.
Motorradfahren birgt Gefahren, gegen die sich jeder absichern sollte.

Egal ob Steuererklärung, Ärger mit dem Chef oder Stress mit der Freundin - wir verdrängen die unschönen Dinge des Lebens gerne. Dazu gehört auch das Thema Versicherungen. Wir alle kennen das Risiko beim Motorradfahren: keine Knautschzone, kein Airbag, kein Rettungsschirm. Aber haben wir einen Reserveplan für den Ernstfall? Was passiert dann mit unserem Job? Und was mit unserer hübschen Freundin? Findet Sie uns immer noch so toll, wenn es plötzlich nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell mau aussieht?

Unsere Krankenversicherung kommt für die Genesungskosten nach einem Unfall auf, für die Zeit, die wir im Krankenhaus verbringen, bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Für bleibende körperliche Schäden und deren Folgekosten müssen wir selbst aufkommen bzw. uns entsprechend versichern - wenn Sie beispielsweise Ihren Beruf aufgrund eines Motorradunfalls nicht mehr ausüben können oder Ihre Wohnung behindertengerecht umgebaut werden muss. Im Folgenden sind die wichtigsten Versicherungen zusammengestellt, die sich für risikoreiche Hobbys wie Motorradfahren empfehlen, egal ob Straße oder Rennstrecke.

Für Letzteres gibt es die „Rennstrecken-Haftpflichtversicherung“, die für Schadensfälle auf der Rennstrecke konzipiert wurde. Denn eine normale Haftpflichtversicherung zahlt in der Regel nicht, wenn der Schaden bei einer Rennveranstaltung entsteht. Für diesen Spezialfall bietet der Versicherungsvermittler „sportvers.de“ Versicherungspakete an, die die Klausel „Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten“ beinhalten und damit auch Rennveranstaltungen abdecken. -Sicher, keiner will den Ernstfall heraufbeschwören, aber denken Sie am besten mal darüber nach, solange Ihre hübsche Freundin noch da ist.

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Egal ob Straße oder Rennstrecke - für risikoreiche Hobbys empfiehlt sich eine gute Versicherung.
Egal ob Straße oder Rennstrecke - für risikoreiche Hobbys empfiehlt sich eine gute Versicherung.

Unfallversicherung

Leistung
Diese Versicherungsform leistet eine feste Geldsumme, wenn infolge eines Unfalls bleibende Körperschäden entstehen, also ein gewisser Grad an Invalidität eintritt. Die Unfallversicherung ist damit die Fortsetzung der Krankenversicherung, welche lediglich die Genesungskosten nach einem Unfall übernimmt.

Zu beachten
Rennstreckenfahrer müssen darauf achten, dass die Klausel „Erzielung der Höchstgeschwindigkeit“ im Versicherungsvertrag verankert ist - diese ist in Standard-Unfallversicherungen ausgeschlossen. Außerdem sollte man sich vorab informieren, wie viel Geld nötig ist, um sein Leben im Ernstfall umzukrempeln: Kosten für den behindertengerechten Umbau der Wohnung und des Autos, Kosten für Pflegepersonal etc. Entsprechend dem kalkulierten Kostenaufwand sollte die versicherte Kapitalsumme festgelegt werden.

Beispiel
Der Versicherungsnehmer verliert infolge eines Motorradunfalls sein linkes Bein. Aus ärztlicher Sicht ist er damit zu 70 Prozent Invalide. Diesen Prozentsatz zahlt die Unfallversicherung in Bezug auf die vereinbarte Kapitalsumme aus. Bei einem versicherten Betrag von 200 000 Euro würde sie also einmalig 140 000 Euro an den Geschädigten leisten.

Kosten
Abhängig von der festgelegten Kapitalsumme, Alter und Risikofaktoren des Versicherungsnehmers. Laut Horst Graef von sportvers.de, Experte für Versicherungen im Bereich Motorsport, ist eine Unfallversicherung, die im Schadensfall eine sinnvolle Kapitalsumme abwirft, ab zirka 600 Euro im Jahr zu haben - inklusive Risikozuschlag für den Rennsport. Wer auf die Rennstrecke verzichtet, kann sich natürlich deutlich günstiger versichern.

Anbieter
Rennsport mitversichert: www.sportvers.de, www.Gothaer.de oder direkt beim Rennstrecken-Veranstalter (Tagesunfallversicherung); Straßenbetrieb und StVO-konforme Veranstaltungen: Allianz, Ergo, Axa, R+V-Versicherung, SV-Versicherung, etc. Hinweis: Laut Corinna Hartmann von der Allianz kann das Rennrisiko auf Anfrage optional versichert werden. Hier unbedingt die Angebote mit den oben genannten Spezialversicherungen vergleichen.

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Versicherungen sind eine komplexe Materie - sich einen Überblick zu verschaffen lohnt sich aber alle mal.
Versicherungen sind eine komplexe Materie - sich einen Überblick zu verschaffen lohnt sich aber alle mal.

Rennstreckenhaftpflichtversicherung

Leistung
Die Rennstrecken-Haftpflichtversicherung ist geeignet für Fahrer, die häufig an Renntrainings teilnehmen. Hier besteht Versicherungsschutz für fahrlässiges oder grob fahrlässiges Verhalten auf der Rennstrecke, inklusive Motorradrennen.

Zu beachten
Der sogenannte „Haftungsverzicht“, den Teilnehmer vor einem Renntraining akzeptieren und somit gegenseitige Haftungsansprüche ausschließen, macht die Rennstrecke nicht zum rechtsfreien Raum. Bei fahrlässigem und grob fahrlässigem Verhalten muss der Schadensverursacher den Schaden begleichen. Und zwar nicht nur den Sachschaden (z. B. Motorrad), sondern auch die Genesungskosten (Krankenhaus, Reha) und im Zweifelsfall den Erwerbsausfall des Geschädigten. Eine Rennstrecken-Haftpflichtversicherung ist daher sinnvoll und bei größeren Veranstaltern wie beispielsweise dem Motorrad action team (PS-Racecamps) im Versicherungsschutz enthalten. Entscheidend ist, dass der Anbieter eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung inklusive Teilnehmerhaftpflicht abgeschlossen hat, der das „Motorsportbedingungswerk“ zugrunde liegt. Besteht darüber keine Gewissheit, sollten Teilnehmer eine zusätzliche Rennstrecken-Haftpflichtversicherung abschließen. Gerade bei Veranstaltern im Ausland ist hier Vorsicht und doppelte Kontrolle gefordert.

Beispiel
Teilnehmer Dennis verpasst seinen Bremspunkt und schießt Teilnehmer Jürgen ab. Es kommt zum Prozess. Ist der Richter aufgrund der geschilderten Situation der Meinung, dass der Unfall infolge eines fahrlässigen oder grob fahrlässigen Verhaltens entstanden ist, etwa, weil Teilnehmer Dennis am Ende des Tages übermüdet war oder das Risiko in Kauf genommen hat, um eine bessere Rundenzeit zu erzielen, dann muss dieser für den Schaden von Jürgen aufkommen. Prinzipiell kann also jeder Teilnehmer an Trainings oder Rennen in diese Haftungssituation kommen.

Kosten
Jahresbeitrag: 280,50 Euro

Anbieter
Nach unseren Recherchen bietet nur www.sportvers.de diesen Schutz an. Ansprechpartner ist Horst Graef, Telefon: 07121/1594110

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Motorradunfall: Versicherungen sicher ab.
Motorradunfall: Versicherungen sicher ab.

Auslandsreisekrankenversicherung

Leistung
Diese Versicherung kommt für medizinisch notwendige Rücktransporte aus dem Ausland auf. Es sind auch Zusatzkosten für Privatärzte versichert, die keinen Vertrag mit dem gesetzlichen Versicherungssystem haben.

Zu beachten
Wer sich beim Motorradfahren im europäischen Ausland verletzt, wird mit der sogenannten „Europäischen Krankenversicherungskarte“ seiner Krankenversicherung ihm Rahmen der gesetzlichen Versicherungsbedingungen des Landes behandelt. Das Problem: Wird aus medizinischer Sicht ein Rücktransport nach Deutschland notwendig, weil der Betroffene im Ausland nur unzureichend behandelt werden kann, dann zahlt das die gesetzliche Krankenversicherung nicht. Außerdem können im Rahmen der gesetzlichen Versicherung laut Elisabeth Reker-Barske, Referentin Europa bei der AOK, im Ausland unkalkulierbare und teilweise erhebliche Nebenkosten entstehen, die eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung empfehlenswert machen.

Beispiel
Der Motorradfahrer Dennis stürzt in Frankreich auf einer kurvenreichen Straße in der Provence und zieht sich einen komplizierten Handbruch zu. Das Krankenhaus, in das er eingeliefert wird, hat nicht das medizinische Know-how, um den Heilungsprozess in die Wege zu leiten. Ein Rücktransport nach Deutschland in eine Spezialklinik wird angeordnet. Die Auslandsreisekrankenversicherung übernimmt die Kosten für den Rücktransport.

Kosten
Eine Auslandsreisekrankenversicherung kostet ca. 10 Euro/Jahr.

Anbieter
Viele Krankenversicherungen bieten über Privatversicherungen günstige Auslandsreisekrankenversicherungen an. Am besten bei der eigenen Versicherung anfragen, ob diese Zusatzversicherung erhältlich ist und das Angebot mit Privatversicherungen vergleichen.

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Eine gute Versicherung bietet eine Absicherung im Ernstfall.
Eine gute Versicherung bietet eine Absicherung im Ernstfall.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Leistung
Diese Versicherungsform leistet in der Regel eine monatliche Rente, wenn der Betroffene seinen Beruf infolge eines Unfalls oder einer schweren Krankheit nicht mehr ausüben kann. Da die gesetzliche Rentenversicherung bei vorzeitigem Ausscheiden aus der Berufswelt oft nur geringe Beiträge leistet, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei riskanten Freizeitbeschäftigungen wie Motorradfahren empfehlenswert.

Zu beachten
Wie bei einer Unfallversicherung müssen Rennstreckenfahrer auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung darauf achten, dass die Klausel „Veranstaltungen zur Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten“ im Vertrag eingebunden ist - diese ist in Standard-Berufsunfähigkeitsversicherungen ausgeschlossen. Weiterhin sollte der Zeitrahmen der monatlichen Auszahlung beim Schadensfall beachtet werden. Bei einigen Anbietern ist eine lebenslange Rentenleistung möglich, bei den meisten ist sie vertraglich begrenzt.

Beispiel
Der Versicherungsnehmer verletzt sich beim Motorradfahren so schwer, dass er seinen gelernten Beruf nicht mehr ausüben kann (z.B. Handwerker). In diesem Fall erhält er nach der Genesungszeit eine monatliche Rente, die in der Höhe individuell festgelegt wird.

Kosten
Abhängig vom festgelegten monatlichen Rentenbetrag, Eintrittsalter, Vorerkrankungen und den Risikofaktoren des Versicherungsnehmers. Sie ist tendenziell teurer als eine Unfallversicherung.

Anbieter
Rennsport mitversichert: www.sportvers.de, www.Gothaer.de; Straßenbetrieb und StVO-konforme Veranstaltungen: Allianz, Ergo, Axa, R+V-Versicherung, SV-Versicherung, etc. Hinweis: Auch einige Standardversicherer (z. B. Allianz) versichern optional das Rennrisiko, allerdings mit massiven Zuschlägen (mehrfacher Versicherungsbetrag). Hier sollten die Angebote unbedingt mit denen der Motorsport-Spezialversicherungen verglichen werden.

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PS gibt gute Tipps zur Orientierungshilfe über Versicherungen für Motorradfahrer.
PS gibt gute Tipps zur Orientierungshilfe über Versicherungen für Motorradfahrer.

PS-Tipp

Versicherungen sind komplexe Materie - diese knappe Übersicht stellt eine Orientierungshilfe dar. Holen Sie sich Angebote bei unterschiedlichen Versicherungen ein, fordern Sie am besten ein persönliches Gespräch. Und sprechen Sie Klartext: Welche riskanten Hobbys üben Sie aus? Fahren Sie gelegentlich Hobbyrennen oder nehmen Sie nur an StVO-konformen Fahrsicherheitstrainings teil? Mit völliger Offenheit stellen Sie sicher, dass Sie den Versicherungsschutz bekommen, den Sie haben möchten. Rennstreckenfahrer sollten darauf achten, dass die entsprechenden Risikofaktoren hart und direkt formuliert im Vertrag auftauchen. Solide Versicherungen erkennt man auch häufig daran, dass bei Risiko-Sportarten ein Aufpreis entsteht. Im Bereich „Verbraucherservice“ auf www.gdv.de (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) finden Sie unabhängige Informationen zu beinahe allen Versicherungen.

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