KTM 690 SMC/SMC R gebraucht kaufen

Tipps für den Gebrauchtkauf

Leicht, stark, alltagstauglich – und selbstverständlich ready to race.
Leicht, stark, alltagstauglich – und selbstverständlich ready to race.Die gefräste Gabelbrücke bleibt der SMC R vorenthalten. Das Display ist einer der technischen Schwachpunkte.Ab Modelljahr 2010 steht die Supermoto Competition trotz Speichenfelgen dank Dichtring auf schlauchlosen Reifen.Styling und wertige Details charakterisieren die SMC R, hier die Kettenradkombi aus Aluring und Stahl-Zahnkranz.
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Leicht, stark, alltagstauglich – und selbstverständlich ready to race. Natürlich bringt ein solches Motorrad Spaß! Doch machen Material und Technik diesen auch klaglos mit? Wir erklären, worauf bei der Besichtigung der KTM 690 SMC und KTM 690 SMC R geachtet werden muss.

Ready to race gilt bekanntlich für alle Bikes aus Mattighofen. Von der 50 SX bis zur 1290 Super Adventure, von der 125er-Duke bis zur 1190 RC 8. Doch es geht mehr: So manche zweirädrige Österreicherin bekommt im Laufe der Jahre eine veredelte R-Version zur Seite gestellt: besseres Fahrwerk, hochwertigere Komponenten, schickere Optik. Auch die KTM 690 SMC bekam 2012 mit der SMC R ein Schwestermodell, das eigentlich alles besser macht: mehr Hubraum, mehr Leistung, verlängerte Serviceintervalle. Doch ist die R nicht nur eine Edel-SMC, sondern eigentlich auch die Nachfolgerin. Man darf wohl streiten, ob es sich lediglich um eine Ausstattungsvariante oder um ein neues, eigenständiges Modell handelt.

Sinken die Gebrauchtpreise?

Letztlich ist es völlig egal, denn von den Anlagen sind sich beide sehr ähnlich: Sie bringen Wettbewerbsfeeling auf die Straße – nicht umsonst steht SMC für Supermoto Competition! Sie sind ein Spaßfaktor auf Deutschlands Straßen, können wild, steil und schräg. Dass sie im Laufe ihrer Karriere sogar die Top Ten der Zulassungszahlen stürmten, haben sie wohl außerdem ihrer hübschen Optik zu verdanken. Besonders natürlich die edlere KTM 690 SMC R, unter anderem mit gefrästen und eloxierten Aluteilen. Doch auch charakterlich begeistern sie, taugen sogar mal für die Tour und überstehen selbst die für wettbewerbstaugliche Fahrzeuge beinahe undenkbaren Alltagsfahrten relativ klaglos.

Foto: jkuenstle.de
Das Display der KTM 690 SMC.
Das Display der KTM 690 SMC.

Relativ? Ja, denn eigentlich gilt die KTM 690 SMC als robust. Sorgfältiges Warmfahren und Warten vorausgesetzt, können Material und Technik vieles ab – und doch hat auch ein dermaßen auf Fitness getrimmtes Gerät die eine oder andere Problemzone: So zeigen sich vor allem die Kipphebel anfällig, bei Stürzen gehen mitunter die Lenkanschläge kaputt, beim Display fallen gerne einzelne Segmente der Flüssigkristalle aus. Größter Schwachpunkt aber: der Preis. Unter 5.500 Euro geht nichts, Offerten über dem Neupreis sind keine Seltenheit. Letztlich ist es natürlich ein Fall von Angebot und Nachfrage. Es gibt zahlreiche Angebote, aber es gibt auch sehr viele Interessenten. Doch wer weiß: wenn 2019 die Euro 4-SMC R kommt, könnten die Gebrauchtpreise bald fallen.

Modellpflege - 2008 bis 2016

2008: Erstes Modelljahr der KTM 690 Supermoto Competition (SMC). Sie basiert nicht auf der 2006 präsentierten 690 Supermoto, sondern auf der ebenfalls neuen 690 Enduro. Beiden gemeinsam: 654 cm³ großer LC4-Motor, Gitterrohrrahmen mit integriertem Luftfilter, selbsttragendes Tank-Sitzbank-Heck. Unterschiede: KTM 690 SMC mit 17-Zoll-Rädern, längerer Sekundärübersetzung, größeren Bremsscheiben, längeren Federwegen, ein Kilo mehr Gewicht und ein Zentimeter niedrigerer Sitzhöhe. Farbe: Orange/Schwarz; Preis: 8.795 Euro.

2012: Die KTM 690 SMC R löst die SMC ab. Unterschiede: 690 cm³, 66 PS statt bisher 63, Federwege reduziert auf 250 Millimeter vorn und hinten (zuvor 275/265 mm), Gabelbrücke gefräst statt gegossen, Kunststoffteile neu gestaltet, Sitzbank komfortabler. Preis: 8.495 Euro.

2014:  Die KTM 690 SMC R erhält den Duke-Motor mit Doppelzündung und Ride-by-Wire. Neu ist das abschaltbare ABS. Preis: 8.695 Euro.

2016 : Vorerst letztes Modelljahr der KTM 690 SMC R. Preis: 8.995 Euro; 2017 im Abverkauf für 9.395 Euro.

Marktsituation

Der Bestand ist groß, das Gebrauchtangebot ebenfalls. Doch die hauptsächlich von privat angebotenen KTM 690 SMCs und SMC Rs werden momentan sehr teuer gehandelt.

Niedriges Preisniveau ab 5.500 Euro:

Beispielanzeige: KTM 690 SMC, 30.450 km, EZ 07/2008, HU 06/2020, 2. Hand, 63 PS, Sportauspuff verbaut, Original wird mitgegeben, Öl- und Ölfilterwechsel vor 500 Kilometern, 5.500 Euro (Privatangebot aus Baden-Württemberg).

Die günstigsten Angebote setzen sich ausschließlich aus SMCs der ersten Jahrgänge zusammen. Diese sind bereits bis zu zehn Jahre im Dienst und nicht selten verbastelt. Besser als ein billiger Sportauspuff ist in diesem Fall aber der Originalschalldämpfer.

Foto: Bike Sektor Brüggemann
Dieses Exemplar ist für 8.998 Euro zu haben.
Dieses Exemplar ist für 8.998 Euro zu haben.

Mittleres Preisniveau ab 6.500 Euro:

Beispielanzeige: KTM 690 SMC R, 29.000 km, EZ 03/2013, HU 09/2019, 2. Hand, gedrosselt auf 41 PS, scheckheftgepflegtes Motorrad in gepflegtem Zustand, kurzer Nummernschildhalter, Sport-ESD, Sturzpads, Unterbodenschutz. 7.000 Euro VHB (Privatangebot aus Bayern)

Im mittleren Preissegment nehmen die sinnvollen Ausstattungsextras wie Sturzpads, Ölthermometer, Unterbodenschutz und Handguards zu. Außerdem finden sich die ersten SMC R-Modelle der früheren Serie.

Hohes Preisniveau ab 8.500 Euro:

Beispielanzeige: KTM 690 SMC R, 4.398 km, EZ 06/2014, HU 07/2018, 3. Hand, 67 PS, scheckheftgepflegtes Motorrad mit nachweisbarem Kilometerstand und Händlergarantie, zahlreiche Extras, 8.888 Euro (Privatangebot aus Niedersachsen)

Für eine SMC R scheinen 8.500 Euro derzeit beinahe günstig zu sein, die Hälfte der Gebrauchtangebote liegt darüber. Im Vergleich zum einstigen Neupreis liegen die Preise aber genau genommen zu hoch. Selbst Verhandlungsgeschick hilft da nur bedingt weiter.

Händler-Interview mit Robbie Bauer (KTM Stuttgart)

Robbie Bauer (33), Zweiradmechaniker-Meister bei KTM Stuttgart, über den Sumo-Hype und unnötige bis schädliche Umbauten an der KTM 690 SMC.

MOTORRAD: Mit bis zu 690 cm³ war der LC4 der KTM 690 SMC zwar nicht der größte, aber zumindest zeitweise der stärkste Einzylinder. Nagt das an seiner Haltbarkeit?

Robbie Bauer: Nein. Wir haben hier im Service immer mal wieder Fahrzeuge mit 50.000 Kilometern und mehr auf der Uhr. Mangelnde Haltbarkeit ist für den großen Einzylinder bei guter Pflege also kein wirkliches Thema.

Foto: Robert Bauer
Robert Bauer von KTM Stuttgart.
Robert Bauer von KTM Stuttgart.


MOTORRAD: Ganz ohne technische Schwächen sind KTM 690 SMC und SMC R aber dennoch nicht. Wo könnte es Probleme geben?

Robbie Bauer: Die Kipphebelrollen machen manchmal Probleme. Das ist ein bisschen wie gewürfelt: Bei der einen gehen sie gleich mehrmals kaputt, bei der anderen gibt’s hingegen nie ein Problem damit.

MOTORRAD: Was heißt das also für mich, wenn ich mir eine Gebrauchte anschaue?

Robbie Bauer: Es ist nicht zwingend nötig, dass die Kipphebel getauscht wurden. Bei der 10.000er-Inspektion werden die Teile ja auch begutachtet. Sind sie mal getauscht worden, ist das natürlich ein großes Plus. Bei der Besichtigung verrät dir ein Blick auf den Pflegezustand oftmals auch so manches über den technischen Zustand: Wer sein Motorrad hin und wieder putzt, achtet meist auch eher auf ausreichend Öl und das Warmfahren.
 
MOTORRAD: Die erste Hürde ist ja, überhaupt eine KTM 690 SMC zu finden. Was denkst du über das Gebrauchtangebot und die aufgerufenen Preise?

Robbie Bauer: Hätten wir eine, könnten wir sie auch für wirklich gutes Geld verkaufen. Tatsächlich gibt es aber kaum Händlerangebote, die meisten werden privat direkt übers Netz verkauft. Und selbst dann werden die Dinger teils teurer gehandelt, als sie einst neu gekostet haben. Dennoch ist der Run auf das Motorrad unglaublich.

MOTORRAD: Wie stehst du zu Anbauteilen wie dem auffallend häufig verbauten Sportauspuff?

Robbie Bauer: In den „Power Parts“ gab’s einen alternativen Auspuff für die SMC, auch Remus und Co. sieht man häufiger. Warum nicht? Auch Sturzpads halte ich für eine sinnvolle Ausrüstung. Es gibt aber eben auch sehr viel Kruscht: Irgendwelche billigen Endschalldämpfer, bei dem dir das Motorrad an der Ampel ausgeht, zum Beispiel. Das Hauptproblem der SMC ist wirklich: Es wird zu viel und oftmals unfachmännisch gebastelt.

MOTORRAD: Wäre denn die Husqvarna 701 Supermoto eine Alternative?

Robbie Bauer: Die Husky hat eben eine andere Optik. Aber rein technisch schon.

Technische Daten KTM 690 SMC R

KTM 690 SMC R, Modelljahr 2012

Motor

Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, mit Ausgleichswelle und obenliegender, kettengetriebener Nockenwelle, vier Ventile, Rollenkipphebel, Trockensumpfschmierung, Einspritzung, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, X-Ring-Kette.
Bohrung x Hub: 102,0 x 84,5 mm
Hubraum: 690 cm³
Nennleistung: 48,6 kW (66 PS) bei 7.000/min
Max. Drehmoment: 68 Nm bei 5.500/min

Fahrwerk

Giterrohrrahmen aus Stahl, Motor mittragend, Upside-Down-Gabel, verstellbare Zug- und Druckstufe, Zweiarmschwinge aus Aluminium, voll einstellbares Zentralfederbein mit Hebelsystem, Scheibenbremse vorn (320 mm), Scheibenbremse hinten (240 mm).
Alu-Gussräder: 3.50 x 17; 5.00 x 17
Reifen: 120/70 ZR 17; 160/60 ZR 17

Maße + Gewichte

Radstand 1.480 mm, Lenkkopfwinkel 63,0 Grad, Nachlauf 112 mm, Federweg vorn/hinten 250/250 mm, Sitzhöhe 930 mm, Gewicht vollgetankt 154 kg, Tankinhalt 16 Liter.

Messungen (MOTORRAD 22/2013)

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung: 0–100 km/h*: 4,3 sek
Durchzug: 60–100 km/h*: 5,1 sek
Verbrauch*: 4,2 l/100 km (Landstraße)

Alternative Supermotos von Ducati, Yamaha & Co.

Ducati Hypermotard 821 SP

40 Kilo mehr, aber dank Zweizylindermotor auch eine ganz andere Macht. Die Ducati Hypermotard 821 SP ist schneller, stärker und kultivierter. Zweizylinder-V-Motor, 110 PS, Gewicht 195 kg, 0–100 km/h 3,3 sek, Vmax 220 km/h, Verbrauch 5,4 Liter, ABS, ab 6.700 Euro*

Foto: jkuenstle.de
Die SM 650 R von SWM ist eine der Alternativen für die KTM 690 SMC.
Die SM 650 R von SWM ist eine der Alternativen für die KTM 690 SMC.

Husqvarna SM 630

Die Husqvarna SM 630 steht in Konkurrenz zur frühen SMC. Mit der edleren SMC R beinahe identisch ist die Husqvarna 701 Supermoto. Einzylinder-Motor, 57 PS, Gewicht 159 kg, 0–100 km/h 4,6 sek, Vmax 170 km/h, Verbrauch 4,3 Liter, ab 4.200 Euro*

SWM SM 650 R

Die SWM SM 650 R ist zwar erst seit 2015 auf dem Markt, aber eigentlich eine alte Bekannte: In ihr schlägt der Single der Husqvarna SMS 630. Einzylinder-Motor, 54 PS, Gewicht 161 kg, 0–100 km/h 4,7 sek, Vmax 170 km/h, Verbrauch 4,3 Liter, ab 4.800 Euro*

Yamaha XT 660 X

Die Yamaha XT 660 X ist auf der komfortablen Seite angesiedelt: weiche Federung, zahmer Motor. Im Alltag macht sie dennoch Spaß. Einzylinder-Motor, 48 PS, Gewicht 181 kg, 0–100 km/h 4,9 sek, Vmax 160 km/h, Verbrauch 4,5 Liter, ab 2.600 Euro*

Foto: 1000PS Marktplatz-App
Gebrauchte KTM 690 SMC R gelten als wertstabil.
Gebrauchte KTM 690 SMC R gelten als wertstabil.

Gebrauchte KTM 690 SMC R in Deutschland kaufen

Die 690 SMC R von KTM ist das vielleicht meistgefragte Motorrad in der Supermoto Szene. Ihr guter Ruf wird aber leider am Motorradmarkt spürbar, denn gebrauchte KTM 690 SMC R gelten als sehr wertstabil. Wer sich ein Exemplar vom Gebrauchtmarkt aussucht, kann jedoch sicher gehen, dass ein umfangreiches Set an KTM PowerParts verbaut wurde. Hier alle Gebrauchten: gebrauchte KTM 690 SMC R in Deutschland.

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