Was fährt eigentlich: Jochen Schmitz-Linkweiler 20 Fragen an Jochen Schmitz-Linkweiler

Schon auf seinen ersten motorisierten Zweirad-Kilometern hat Jochen Schmitz-Linkweiler der Griff zum Lenker genervt. Weshalb er aber nicht aufgegeben hat. Ganz im Gegenteil. Im Nu war die erste im Bunde, eine BSA Starfire, mit besser geformtem Lenker bestückt - und damit der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere gelegt.

Foto: LSL

Der Krefelder Selfmademan liebt es kurz und knackig. Weshalb auch nicht "Lenksysteme Schmitz-Linkweiler" auf seinem Firmenschild prangt, sondern mit LSL schon alles gesagt ist. Mit dem Relaunch der Marke Triumph lebte seine Passion für englische Kräder wieder auf. Legendär seine Clubman-Umbauten wie die LSL-Ace-Cafe-Bonneville zur 100-Jahr-Feier von Triumph.

Ihr aktuelles Motorrad?
Street Twin TRX 850, Warbird TL-675 und Clubman W 740 R.

Und Ihr erstes?
BSA B 25 Starfire. Hatte ich bei einem Bekannten gesehen und konnte es gar
nicht glauben, dass er die wirklich verkaufen will.

Hand aufs Herz: Ihr schönstes?
Die Warbird TL-675, oder doch die Clubman W 740 R - schwer zu sagen.

Welches Bike würden Sie nie (wieder) kaufen?
Honda Gold Wing mit Anhänger. Dann lieber gleich ein Wohnmobil.

Schnelle Entscheidung, kurz begründet:

Kette oder Kardan?
Kette, oder besser noch Riemenantrieb. Leicht und geringer Leistungsverlust und
im zweiten Fall sogar noch sauber und pflegefrei.

Luft- oder Wasserkühlung?
Luftkühlung für die Landstraße, weil geringes Gewicht und coole Optik.
Nur wenns drauf ankommt Wasserkühlung - wegen der besseren Kühlung.

Stummellenker oder Lenkstange?
LSL-Lenker Clubman, der Kompromiss für eine sportlich versammelte Sitzposition
und auch immer gut für einige Tageskilometer.

Drahtspeichen- oder Schmiederäder?
Speiche für die Clubman-Linie und gewichtsoptimierte Gussräder für Sportler.

Gore-Tex oder Einteiler?

Lederzweiteiler. Denn die Jacke muss man fürs Café ausziehen können. Auf der Rennstrecke gibt es keine Kompromisse: natürlich einen Einteiler.

Dampfstrahler oder Schwamm und Bürste?
Für die Grundpflege ist der Dampfstrahler hilfreich, setzt aber schwach geschützten Lagerstellen mächtig zu. Deshalb lieber Schwamm und Reiniger.

Das schönste Motorraderlebnis?

Eine Runde Nordschleife, neun Uhr morgens und Sonnenschein.

Natürlich auch das peinlichste?
Erster Wegrutscher mit der BSA A 65 auf der größten Kreuzung bei uns im Ort.

Wer legt an Ihrem Motorrad Hand an: die Werkstatt oder nur Sie selbst?
Immer öfter der Kollege bei uns im Prototypenbau, aber wenn‘s drauf ankommt, gehts immer noch gut selbst.

Auf welche Schrauberleistung sind Sie besonders stolz?

Getriebereparatur in Frankreich am Straßenrand. Mir fehlten neben jeglichen Sprachkenntnissen auch Plastikwanne und Dreiklauenabzieher, aber ein freundlicher Franzose hat mir beides besorgt und sogar jemanden gefunden, der die Blattfeder der Schaltkulisse schweißen konnte.

Welcher Motorradheld steht bei Ihnen auf der Poleposition?
Fritz Egli. Ich teile seine Detailverliebtheit und die Leidenschaft für die Optimierung von ganz normalen Motorrädern.

Was darf bei Ihren Motorradklamotten auf keinen Fall fehlen?

Helm (logisch), Handschuhe (die Finger sind mir einfach zu wichtig) und Nierengurt (als Stütze und wahrscheinlich aus alter Gewohnheit).

Und womit würden Sie sich nie auf die Straße trauen?
Mit Schlappen und Badehose.

Wo sind Sie am liebsten unterwegs?
In der Eifel und dann rein nach Luxemburg: Hier reiht sich Kurve an Kurve, und es stehen weniger Radarwächter als auf der rechten Rhein-Seite.

Wer muss unbedingt noch hinter Ihnen Platz nehmen?
Eine kurvenverliebte Sozia. Steht Katja Riemann eigentlich auf Motorräder? Die würde ich gern mal mitnehmen.

Und wem würden Sie gerne einmal hinterherfahren?
Ich muss schon das ganze Motorradleben vorfahren, weil ich die Karte im Kopf habe. Hinterherfahren kann in Stress ausarten. Ich weiß nicht, ob ich das brauche.

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