Marktüberblick Elektromotorrad Elektroroller in Deutschland Hersteller
Elektromotorrad Energica Eva
Elektromotorrad Energica EsseEsse9
Elektromotorrad Energica Ego
Elektromotorrad Harley-Davidson LiveWire 29 Bilder

2021 Elektromotorräder in Deutschland

Alle Elektromotorräder in Deutschland Welche Elektromotorräder gibt es?

Der heftige Sog der Elektroautos ist beim Motorrad weiterhin nicht zu spüren. Hier sind die Verbrenner weiterhin in der Hochentwicklung. Seit 2019 hat sich die Modellauswahl von Elektromotorrädern kaum verändert. Die Preise sind aber etwas gesunken.

Wer in 1990er ein "E" gekauft hat, dem blinkten bisweilen viele Felder auf. 300 Mark kostete das "E" damals im Glücksrad. Über 30 Jahre später wird der geplante Kauf eines E-Motorrad mit wenig blinkenden Feldern belohnt, was nicht nur an den 300 Mark liegt.

Auto vs. Motorrad

Seit dem Diesel-Skandal und explodierenden Tesla-Aktien-Kursen sind die Autohersteller voll im E-Fieber. Wöchentlich verkündet ein neuer Hersteller den Ausstieg aus dem Verbrenner und schiebt zeitgleich neue elektrifizierte E-Familien auf den Markt. Hier und da wird auch das Thema Ladestruktur behandelt. Und beim Motorrad? Da ist's ähnlich wie mit funktionierenden Ladesäulen: Hier und da mal was. Neue Hersteller mit Modellen, die ich hier und heute kaufen kann? Nope. Modelle von etablierten Herstellern? Vielleicht als Studie oder Prototyp. Womöglich könnte die Öffnung der MotoE – derzeit von Energica exklusiv angetrieben – ab 2022 ein Katalysator sein für die etablierten Meister des Verbrenners. Die Elektro-Trial-WM hingegen geht 2021 bereits in die fünfte Runde. Mit Yamaha und GasGas sind derzeit zwei Hersteller in dieser Klasse vertreten. Das Elektro-Trial-Bike Yamaha TY-E hat Redakteurin und Profi-Trialerin Mona Pekarek getestet.

Reportage Elektromobilität Zero SR/S
Arturo Rivas
Zero hat seit 2007 sein Angebot kontinuierlich ausgebaut. Derzeit werden neun Modelle in drei Leistungsklassen angeboten.

Elektro auf zwei Rädern

Einzig seit Jahren konstant angebotene Modelle sind verfügbar. Die Leuchttürme sind hier klar Zero und Energica mit einem rein elektrischen Angebot, flankiert von KTM und – obacht – Harley-Davidson als einzigen Herstellern mit Strom und Benzin parallel im Angebot. Und die Speerspitzen des Zweirads? BMW hat für 2021 das einzige Elektromodell aus dem Programm genommen, Yamaha bläst wohl eher zum Angriff beim Supersport, Ducati entdeckt den Vierzylinder gerade erst für sich und auch der Rest sauniert wohl noch etwas in der hubkolbigen Komfortzone. Triumph lässt zwar etwas die elektrischen Muskeln spielen, ob das Spiel aber je E-rnst wird, steht auf einem anderen Blatt. Wobei die Erfahrung zeigt: Die riesigen japanischen Konzerne brauchen öfter lange bis etwas Neues kommt, dann aber mit der Konsequenz einer Planierraupe.

Triumph TE-1 Elektromotorrad
Elektro

Ich möchte ein "E" kaufen

Auf der Suche nach einem straßenzugelassenem Elektromotorrad mit bewährter Technik und zumindest einem rudimentären Händlernetz bleiben Zero, Energica, Harley und KTM stehen. Zero mit dem breitesten Angebot, Energica mit dem leistungsstärksten. Harley und KTM sind mit je einem Modell weder breit noch tief aufgestellt und auch die Einsatzzwecke der LiveWire und Freeride E-XC könnten unterschiedlicher nicht sein.

Zero Motorcycles

Um noch etwas Start-Up-Sprache unterzumengen: Zero ist derzeit das Einhorn der elektrischen Zweiradwelt. Konsequent optimieren die Kalifornier seit 2007 Technik und Modellauswahl. Lohn der Mühen: derzeit neun unterschiedliche Modelle in drei Leistungsstufen von 44 bis 110 PS, Preisspanne von 13.150 bis 21.540 Euro und das clevere Nutzen einer Gesetzeslücke beim B196-Führerschein.

Energica Motor

Ebenfalls ein übriggebliebener Pionier der E-Mobilität auf zwei Rädern ist der italienische Hersteller Energica Motor. 2010 gegründet, 2012 mit erstem Prototyp in Rampenlicht, betreibt das Familienunternehmen derzeit exklusiv eine elektrische Rennserie im Rahmen der MotoGP. Angetrieben werden die Rennboliden von einer getunten Version der Energica Ego. Gut 163 PS und 215 Nm treffen bei den Rennen auf die Fahrer. Die Straßenversion Ego kommt derzeit auf 145 PS, diese Leistung bringt auch die unverkleidete Schwester Eva Ribelle, während das Retro-Bike Eva EsseEsse9 mit 109 PS auskommt. Die Preise strecken sich zwischen 19.499 Euro und 27.595 Euro. Wobei im Vergleich zu 2019 hier Senkungen von bis zu 4.000 Euro zu melden sind, wobei die mit kleineren Akkus und geringere Reichweiten einhergehen.

Energica Eva Ribelle
Energica
Energica hat derzeit drei Modelle in zwei Leistungsstufen im Angebot. Zusätzlich stellen sie derzeit exklusiv die Motorräder der MotoE-Weltmeisterschaft.

Harley-Davidson

Obwohl das Konzept der LiveWire bereits seit 2014 als fahrbereit gilt, ist die Verknüpfung von Harley und Elektro auch heute noch schwer zu verstehen. Doch Harley fährt elektrisch: mit 105 PS für 32.995 Euro, theoretisch 177 Kilometer weit und 251 Kilo schwer. Kürzlich hat CEO Jochen Zeitz die Gründung einer komplett eigenständigen Elektro-Abteilung innerhalb der Company angekündigt und dafür schon einen Macher engagiert.

Harley-Davidson LiveWire Serienbike
Harley-Davidson
Im Juli sind wir die Serienversion der Harley-Davidson LiveWire gefahren und müssen zugeben: Diese Elektro-Harley aus Milwaukee knallt so dermaßen, wie man es in der Welt der drehfaulen Schütteleisen noch nicht kannte!

KTM

Aus Mattighofen rollte bisher nur die Freeride E-XC elektrisch. Für 2021 wurde das Portfolie stark erweitert. Aber nur mit Kleinstmotorrädern für Kinder. Statement oder Strategie von KTM? Gerne zweiteres, würde das nämlich bedeuten die 24,5 Kw starke und 10.945 Euro teure E-Crosserin auf Dauer nicht alleine bleibt. Eine entsprechende Studie wurde von KTM bereits unterstützt.

Elektromotorräder in Deutschland

Modell Leistung Preis
Energica Eva EsseEsse9 80 kW (109 PS) ab 19.499 Euro
Energica Ego 107 kW (145 PS) ab 23.400 Euro
Energica Eva Ribelle 107 kW (145 PS) ab 27.595 Euro
Harley-Davidson LiveWire 77 kW (105 PS) ab 32.995 Euro
Johammer J1.150/J1.200 16 kW (22 PS) ab 22.900/24.900 Euro
KTM Freeride E-XC 18 kW (24,5 PS) ab 10.945 Euro
Zero DS 44 kW (59 PS) ab 16.290 Euro
Zero DSR 52 kW (69 PS) ab 17.690 Euro
Zero DSR/BF 52 kW (69 PS) ab 20.880 Euro
Zero FX 33 kW (44 PS) ab 13.150 Euro
Zero FXS 33 kW (44 PS) ab 13.150 Euro
Zero S 44 kW (59 PS) ab 16.290 Euro
Zero SR 52 kW (69 PS) ab 17.690 Euro
Zero SR/F 81 kW (110 PS) ab 20.790 Euro
Zero SR/S 81 kW (110 PS) ab 21.540 Euro

Elektrotroller

Neben den in Deutschland erhältlichen Elektromotorrädern haben wir einen Überblick über E-Kleinkrafträder und Elektroroller zusammengestellt, wobei wir bei der Auswahl darauf geachtet haben, dass ein Vertriebspartner vor Ort ist und somit Kundendienst sowie Ersatzteilversorgung und Verfügbarkeit gewährleistet sind.

Elektroroller in Deutschland

Modell Leistung Preis
BMW C-Evolution/Long Range 35 kW (48 PS) ab 14.150/15.645 Euro
Doohan iTank 4,2 kW (5,7 PS) ab 3.999 Euro
Emco Nova R2000 2 kW (2,7 PS) ab 3.799 Euro
etropolis escooter E1S/E1R/E2 3/4,2 kW (4,1/5,7 PS) ab 2.649/3.699/4.200 Euro
Govecs E-Schwalbe 45/90 4/8 kW (5,4/10,8 PS) ab 5.390/6.990 Euro
KSR Moto TTX Elektro 2,2 kW (3 PS) ab 1.699 Euro
KSR Moto Vionis 2 kW (2,7 PS) ab 1.999 Euro
Kumpan 1954 Ri/Ri-S 4/7 kW (5,4/9,5 PS) ab 4.999/6.999 Euro
Niu Upro 1,2 kW (1,6 PS) ab 1.799 Euro
Niu N1Sport/Npro 1,5/3 kW (2/4,1 PS) ab 2.899/4.499 Euro
Niu Mpro/M+ 1,2 kW (1,6 PS) ab 2.299/2.599 Euro
Niu N-GT 3 kW (4,1 PS) ab 4.499 Euro
Rieju Nuuk Electric Scooter 4/8,5 kW (5,4/11,6 PS) ab 7.999/8.999 Euro
Tauris E3 1,5 kW (2 PS) ab 2.199 Euro
Torrot Muvi City/Executive 2,7/3 kW (3,6/4,1 PS) ab 4.499/5.599 Euro
Unu Basic/Standard/Premium 1/2/3 kW (1,4/2,7/4,4 PS) ab 1.799/2.299/2.799 Euro
Vespa Elettrica/Elettrica X 4 kW (5,4 PS) ab 6.390 Euro

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Fazit

Elektroroller beweisen es: Je mehr Angebot, desto mehr wird auch verkauft. Beim Motorrad hindert fehlendes Angebot vielleicht die vermehrte Nachfrage. Auf der anderen Seite ist gerade in Deutschland das Motorrad mehr Hobby als Pflicht und dafür sind Elektromotorräder noch nicht das passende Produkt. Vor allem das Thema Ladeinfrastruktur, Ladezeit und Reichweite haben für Touren einfach Priorität.

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