Fahrbericht Buell Ulysses, Modell 2008

Magerstufe

Gesichter in der Menge, das sollen die Buell-Modelle laut Firmenchef Erik Buell sein. Und das sind sie auch. So charakterisieren der extrem kurze Radstand, die innenumfassende vordere Scheibenbremse, der Zahnriemenantrieb, der als Benzintank dienende Rahmen und der in der Schwinge deponierte Ölvorrat seine Werke genauso wie der von Harley entlehnte 1200er-Motor. Diese Grundsätze gelten ebenso für die Ulysses, die im Jahr 2006 auf den Markt gebrachte Mixtur aus Enduro und Funbike. Doch für die 2008er-Ausgabe werkelten die Amerikaner intensiv an ihrem zu­verlässigen Zwitter (siehe Liste). Um die Euro-3-Hürde zu überspringen, musste der V2 allerdings Federn lassen. Von den von MOTORRAD (Heft 1/2007) gemessenen 102 PS der Vorgängerin bleiben nach der Säuberungsaktion noch 96 übrig. Wobei sich der Ami-Antrieb mit der Gemischbildung schwertut.

Generell im Kaltlauf und vereinzelt auch im warmen Zustand verschluckt sich der Zweizylinder unter 2000/min beim Gasaufreißen. Danach tritt der Langhuber kräftig an, verliert im Vergleich zum Vorgängermodell jedoch ab 4500/min an Elan. Dafür leistet die verstärkte Gabel ganze Arbeit, verbannt das oft kritisierte Ver­ziehen der Gabelholme beim heftigen Bremsen ins Reich des Vergessenen. Ebenfalls erfreulich: Mit dem deutlich vergrößerten Lenkeinschlag lässt es sich jetzt selbst auf schmalen Landstraßen ohne zu rangieren wenden. Übereifrig agieren die nun serienmäßigen Heizgriffe. Sogar bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bringt bereits die erste der beiden Stufen die Handinnenflächen zum Glühen. Davon abgesehen: Auch wenn Euro 3 von der Ulysses Opfer fordert, macht die Amerikanerin Spaß. Sie begeistert durch quirliges Handling, guten Geradeauslauf, kommode Sitzposition sowie mit ihrem charakterstarken und doch kultivierten Harley-V2. Und technisch bleibt sie weiterhin das Gesicht in der Menge.

Die wichtigsten Änderungen

Motor:
Euro-3-Homologation durch Katalysator und überarbeitetes Motormanagement, vergrößerte Pleuellager (32 auf 38 Millimeter Durchmesser) und neue Pleuel; Schmierung der Nockenwellenlagerung über hohlgebohrte Achsen; Lagerung direkt im Gehäuse (bisher: Bronzebuchsen); Neue Zylinderkopfdichtung ohne O-Ring (bisher: mit O-Ring); Drehzahlbegrenzer setzt erst bei 7100/min ein (bisher: 6800/min); Größerer Ölkühler; Ölpumpe mit mehr Förderleistung

Fahrwerk:
Gabeltauchrohr-Durchmesser 47 Millimeter (bisher: 43 Millimeter);
Neue Gabelbrücken mit mehr Versatz ermöglicht 74 Grad Lenkeinschlag (bisher: 54 Grad); Nach hinten versetzte Achsaufnahme der Gabel

Sonstiges:
Heizgriffe serienmäßig
Sturzpads am Rahmen serienmäßig
Abluftleitelemente unterhalb der Sitzbankflanken
Preis: 11700 Euro (unverändert)

Zur Startseite
Motorräder Enduro Triumph Tiger 800 Erlkönig Triumph Tiger Erlkönig Neuer Rahmen, neuer Motor

Der britische Motorradhersteller Triumph arbeitet an einer Neuauflage der...

Buell XB12X Ulysses
Artikel 0
Tests 0
Modelljahre 0
Marktangebote 0
Alles über Buell XB12X Ulysses
Mehr zum Thema Enduro
BMW R 1250 GS Dauertest
Enduro
Honda Africa Twin Teaser True Adventure's calling Video
Enduro
Beta Sportenduro 2020 4T
Enduro
KTM 790 ADVENTURE R RALLY
Enduro