Service Zahnriemen-Umbau

Ausgefettet

Schluss mit lästiger Kettenpflege, her mit dem sauberen Riemenantrieb. MOTORRAD zeigt am Beispiel der Suzuki Bandit 1250, wo Tücken beim Umbau lauern.

Foto: Sdun
Report Zahnriemenumbau: Wie's funktioniert, wer's anbietet.
Report Zahnriemenumbau: Wie's funktioniert, wer's anbietet.

Genug vom schmierigen Geschäft mit der Kette? Eine saubere Alternative ist der Endantrieb via Zahnriemen, den VH Motorradtechnik (Telefon 0441/34924, www.vh-motorradtechnik.de) für diverse Japaner als Umrüstkit für 1095 Euro anbietet. Im Rahmen des MOTORRAD-Dauertests wurde die Suzuki Bandit 1250 auf Riemenantrieb umgestellt. Die Montage erscheint zunächst einfach, birgt aber Tücken wie beispielsweise Fräsarbeiten am Motorgehäuse. Wer hier patzt, riskiert einen Totalschaden. Deshalb sollten sich nur gut ausgerüstete Profis an die Umrüstung (Zeitaufwand drei bis vier Stunden) wagen. In einer Werkstatt kostet die Montage rund 200 bis 250 Euro.

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Kette oder Riemen?

Im Vergleich zur Kette ist der Wartungsaufwand bei einem Endantrieb via Zahnriemen verschwindend gering. Dazu ist der Riemen im Regelfall deutlich haltbarer, ein Austausch erfolgt etwa alle 40000 Kilometer. In dieser Spanne hat man meist zwei Kettensätze verschlissen. Ein neuer Riemen kostet rund 300 Euro und damit deutlich mehr als ein Marken-Kettenkit (180 Euro). Oft ist auch ein Wechsel der hinteren Zahnscheibe (280 Euro) fällig. Am Übersetzungsverhältnis ändert sich bei der Bandit durch die Umrüstung nichts. Und die ersten Kilometer förderten auch keine gravierenden Unterschiede im Fahrverhalten zutage. Wie sich der Riemenantrieb auf Dauer verhält, werden die verbleibenden 30000 Kilometer des Langstreckentests klären.

Fünf Fakten zum Zahnriemen-Umbau

1. Zahnriemenkits werden mit einem Teilegutachten ausgeliefert. Eine Anbauprüfung durch den TÜV ist Pflicht. Die Kosten liegen zwischen 30 und 50 Euro.

2. Um Garantieprobleme zu vermeiden, sollten Besitzer von Neumotorrädern den Zahnriemenumbau vorab mit ihrem Vertragshändler besprechen.

3. Riemen und Riemenscheiben müssen regelmäßig auf Verschmutzungen kontrolliert werden. Besonders Rollsplitt kann dem Antrieb stark zusetzen.

4. Die Riemenspannung nimmt beim Einfedern zu. Wer den Riemen zu straff spannt, riskiert einen Abriss und Schäden am Getriebeausgangslager.

5. Nach einem Radausbau (Reifenwechsel) muss neben der vorgegebenen Spannung auch auf die genaue Flucht des Zahnriemens geachtet werden.

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