Fahrbericht Honda-Crosser 2007

Konter-Evolution

Honda reagiert auf die Konkurrenz wie üblich: Mit Evolution statt Revolution. Auf den ersten Blick erkennt man bei den 2007er-Crossern kaum Unterschiede zu den diesjährigen Maschinen. Bei den Zweitaktern trifft das auch aus technischer Sicht zu, denn die sind praktisch unverändert. Bei den Viertaktern tat Honda jedoch einiges im Verborgenen, um den beiden Unicam-Triebwerken etwas mehr Power einzuhauchen.
Im Fall der CRF 250 R änderten die Techniker die Nockenprofile, formten die Einlasskanäle neu, überarbeiteten die Auspuffkrümmer und programmierten die Zündung um. Der Motor dreht nun 170 Umdrehungen höher. Das klingt nicht nach besonders viel, macht sich in der Praxis jedoch deutlich bemerkbar, wie MOTORRAD-Tester Didi Lacher bei der Präsentation der neuen Maschinen auf der Piste des MSC Berkheim im Allgäu erfahren konnte. Das nutzbare Drehzahlband ist breiter, man kann den Gang vor einer Kurve auch mal stehen lassen und den Motor ohne Schubverlust bis an den Begrenzer drehen.
Beide Viertakter bekamen außerdem die übliche Fahrwerksmodifikation in Form einer geänderten Feinabstimmung der Federelemente. Dabei ist der kleine Viertakter eher weich ausgelegt. Vorn und hinten spricht die Federung feinfühlig an, bietet aber genügend Progression, um trotzdem bei derben Wellen oder unsanften Landungen nicht durchzuschlagen. Die vordere Bremse arbeitet dank geänderter Hebelkinematik in der Pumpe etwas effizienter, auch wenn sie noch nicht an den KTM-Stopper heranreicht.
Bei der ohnehin schon sehr kräftigen CRF 450 R beschäftigten sich die Techniker ebenfalls ausgiebig mit der Leistungsentfaltung. Kleinere Auslassventile, ein größerer Vergaser und eine anders programmierte Zündung sollen das Ansprechverhalten und den Drehmomentverlauf optimieren. Die Testmaschine lief mit der Serienbedüsung zunächst etwas fett und dementsprechend zäh. Kleinere Düsen machten die Charakteristik aggressiver, die Gasannahme direkter. Druck ist in jeder Situation im Überfluss vorhanden, doch die Kraft ist noch einigermaßen zu beherrschen, weil der Motor sehr schön weich am Gas hängt und kaum vibriert.
Das Fahrwerk der 450er ist vor allem in der Dämpfung deutlich straffer abgestimmt. Maßgeblich für den immer wieder hervorragenden Eindruck des bisherigen Klassenprimus ist die ausgewogene Balance und das agile Handling. gt/dl

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