Was fährt eigentlich: Lutz Schelhorn 20 fragen an Lutz Schelhorn

Als Zweiradmechanikermeister hat er erst sein berufliches Leben, als Gründungsmitlied und Präsident der Stuttgarter Hells Angels auch sein privates dem Thema Motorrad verschrieben.

Foto: Lutz Schelhorn

Lebenswege können sich verändern. Deswegen hat der gebürtige Stuttgarter (Bj. 1959) vor rund zehn Jahren eine neue Berufung gesucht und umgesattelt auf Profifotograf. Seitdem ist Schelhorn mit der Kamera dabei, wenn es entweder in seiner Heimatstadt für ihn interessante Motive gibt, z. B. den Stuttgarter Hauptbahnhof in seiner bisherigen Form, oder innerhalb der Hells Angels, das dann weltweit. Derzeit bereitet Schelhorn einen großformatigen Schwarz-Weiß-Bildband mit seltenen, künstlerisch gestalteten Innenansichten des umstrittenen Motorradclubs vor. Er soll im Herbst erscheinen.

Ihr aktuelles Motorrad?
Eine totlangweilige, aber praktische und zuverlässige Harley-Davidson Street Glide.

Und Ihr erstes?
Eine Triumph Trident T 150. Die hielt aber nur vier Wochen. Pleuellager! Dann eine Bonneville T 140, die 1977 bei MOTORRAD als Testmaschine lief. Die war geil!

Hand aufs Herz: Ihr schönstes?
Ein selbst gebauter Harley-Wishbone-Starrrahmen mit Shovel Motor. New York Style!

Welches Bike würden Sie nie (wieder) kaufen?
Eine V-Rod.

Welches muss noch unbedingt in die Sammlung?
Eine Guzzi V7 Sport. Das Original natürlich.

Schnelle Entscheidung, kurz begründet:

Kette oder Kardan?
Zahnriemen! Keine Ahnung, wie ausgerechnet die Amis darauf gekommen sind.

Luft- oder Wasserkühlung?
Mit Wasser kühlt man höchstens die Füße.

Stummellenker oder Lenkstange?
Ich muss aufrecht sitzen, bin doch nicht auf einem Gebetsteppich.

Speichen- oder Schmiederäder?
Speichen, es gibt aber auch coole Gussfelgen, wie die alten Ochsenkarrenräder der Harley.

Goretex oder Einteiler?
Weder noch! Scheiß Kleiderordnung.

Das schönste Motorraderlebnis?
1998 mit der eigenen Harley durch den Südwesten der USA. Abseits aller Touri-Routen und zusammen mit meinen Brüdern.

Natürlich auch das peinlichste?
Beim TÜV in den Hof gerollt und cool den Seitenständer ausgeklappt. Abgekippt und dabei vergessen, dass ich gerade extra fürn TÜV ne Feder montiert hatte.
…
Wer legt an Ihrem Motorrad Hand an: die Werkstatt oder nur Sie selbst?
Natürlich ich selbst. Gut und günstig.

Auf welche Schrauberleistung (Reparatur oder Umbau) sind Sie besonders stolz?
Ich habe 1995 bis 1997 das komplette Zubehörprogramm für die VN 800 und
VN 1500 designed und entwickelt. Riesenauftrag von Kawasaki. Schön, wenn
ich die Teile heute noch auf der Straße sehe. Kawasaki hatte auch kein Problem, einen Hells Angel damit zu beauftragen.

Welcher Motorradheld steht bei Ihnen auf der Poleposition?
Mein Clubbruder Achim Hein. Er ist in Deutschland von Anfang an, also seit fast 40 Jahren, beim Club dabei, immer Mensch geblieben und auch heute noch mit dem Bike und seiner Frau Gerda auf Europas Straßen unterwegs.

Was darf bei Ihren Motorradklamotten auf keinen Fall fehlen?
Meine Clubjacke!

Und womit würden Sie sich nie auf die Straße trauen?
Mit einer Warnweste oder einer Pilotenbrille.

Wo sind Sie am liebsten unterwegs?
In den Alpen. Notfalls tut es auch der Welzheimer Wald.

Wer muss unbedingt noch hinter Ihnen Platz nehmen?
Wenn sie dazu Lust hat, meine Frau. Meine Tochter hockt beim Prospect (ihrem Freund) hinten drauf und mein Sohn fährt jetzt selber.

Und wem würden Sie gerne einmal hinterherfahren?
Jedenfalls keinem Zweitakter.

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