Dauertest-News

BMW R 1200 GS

Als wenn wir es geahnt hätten: In MOTORRAD 20/2004 wurde noch gemeldet, dass die Dauertest-BMW R 1200 GS »unter Beobachtung« steht. Dabei gab es außer einer Meldung von BMW, dass einige Motorräder von einem Produktionsfehler betroffen wären, eigentlich gar keinen Anlass zur Beunruhigung. Alles lief einwandfrei, am Hinterrad war nur ein unbedenkliches Spiel zu erkennen.

Nun, bei Kilometerstand 18750, stellt sich die Lage urplötzlich ganz anders dar. ACTION-Team-Mitarbeiter Daniel Lengwenus verweigerte wegen eines beängstigend wackelnden Hinterrads in der Nähe von Rimini die Weiterfahrt. Nach dem Rücktransport stellte sich in der Werkstatt folgender Schaden heraus: Der Radträger, ein Alu-Teil mit Innenverzahnung, war auf der Antriebswelle ausgeschlagen. Axial fixiert wird das Rad durch einen großen Seegering, der somit den Totalverlust des Hinterrads verhinderte.

Eigentlich sollte dieser Flansch, der Bremsscheibe und Rad trägt, fest aufgepresst sein. Laut BMW kam es bei einer Serie von einigen hundert Maschinen zu Ungenauigkeiten in der Fertigung, so dass die Verzahnung im Flansch schon beim Aufpressen geschädigt wird und sich im Gebrauch allmählich Spiel bildet. Die ursprüngliche Presspassung geht mit zunehmender Laufleistung in eine Klapperpassung über. Bei warm gefahrenem Endantrieb erhöht sich vorhandenes Spiel nochmals deutlich, da sich das Alu-Teil stärker ausdehnt als die Stahlwelle. Eine Gefahr, das Hinterrad zu verlieren, besteht laut BMW nicht.

Zu einer generellen Rückruf-Aktion sieht BMW daher keinen Anlass. MOTORRAD rät GS-Besitzern, das Hinterrad regelmäßig zu überprüfen. Bei deutlich fühlbarem Spiel, also wenn sich das Rad an der Felge um mehrere Millimeter kippen lässt, sollte die Werkstatt aufgesucht werden.

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