Suzuki Bandit 1250/S Gebrauchtberatung

Tipps und Infos zum Gebrauchtkauf

Tipps zum Kauf einer gebrauchten Suzuki Bandit 1250/S.
Honda CB 1300 S: 114 PS, Gewicht 266 kg, 0–100 km/h 3,3 sek, Vmax 230 km/h, Verbrauch 5,0 Liter, ABS, ab 3.500 Euro (von der Redaktion ermittelter Gebrauchtpreis).Tipps zum Kauf einer gebrauchten Suzuki Bandit 1250/S.Hauptsache ABS – so sehen’s Bandit- Interessenten. Druckpunkt schwammig, Dosierbarkeit mäßig – so die Tester.Bei der S-Variante der Suzuki Bandit 1250 hat sich das schlichte Cockpit seit über zehn Jahren nicht verändert. Erfüllt seinen Zweck ja auch gut11 Bilder

2017 trägt die Euro 4-Norm die Suzuki Bandit 1250 zu Grabe. Auf was Sie beim Kauf einer gebrauchten Suzuki Bandit 1250/S achten sollten, erfahren Sie hier.

"Da kannste nix falsch machen!" – schlagendes Argument von Bandit-Verkäufern. Stimmt zumindest, wenn einem Fahrdynamik und Aussehen weitgehend egal sind, man aber ein zuverlässiges, nicht stressendes, aber dennoch potentes und langstreckentaugliches Motorrad sucht. Zum fairen Kurs. Mit überschaubaren Unterhaltskosten. Vernunft in Reinkultur, und das soll gar nicht despektierlich klingen, denn so ein Nimbus will hart erarbeitet werden. Hat die große Bandit. Wobei in erster Linie ihre Vorgängerin, die von 1996 bis 2006 gebaute 1200er, den guten Ruf als Top-Gegenwert-Motorrad aufgebaut hat. Dann kam die Euro 3-Norm und infolgedessen die 1250er auf den Markt. Mit neuem Motor führte sie seit 2007 unauffällig, dezent, aber pflichtbewusst die Amtsgeschäfte als Big Bike-Bestseller fort. Ohne die bei Bandit-Fans so beliebten feinen Kühlrippen, weil wassergekühlt, aber dafür mit spürbar mehr Drehmoment. Über 100 Newtonmeter bei gerade mal 3.500/min – bäm! Motorseitig also souveräner als die 1200er, fahrwerksseitig auch, da straffer, steifer und direkter.

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Halbverschalte Suzuki Bandit 1250 S

Voll reisetaugliche Sitzposition und guter Windschutz bei der halb verschalten Suzuki Bandit 1250 S, allerdings auch das etwas hüftsteife Fahrverhalten des fünf Zentner schweren Brockens in engem Geläuf. Das kannte man aber schon von der erfolgreichen Vorgängerin. Nun schaltete man sich zudem durch ein Sechsganggetriebe und bremste endlich mit ABS. Das sind auf jeden Fall wichtige Kaufargumente für Tourenfahrer.

Also: Alles besser bei der Suzuki Bandit 1250 – kannste nix falsch machen? Nun ja, sie hätte unverändert so weiterlaufen können, denn Bandit-Fans mögen das Konventionelle und finden auch ohne Vielfalt an elektronischen Assistenzsystemen Spaß. Am Motorradfahren. Fast 15.000 Bandit 1250/S wurden bisher insgesamt in Deutschland zugelassen, wobei weniger als 2.000 Stück der nackten Version ursprünglich an den Mann (und eher selten an die Frau) gingen. Dann kam Euro 4. Und somit Baustopp für die Bandit im Jahr 2016, danach nur noch Abverkauf. Vorerst nun das Ende einer Ära.

Marktsituation

ab 3.000 Euro

Niedriges Preisniveau: Rund die Hälfte aller Angebote sind privater Natur. Diese Gebrauchten haben in der Regel mehr als 30.000 Kilometer auf dem Buckel und weisen sichtbare Gebrauchsspuren auf. Nur wenige Maschinen sind jünger als Baujahr 2010, die nackte Version ist selten.

Beispielanzeige: 40.000 km, EZ 11/2006, 3 Fahrzeughalter vorher, Bremsen vorne komplett mit Scheiben neu, Reifen v/h neu, Superbikelenker, Batterie neu, Leovince-Auspuffanlage 4-1, VHB 3.500 Euro (Privatangebot aus dem Saarland).

ab 4.500 Euro

Mittleres Preisniveau: Um 5.000 Euro fin- den sich problemlos gut gepflegte S-Varianten, die mit ordentlichem Zubehör bereits zu reinen Tourenmaschinen aufgemotzt wurden. Die ab Baujahr 2010 optisch aufgefrischte Nackte ist auf diesem Preisniveau vereinzelt auszumachen.

Beispielanzeige: 29.374 km, EZ 04/2007, zwei Koffer und ein Topcase von Givi, hohe Tourenscheibe, abgesteppte Sitzbank, Kühlerblende aus Edelstahl, LSL-Tourenlenker, LED-Blinker, Sturzbügel, 4.950 Euro (Händler aus Thüringen).
 
ab 6000 Euro

Hohes Preisniveau: Spannender Preisbereich für Interessenten an einer Neuwert-Maschine. Nicht mehr als drei Jahre alte Suzuki Bandit 1250/S, auch topgepflegte Nakeds, mit weniger als 10.000 Kilometern auf der Uhr gibt es ab 6.500 Euro. Zumeist stehen solche Exemplare bei Händlern.

Beispielanzeige: 7.050 km, EZ 03/2014, Fahrzeug ist aus zweiter Hand, um- und unfallfrei, Hurric-Slip-On-Endschalldämpfer mit Zulassung, Reifen vorne und hinten neu, Service ebenfalls neu, 6.648 Euro (Händler aus Niedersachsen)
Hohes Preisniveau.

Video zum Testbericht von 2008

Interview mit Suzuki Händler

Andreas Lippmann (38), Verkaufsleiter von Motorrad Lippmann in Erlangen, Suzuki-Vertretung seit 40 Jahren.

Man hat das Gefühl – einige Händler bestätigen dies – der ehemalige Bestseller Suzuki Bandit 1250/S ist zum Ladenhüter mutiert. Stimmt das?

Das Konzept ist in die Jahre gekommen, da ist es nachvollziehbar, dass niemand mehr mit großem Staunen vor dem Motorrad steht. Andererseits hat sich bei Tourern und Sporttourern auch ansonsten nicht viel getan, gerade bei Suzuki war die letzten Jahre mehr oder weniger Stillstand. Unsere Tourenfahrer wollen aber versorgt werden, und da für sie kaum interessantes Neues im Angebot ist, greifen sie auf Bewährtes zurück und schauen sich bei neuwertigen Gebrauchten um. Eine Bandit passt dann für die Ansprüche. Die Nachfrage ist also vorhanden. Gut gepflegte Suzuki Bandit 1250/S mit Tachostand unter 5.000 Kilometer kann ich knapp unterhalb eines rabattierten Neupreises loswerden. Die Gebrauchtpreise für solche Maschinen sind stabil.

Das überrascht. Wer sind denn die Käufer?

Der Kundenkreis liegt altersmäßig bei 50 plus. Tourenfahrer. Eigentlich wollen sie elektronische Helfer, Top-Ausstattung und viel Schnickschnack, schrecken aber vor hohen Investitionen zurück. Die Bandit bezeichne ich dann gerne mal als „Schnuppertourer“. Für ein paar Tausender gibt’s ein Motorrad, das auch mit Sozia und Gepäck ausreichende Leistung und viel Komfort auf der Langstrecke bietet. Ich habe auch Umsteiger von BMW K 1200 S und anderen luxuriöseren Tourenmaschinen, die auf Dauer bei Wartungs- und Reparaturkosten sparen möchten – die Bandit ist da halt sehr günstig. Und dann sind da noch treue Suzuki-Fahrer. Von denen hatte ich allein fünf Kunden, die von der Bandit auf den aktuellen Sporttourer GSX-S 1000 umgestiegen waren, aber das tolle Drehmoment vermisst haben und daher wieder zurückgesattelt sind. Das waren Fahrer, die einfach gerne voll relaxt im fünften Gang durch die Tempo-30-Zone zuckeln möchten. Die Suzuki Bandit 1250/S mit extrem elastischem Motor kann das eben richtig gut.

Die gute alte Suzuki Bandit 1250/S ist also attraktiver als moderne Neuware?

Nein, so einfach ist es wiederum auch nicht. Am liebsten hätten Bandit-Fahrer wohl auch gerne Traktionskontrolle, Kurven-ABS, integrierte Gepäcksysteme und andere aktuelle Standards. Außerdem Kardan. So aber lebt man mit etwas antiquiert wirkenden Rohrträgern und altbackenen Koffern, verwendet Tourenscheiben und Sitzbänke vom Zubehörmarkt und installiert noch Heizgriffe sowie ein Kettenschmiersystem – fertig ist der selbst gestrickte Komforttourer. Für vergleichsweise kleines Geld.

Modellpflege

2007 Neue Modelle Suzuki Bandit 1250 (Typ: WVCH; Modell: GSF1250A) und halb verschalte Suzuki Bandit 1250 S (Modell: GSF1250SA) lösen GSF 1200/S Bandit ab. Maßgebliche Unterschiede zur Vorgängerin: wassergekühlter Vierzylinder-Motor mit Einspritzung und mehr Drehmoment erfüllt Euro 3-Norm, Hub wächst um fünf Millimeter auf 64 Millimeter, Bohrung bleibt gleich. Doppelte Drosselklappen, Sechs- statt zuvor Fünfganggetriebe, Ausgleichswelle, neuer Auspuff. Verstärkte Rahmen-Unterzüge und im Vergleich straffere Federelemente. ABS serienmäßig. Angegebenes Leergewicht: 251 kg bei Bandit 1250 und 254 kg bei Bandit 1250 S. Preise Suzuki Bandit 1250/S: 8.435/8.735 Euro.

2008 Neue Preise Suzuki Bandit 1250/S: 8.490/8.790 Euro.

2009 ABS-Leuchte gelb statt zuvor rot. Neue Preise Suzuki Bandit 1250/S: 8.890/9.190 Euro.

2010 Modellpflege bei GSF1250A: Motorgehäuse in Schwarz, modifizierte Öl- und Benzinpumpe, Kupplung, Schalthebel, Ritzelabdeckung; Kühlerabdeckung Kunststoff statt Aluminium; Auspuffblende oval statt rund; Position Soziusfußrasten (10 mm weiter vorn und 4 mm höher), Scheinwerfer und Instrumente neu; Heckverkleidung schlanker; Rücklicht schmaler; neue Blinker. Bei Typ GSF1250SA außer schwarz lackiertem Motorgehäuse keine technischen Änderungen. Preise Suzuki Bandit 1250/S: 9.190/9.390 Euro.

2011 Leichte Modifikationen: Regler, Nockenwellenzahnräder, Zündspulen, Befestigung, ABS-Sensor am Vorderrad, Federbein, Zündschloss, Kühlerblenden. Preise Suzuki Bandit 1250/S: 9.190/9.590 Euro.

2013 Nur noch S-Variante. Preis: 9.740 Euro.

2015 Änderungen an der Verkleidung. Preis unverändert.

2016 Letztes Baujahr, Abverkauf noch bis Ende 2018. Preis: 8.990 Euro.

Technische Daten Suzuki Bandit 1250

Technische Daten Suzuki Bandit 1250 (WVCH)
Modelljahr 2010
Motor
Zylinderzahl, Bauart 4 , Reihenmotor
Bohrung/Hub 79,0 / 64,0 mm
Hubraum 1255 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 10,5
Leistung 72,0 kW ( 97,9 PS ) bei 7500 /min
Max. Drehmoment 108 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Doppelschleifenrahmen
Federweg vorn/hinten 130 mm / 136 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 180/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 310 mm Vierkolben-Festsättel / 240 mm Einkolben-Schwimmsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1485 mm
Lenkkopfwinkel 64,7 °
Nachlauf 104 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe k.A.
Zulässiges Gesamtgewicht 475 kg
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Preis
Neupreis 9190 Euro

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