So entstehen Lederkombis

Lederkombis bei Dainese

Foto: Bilski

Die mit Abstand meisten Lederkombis werden aus Rinderhäuten angefertigt. 2Räder ließ sich von Dainese in Italien zeigen, wie es geht.

Bekanntester Träger einer Dainese-Lederkombi ist zweifellos der neunfache Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi. Sein Anzug ist zwar aus hochwertigem Känguruleder, das etwas leichter und abriebfester, allerdings auch wesentlich teurer als Rindleder ist. Die einzelnen Arbeitsschritte von der gegerbten Tierhaut bis zur fertigen Rennkombi sind für Känguru- und Rindleder jedoch identisch. Das Rohmaterial, egal welcher Herkunft, landet enthaart und von Schmutz befreit in den Gerbereien, wo es auf die weitere Verarbeitung vorbereitet wird. Einige Leder erhalten zusätzlich eine so genannte Hydrophobierung, eine spezielle Behandlung, die verhindert, dass sich die Kombi bei einem Regenschauer mit Wasser vollsaugt und bleischwer wird. Bis einige Arbeitsschritte später aus einem auf den ersten Blick chaotischen Haufen von Lederteilen, Klettriegeln, Reißverschlüssen, Knöpfen, Innenfuttern, Kevlar-Einsätzen und Protektoren das begehrte Endprodukt entsteht, sind unzählige Stunden mühevolle Handarbeit nötig. Doch der Aufwand lohnt, denn noch immer bieten Lederkombis den bestmöglichen Unfallschutz beim Motorradfahren - auch wenn jeder hofft, ihn nicht zu benötigen.

Das fertig gegerbte Leder wird aus dem riesigen Gerbebottich entnommen, in dem es zuvor viele Stunden einweichen musste. Die Rohhäute nehmen dabei wichtige Gerbstoffe auf, die das Leder vor Fäulnis schützen Spezialmaschinen spalten die dicken Kuhhäute in zwei Lagen. Lederkombis entstehen aus der robusten Oberseite (Narbenleder). Die weniger stabile Unterseite (Spaltleder) eignet sich beispielsweise für Schuhinnenfutter. Die vorbehandelten und fertig gegerbten Häute kommen mit der Sichtseite (Narbenseite) nach oben auf das Förderband der Farbspraymaschine, die dem noch blassen Leder seine endgültige Färbung verpasst Automatische, computergesteuerte Laserschneidemaschinen helfen, die für eine Kombi benötigten Schnittmuster auf den großflächigen Lederstücken ohne große Verluste zu verteilen und millimetergenau zu schneiden Stretchzonen im Knie-, Rücken- oder Schulterbereich der Kombis werden mittels automatischer Nähmaschinen eingearbeitet, indem Lederstücke mit vorgespannten, elastischen Stoffen vernäht werden. Alle für eine Kombi benötigten Einzelteile kommen in eine Kiste und werden von fleißigen Näherinnen in Handarbeit Stück für Stück zusammengefügt. Dabei führt jede Näherin einen anderen Arbeitsschritt aus. Bei der Endkontrolle säubern Mitarbeiter die fertigen Kombis, entfernen über-stehende Nähte und kontrollieren die Stücke sowohl innen als auch außen auf Vollständigkeit und mögliche Bearbeitungsfehler. Die zum Versand bereiten Lederkombis warten dicht gedrängt und staubgeschützt in Folie verpackt auf die Speditionen, die sie per Lkw, Bahn oder Schiff zu den Fachhändlern in aller Welt transportieren.

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