Was fährt eigentlich: Karl Maier 20 Fragen an Karl Maier

Seine Kfz-Lehre absolvierte er im BMW-Betrieb des legendären Schorsch Meier. Für den Senior war er „der Bua, wo Sandbahn fährt“ und durfte ihm die Motorräder nach Hause fahren. Das Vertrauen war berechtigt, denn 1980 wurde Karl Maier mit 23 Jahren jüngster Langbahn-Weltmeister aller Zeiten. 1982, 1987 und 1988 folgten drei weitere WM-Titel. Davor, dazwischen und danach gabs diverse DM-Titel. Er fuhr in der englischen Speedway-Liga und baute „nebenbei“ im bayerischen Neufinsing ein BMW-Motorradgeschäft auf, das 2011 30-jähriges Jubiläum feierte. Topfit, überhaupt nicht aufs Maul gefallen und für jeden Blödsinn zu haben ist der 54-Jährige immer noch.

Foto: Archiv

Ihr aktuelles Motorrad?
Ich fahre grundsätzlich jede BMW, momentan aber am liebsten eine R 1200 GS mit 17-Zoll-Straßenbereifung und ein paar „kleinen“ Änderungen (Nockenwellen, Auspuff, Power Commander) - ein schönes Spielzeug!

 

Und Ihr erstes?
Eine NSU Fox, die ich als Zwölfjähriger mit drei Kumpels vom Speicher geholt und dann mithilfe meines Vaters restauriert habe. Damit lernte ich driften.

 

Hand aufs Herz: Ihr schönstes?
Meine WM-Maschine von 1980: Hagon-Rahmen, Weslake-Motor - herrlich. Die habe ich 1981 für 8000 Mark leider verkauft und würde heute viel dafür geben, sie zurückzubekommen.

 

Welches Bike würden Sie nie (wieder) kaufen?
Die Yamaha GTS 1000. Unfahrbar, ein Lastwagen auf zwei Rädern. Habe ich nur zweimal gefahren, stand ewig rum und wurde dann für 2000 Euro entsorgt.

 

Welches muss noch unbedingt in die Sammlung?
Eine Rennmaschine von Schorsch Meier. RS-Motor, Königswelle - ein Traum.

 

Schnelle Entscheidung, kurz begründet:

 

Kette oder Kardan?
Alles zu seiner Zeit: Kette für Sportler, Kardan für Tourer.

 

Luft- oder Wasserkühlung?
Luftkühlung, am besten in Form eines dohc-Vierventil-Boxermotors. Weil‘s mehr Spaß macht und besser klingt.

 

Stummellenker oder Lenkstange?
Lenkstange. Die erlaubt im Alltag einfach mehr Kontrolle.

 

Speichen- oder Schmiederäder?
Drahtspeichenräder mit polierten Felgenringen. Bietet die beste Stabilität.

 

Gore-Tex oder Einteiler?
Leder nur auf der Rennstrecke, sonst Textil. Ist praktischer und komfortabler.

 

Dampfstrahler oder Schwamm und Bürste?
Beides. Eine Minute Dampfstrahler, dann Schwamm und Bürste - alles mit Maß.

 

Das schönste Motorraderlebnis?
Eine Australien-Tournee mit der Bahnsport-Legende Ivan Mauger. Da sind wir im Winter 1985/86 acht Wochen lang mit einer sehr munteren Tourneetruppe durchs Land gezogen und haben zwölf Rennen gefahren.

 

Natürlich auch das peinlichste?
Eine BMW Incentive-Veranstaltung 2006 im Enduropark Aras in Spanien. Da habe ich innerhalb eines Tages drei (!) Maschinen geschrottet und mir eine Gehirnerschütterung plus Kapselriss am Daumen geholt.

 

Wer legt an Ihrem Motorrad Hand an: die Werkstatt oder nur Sie selbst?
Meine Jungs in der Werkstatt, Kleinigkeiten mache ich aber selbst.

 

Auf welche Schrauberleistung (Reparatur oder Umbau) sind Sie besonders stolz?
Eine NSU Max für 200 Mark gekauft, den Motor in einen DKW-Rohrrahmen gebaut, dafür Haltebleche gefertigt und geschweißt - und damit als 15-Jähriger mein erstes echtes Trainingsgerät gebaut.

 

Welcher Motorradheld steht bei Ihnen auf der Pole Position?
Der Bahnsportler Josef Angermüller, ein brillanter Fahrtechniker, der 1975 leider tödlich verunglückt ist.

 

Was darf bei Ihren Motorradklamotten auf keinen Fall fehlen?
Ein Rückenschutz.

 

Und womit würden Sie sich nie auf die Straße trauen?
Mit einem Trike, einem überflüssigen, beweglichen Verkehrshindernis. 

 

Wo sind Sie am liebsten unterwegs?
In Südtirol. Das gönne ich mir zweimal pro Jahr.

 

Wer muss unbedingt noch hinter Ihnen Platz nehmen?
Meine Tochter Lisa.

 

Und wem würden Sie gerne einmal hinterherfahren?
Egon Müller in den Südtiroler Alpen - da hätte ich was zu lachen! 

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