Vom Rookie zum Racer, Teil 4 Alles auf Go!

Die "1000 Kilometer erfordern Teamwork, aber die Kollegen zieren sich. Wie gut, wenn man Freunde hat, die Gas geben und durchblicken. Das Rookie-Team steht.

Foto: Jahn
Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Die Nennung ist abgeschickt. Ich habe tatsächlich ein richtiges Team zusammen: Mike Nägele wird der zweite Fahrer sein – rennerfahren, super Mechaniker, überzeugter Schwabe, entspannter Typ. Zwei Mann als Boxencrew hat er gleich noch mitgebracht. Ein Glückstreffer, schon für die Vorbereitung!
Mike überblickt, was wir an Werkzeug, Teilen und sonstigem Kram brauchen werden; so ziemlich alles hat er zuhause in seiner schmucken Racer-Werkstatt. Außerdem wirkt seine Gelassenheit beruhigend auf meine steigende Anspannung, die bei der Vorbereitung des Motorrades wieder aufkommt.

Die Startnummer hinten irgendwie über die Sitzbank pappen? Die Scheinwerfer mit Gewebeband abkleben? Nicht mit dem Racing-Ästheten Nägele. Ein Rennhöcker von Sebimoto beruhigt ihn schließlich – die korrekte Lackierung besorgt ein Kumpel. Für die Scheinwerfer organisiert Mike Klebefolie – farblich natürlich genau abgestimmt auf die Honda-Lackierung (Tipp: Scheinwerfer abklemmen und etwas Schmiermittel aufs Glas sprühen, damit die Folie nachher wieder leicht abgeht). Für besseren Windschutz montieren wir eine MRA-Racing-Scheibe.
Anzeige
Foto: Jahn
Außerdem gibt Mike zu bedenken, dass bei so einem Langstreckenrennen allerhand passieren kann. "Bitte nicht stürzen", halte ich nervös dagegen. "Was aber, wenn die Honda beim Fahrerwechsel einfach umfällt und der Kupplungshebel abbricht? Blöd, das Rennen wegen so
etwas aufgeben zu müssen." Jetzt haben wir einen Karton mit Ersatzteilen.

Um die CBR weiter zu schützen, verbauen wir Sturzpads am Rahmen, ein gebrochener Motordeckel wäre nämlich das sichere Aus. Das Motorrad wird sonst von allem befreit, was nur der StVZO dient: Kennzeichenhalter, Blinker, Spiegel, Soziusrasten. Den Seitenständer lassen wir dran, der kann nützlich sein. Wow, die Honda sieht schon fast wie ein echter Racer aus!

Damit sie auch so funktioniert, tauscht Mike die Bremsflüssigkeit der Serie gegen Racing-Flüssigkeit. Einen zweiten Satz Bremsbeläge haben wir, einen zweiten Satz Räder ebenfalls. Zum Schluss sichern wir, dem Reglement entsprechend, diverse Teile mit Draht. Dann machen wir uns beim Bier Gedanken über die Renntaktik; wir sind uns im Prinzip einig – nur bei der bevorzugten Biermarke bestehen noch Differenzen.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote