Vom Rookie zum Racer, Teil 1 Versuchskaninchen

Bei den "1000 Kilometern von Hockenheim" gilt es: PS-Redakteur Seitz wird das erste Rennen seines Lebens bestreiten. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Foto: K
Euch werd ich’s zeigen, ich hab’s satt! "Uschi, Frau Seitzinger"... – was musste ich mir nicht alles an Schmähungen meiner Kollegen gefallen lassen, seit ich vor drei Jahren bei PS anheuerte. Ich habe damals gleich gesagt, dass ich kein Racer bin, und bekam trotzdem den Job.

Die Leidenszeit begann: Nach der ersten Woche PS war ich das erste Mal überhaupt auf einer Rennstrecke. 600er-Test,
es war ein fürchterliches Rumgeeiere. Ich wollte alles hinwerfen. Aber sie können auch nett sein, die Kollegen: "Uschi, das wird vielleicht noch besser", hieß es. Und
sie hatten Recht. Ich bin zwar immer noch der Letzte im Café am Ende der Testrunde, und auf der Rennstrecke trennen uns nach wie vor Welten, aber die Abstände sind gewaltig geschrumpft. Wie ein Golfer an seinem Handicap arbeite ich dran.
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Foto: mps-Studio
Und jetzt wird ein Rennen gefahren – warum nicht der Klassiker an Ostern, die 1000 Kilometer von Hockenheim? Sie als Leser können ab dieser Ausgabe mitverfolgen, wie die Vorbereitungen laufen und aus einem Anfänger, dem Rookie, schließlich ein Racer wird. Ob ich mich entweder total blamiere oder die "Uschi" endgültig abstreife und die Kollegen beeindrucken kann. Vielleicht lassen Sie sich davon sogar anstecken und gehen selbst einmal auf die Piste. Denn eines habe ich schnell festgestellt: Nirgends ist Motorradfahren geiler als auf einer Rennstrecke.

Honda stellt für diesen Selbstversuch eine aktuelle CBR 600 RR, bestens geeignet für dieses Vorhaben. Als Stefan Rötger von Skill-Skin von der Idee hörte, verpassten mir die Lederveredler eine angemessene Kombi von IXS: Statt Rossis
Doktor-Titel reicht es bei mir natürlich nur zum Bachelor-Schriftzug.
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Foto: K
Ex-GP-Star Jürgen Fuchs und die Instruktoren vom MOTORRAD actionteam waren meine erste Hürde beim "Hanging-off-
Training". Nach drei Jahren PS eher eine Standortbestimmung, aber wer seinen Knieschleifer endlich entjungfern will, lernt hier, wie es richtig geht.

Schließlich wollte die Redaktion feststellen, wie schnell ich wirklich bin. Beim PS-Tuner-GP wurde ich im Sommer auf der Serien-CBR gezeitet. Die kalte Dusche: 2:06 min auf dem großen Kurs in Hockenheim.

Zwei Minuten gelten dort als Schallmauer und wurden mir als Quali-Zeit per Redaktionsdekret aufgedrückt. Die GP-Racing-School als brandneues Angebot von Bike Promotion sollten mir
die fehlenden Sekunden bringen. Der Coach: Ex-GP-Racer Steve Jenkner. In einer Dreiergruppe zeigte er uns in zwei
Tagen per Video-Analyse genau, woran es uns mangelte. Dieses Training, speziell die effektive Video-Analyse, und Steves qualifizierte Tipps waren das Beste, was ich bisher in Sachen "Need for Speed" gemacht habe.

Eine Woche später bei einem PS-Test mit der CBR stoppte die Uhr bei 1:59 min – qualifiziert! Hockenheim, an Ostern wird der Rookie racen!

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