10 Magnet-Tankrucksäcke im Test

Gepäcklösungen ohne Ring und Verzurren

Zehn Magnet-Tankrucksäcke im Vergleichstest.Vanucci VS03 Sportivo.Die Fächer an der Oberseite schlucken problemlos Handy oder Navi, sind aber recht schwer zugänglich.Wunschzettel: Ein Kartenfach würde die abtrennbare Halteplatte nochmals aufwerten.
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Ob Tagestour oder verlängertes Wochenende: Ein Magnet-Tankrucksack schluckt deutlich mehr als die Unterhose und die Zahnbürste. Mittlerweile gibt es viele innovative Lösungen – aber nicht jede ist gut.

Wer keine Lust auf einen dauerhaft verbauten Tankring hat oder lästiges Verzurren von Gurtsystemen satthat, fährt mit Magnet-Tankrucksäcken am allerbesten. Sie lassen sich ruck, zuck auf den Tank klicken, haben zur Sicherung lediglich einen Gurt beiliegen, den man flott um den Lenkkopf führt. Doch wer sich für die Haftung mittels Magnet entscheidet, sollte prüfen, ob der Tank seines Motorrads tatsächlich aus Stahlblech besteht. Denn viele Hersteller verbauen mittlerweile leichte und günstiger zu produzierende Kunststoff-Tanks, für die die hier getesteten Exemplare keine Option darstellen – sofern nicht alternativ Riemen zur Befestigung beiliegen.

Nur auf den ersten Blick ist die Entscheidung lapidar, zu welchem Modell man greift. In Abhängigkeit von der Tankform sitzen die verschiedenen Taschen mal gut, mal weniger gut auf dem Bike. Insofern sollte man durchaus den Aufwand betreiben und die Probe aufs Exempel machen.

Platz 1: Vanucci VS03 Sportivo

Anbieter: Detlev Louis, www.louis.de
Preis: 149,99 Euro (UVP)
Volumen: bis 22 Liter
Gewicht: 2,1 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Vanucci VS03 Sportivo.
Vanucci VS03 Sportivo.

Ausstattung: wasserdichte Reißverschlüsse, Smartphone-, Navifach und Kartentasche, drei Außenfächer, entnehmbares Regencape, Volumenerweiterung, Magnet- und Gurtbefestigung an Grundplatte, Umhängegurt

Positiv: hervorragende Verarbeitung aus sehr, stabilem und rutschfestem Material, per Reißverschluss abtrennbare Grundplatte; abgedichtete Reißverschlüsse, Gepäckvolumen reicht für größere Touren

Negativ: sehr hoher Aufbau, je nach Tankform ist die Stabilität ggf. eingeschränkt; recht schwer Tasche für integriertes Regencape ist unglücklich platziert, nimmt viel Stauraum ein

Fazit: Der Vanucci VS03 Sportivo ist mit Abstand der teuerste Tankrucksack im Test, doch auch der beste! Er sichert sich trotz minimaler Schwächen den Testsieg. Allerdings wird er dem einen oder anderen schlicht zu groß und zu schwer sein. Trotzdem: astreine Vorstellung, Gratulation!

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Platz 2: Oxford M15R

Anbieter: Oxford, www.oxfordproducts.com
Preis: 119,95 Euro (UVP), 91,61 Euro (aktuell günstigster Preis)
Volumen: 12 bis 15 Liter
Gewicht: 1,33 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Oxford M15R.
Oxford M15R.

Ausstattung: wasserdichte Reißverschlüsse, Navi-/Handyfach, drei Außen­taschen, entnehmbarer Innensack, wassergeschützte Kabelführung, Volumenerweiterung, Umhängegurt

Positiv: entnehmbarer, mit einem Klett gesicherter und wasserdichter Innensack, Sicherungsriemen mit Doppel-D-Verschluss, erleichtert Verzurren um den Lenkkopf, abgedichtete Reißverschlüsse; breite Auflagefläche

Negativ: wenig Gepäckvolumen, gering erweiterbar, Navifach für eine Karte zu klein

Fazit: Der Oxford M15R erringt dank toller Verarbeitung und sinnvoller Features ein „sehr gut“. Und trotzdem scheidet er womöglich für viele aus: Es gibt keinen Platz für eine Landkarte, und insgesamt passt nicht viel in ihn rein.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Platz 3: Büse TRS Sport Touring

Anbieter: Büse, www.buese.biz
Preis: 119,95 Euro (UVP), 79,95 Euro (aktuell günstigster Preis)
Volumen: 15 bis 25 Liter
Gewicht: 1,48 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Büse TRS Sport Touring.
Büse TRS Sport Touring.

Ausstattung: durchgehend wasserdichteReißverschlüsse, Smartphone- und Navi-Fach, Karten­tasche, zwei Außenfächer, integriertes Regencape in Neongelb, Volumenerweiterung, Gurtbefestigung möglich

Positiv: viel Stauvolumen, gute Aufteilung, mehrere separate Taschen im Hauptfach; sehr guter Nässeschutz, gewölbter Boden für manche Tankformen perfekt, für andere ungeeignet

Negativ: Navi-Fach ohne Fixierungen, insgesamt opulente Ausmaße, baut bei erweitertem Volumen sehr hoch

Fazit: Der Büse TRS Sport Touring bietet durchweg eine solide Vorstellung, überzeugt mit regendichten Nähten, einem zusätzlichen Regencape und ordentlich Platz. Allerdings ist er auch vergleichsweise groß. Die Magnete sind ausreichend haftstark.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 3: Givi XS 312

Anbieter: Givi, www.givi.de
Preis: 117,95 Euro (UVP), 85,36 Euro (aktuell günstigster Preis)
Volumen: 15 bis 18 Liter
Gewicht: 1,10 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Givi XS 312.
Givi XS 312.

Ausstattung: Kartenfach, zusätzliches Karten-/Tablet-Fach, zwei Außenfächer, wasserdichter Innensack mit Gummizug, Volumenerweiterung, Umhängegurt

Positiv: modernes, sportliches Design, zusätzliche Karten-/Tablet-Tasche, hochwertige, abschließbare Reißverschlüsse; sehr gute Verarbeitung

Negativ: Volumenerweiterung fällt gering aus, Gummizug am Innensack unsinnig, Regenhaube lag nicht bei (wird aber versprochen)

Fazit: Der Givi XS 312 ist ein sehr wertiger Tankrucksack, der fein verarbeitet ist und ausreichend Stauraum bietet. Lediglich der fragwürdige Verschluss der wasserdichten Innentasche sowie die vergesse­ne Regenhaube trüben den Gesamteindruck.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 3: Held Campo Curved

Anbieter: Held, www.held.de
Preis: 109,95 ­Euro (UVP), 98,90 Euro (aktuell günstigster Preis)
Volumen: 14 bis 20 Liter
Gewicht: 1,64 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Held Campo Curved.
Held Campo Curved.

Ausstattung: wasserdichter Innensack, Smartphone- und Navi-Fach, Kartentasche, Gürtel­tasche, Volumenerweiterung, Umhängegurt, ­geneigtes Sichtfenster

Positiv: gekrümmter, flexibel an die Tankform anpassbarer Boden, zum Fahrer geneigtes Navi-Fach, separate Gürteltasche für Brille und Gedöns

Negativ: beiliegender Schultergurt unbequem, keine weiteren Außenfächer, Kartenfach breit, aber recht kurz

Fazit: Ein äußerlich sehr wuchtiger, mit Reflektoren ausgestatteter Tankrucksack. Haftet durch den elegant designten Boden und die kräftigen Magneten sehr sicher auf dem Tank. Das Außenmaterial des Held Campo Curved ist äußerst strapazierfähig.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 3: Kappa LH 200

Anbieter: Kappa, www.kappamoto.com
Preis: 75,99 Euro (UVP), 49,35 Euro (aktuell günstigster Preis)
Volumen: 14 bis 24 Liter
Gewicht: 1,31 kg

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Kappa LH 200.
Kappa LH 200.

Ausstattung: separate Kartentasche, drei Außenfächer, Regencape, riesige Volumenerweiterung, Magnet- und Gurtbefestigung an Grundplatte, Rucksackgurte

Positiv: kompakte Ausführung, niedriger Aufbau, sehr gut zugängliches Hauptfach, stabile Karkasse, strapazierfähiges Material

Negativ: Regenhülle bei nicht erweitertem Volumen zu groß (Flatterneigung), Hauptfach nicht weiter unterteilbar, Verzurrgurte wirken billig

Fazit: Der preiswerte Kappa LH 200 überrascht im Test mit einer durchweg positiven Vorstellung. Gerade seine enorme Erweiterbarkeit lässt ihn ­flexibel nutzen. Sowohl für die Tagestour als auch für das verlängerte Wochenende.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 3: Richa Space Tankbag

Anbieter: Mototrend, www.mototrend.ch
Preis: 119,90 Euro (UVP)
Volumen: 15 bis 20 Liter
Gewicht: 1,92 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Richa Space Tankbag.
Richa Space Tankbag.

Ausstattung: abnehmbares Kartenfach, aufstellbares Navifach, zwei Außenfächer, Regencape, Halteplatte abtrennbar und dank eigenem Kartenfach auch solo nutzbar, Umhängegurt

Positiv: sehr dickes, stabiles und wasserabweisendes Material, sauber ins Design eingearbeitete Reflektoren; sehr kräftige Magneten, Unterbringung von Karten und Navi-Geräten möglich, sogar separat auf der Halteplatte

Negativ: Hauptfach nicht weiter unterteilt, Reißverschlüsse nur provisorisch verschließbar, Smartphone lässt sich weder zur Aufbewahrung noch zur Navigation sinnvoll unterbringen

Fazit: Der Richa Space Tankbag überzeugt mit einigen durchdachten Features wie dem Kartenfach in der Halteplatte. Er eignet sich insbesondere für diejenigen, die ein üblich dimensioniertes Navi nutzen wollen. Anderen nimmt das aufstellbare Navifach hingegen eher Platz weg.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 8: QBag Tankrucksack 04

Anbieter: Polo, www.polo-motorrad.de
Preis: 79,99 Euro (UVP), 69,99 Euro (aktuell günstigster Preis)
Volumen: 18 Liter
Gewicht: 1,25 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
QBag Tankrucksack 04.
QBag Tankrucksack 04.

Ausstattung: Brillenfach, verstellbare Trennwände, Handytaschen, integriertes Kartenfach, drei Außenfächer, Aufnahme für Navi-Halterung, separate Regenhaube

Positiv: weich ausgekleidete Tasche fürs Smartphone mit eigenem Kabeldurchlass, Fach für die (Sonnen-)Brille, zwei per Klett verstellbare Trennwände im Hauptfach, die zwei Reißverschlüsse des Hauptfachs können per Druckknopf gesichert werden

Negativ: Brillenfach fest, Kartenfach recht klein, bei sportlicher Körperhaltung liegt Oberkörper auf harter Kante der Innentrennwände

Fazit: Insgesamt eine gute Vorstellung des QBag Tankrucksack 04. Dass er mit 82 Punkten zwar nicht schlecht, aber doch schlechter als andere abschneidet, liegt nicht zuletzt am Fehlen einer ­Volumenerweiterung. Für ihn sprechen der güns­tige Kaufpreis und die flexiblen Innenwände.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 9: Bagster Modulo Tank XSR090

Anbieter: Shark Helme, www.shark-helme.info
Preis: 99,99 Euro (UVP)/89,90 Euro (aktuell günstigster Preis) plus 16,90 Euro für Magnetbefestigung
Volumen: 13 bis 17 Liter
Gewicht: 1,14 kg

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Bagster Modulo Tank XSR090.
Bagster Modulo Tank XSR090.

Ausstattung: wasserdichte, herausnehmbare Innentasche, zwei Außenfächer, Volumen­erweiterung, Verzurrmöglichkeit mit anderen Bagster Modulo-Taschen, Rucksackgurte

Positiv: kompakte Ausführung, schnittiges Design, Verbindungsmöglichkeit mit anderen Bagster Modulo-Taschen, wasserdichte, entnehmbare Innentasche

Negativ: konstruktionsseitig eher ein Rucksack mit Magneten als ein Magnet-Tankrucksack, hoher Aufwand bei Erstverwendung: Seitenwände müssen eingeschoben werden

Fazit: Der Bagster Modulo Tank XSR090 ist ein durchdachter, erweiterbarer Tankrucksack. Mit seinem kleinen Volumen eignet er sich nicht als Gepäcktasche für den großen Camping-Ausflug, dafür aber bes­tens für den Strand- oder Stadtbesuch.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 10: Modeka Super Bag

Anbieter: Modeka, www.modeka.de
Preis: 74,90 Euro (UVP), 69,90 Euro (aktuell günstigster Preis)
Volumen: bis 26 Liter
Gewicht: 1,08 kg

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Modeka Super Bag.
Modeka Super Bag.

Ausstattung: Kartentasche, separates Navifach, zwei Außenfächer, Regenhaube, Volumen­erweiterung, Rucksackgurte

Positiv: Rundum-Reißverschluss ermöglicht jederzeit leichten Zugang zum Gepäck, solides Material; als Rucksack nutzbar, ausreichend große Kartenfächer

Negativ: Regenhülle fehlt (wird aber versprochen), schlechter Wetterschutz, der gesamte Verschluss-Mechanismus inklusive des Rundum-Reißverschlusses erschließt sich nicht

Fazit: Der Modeka Super Bag macht als Rucksack eine gute Figur, als Tankrucksack weniger. Das liegt vor allem an der ungewöhnlichen und umständlichen Gestaltung des Verschlusses. Ansonsten: ausreichend Stauvolumen.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

MOTORRAD-Urteil und Endwertung

Das erfreuliche Urteil aus diesem Test: Ob auf dem runden Tank einer älteren Suzuki SV 650 oder auf dem modern-kantigen Design der aktuellen Triumph Street Triple RS – alle  Test­kandidaten folgten dem physikalischen Haftbefehl – selbst auf der Autobahn jenseits der Richtgeschwindigkeit. Überhaupt liefert sich im Testfeld niemand einen großen Fauxpas. Manche innovativen ­Lö­sungen laufen aber dem Grundgedanken eines Tankrucksacks ­entgegen. Neben gut zugänglichen Haupt- und Nebenfächern, strapazierfähigem Material und sinnvollem Regenschutz sollte ausreichend Platz für Smartphone, Portemonnaie, Multi-Tool, Ketten­spray und Zahnbürste vorhanden sein. Im besten Fall lässt sich das Volumen erweitern, ohne dass die Bewegungsfreiheit des Fahrers eingeschränkt wird und die Fahrdynamik darunter leidet. Immer noch sehr wichtig: Sichtfenster für Karte oder Navi.

Foto: MOTORRAD
Den Testsieg schnappt sich am Ende der Magnet-Tankrucksack von Vanucci.
Den Testsieg schnappt sich am Ende der Magnet-Tankrucksack von Vanucci.

Zwei Tankrucksäcke schaffen ein „sehr gut“, dahinter folgen gleich fünf Testteilnehmer punktgleich auf dem dritten Platz. Insgesamt kann man beinahe dem gesamten Teilnehmerfeld Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit attestieren, auch beim Thema Haftung und Fahrstabilität zeigten sich alle Teilnehmer vertrauenswürdig. Insofern taugen alle getesteten Tankrucksäcke für den kleinen oder großen Ausflug. Unterschiede liegen vor allem bei der Zugänglichkeit der Fächer und der Ausstattung vor, gerade was den Nässeschutz betrifft. Kauftipp ist der Kappa LH 200 – der günstigste Tankrucksack im Test kostet mit knapp 50 Euro lediglich ein Drittel des Testsiegers von Vanucci.

Wozu würden die Redakteure greifen?

Tobias Beyl (30): Ein Kartenfach brauche ich nicht. Für die sportliche Tour fällt meine Wahl daher auf den gut verarbeiteten Oxford M15R.

1. Oxford M15R
2. Givi XS312
Letzter: Modeka Super Bag

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Roman Kirschbauer.
Roman Kirschbauer.

Roman Kirschbauer (31): Mit ultraflexiblem Stauvolumen, stabilem Aufbau und wenig Schnickschnack kommt bei mir der Kappa auf den Tank.

1. Kappa LH 200
2. Vanucci VS03 Sportivo
Letzter: Modeka Super Bag

Drei Arten der Befestigung

Magnet-Tankrucksäcke

Die Befestigung eines Tankrucksacks mittels integrierter Magnete geht in der Regel schnell und unkompliziert, setzt al­lerdings einen Stahlblechtank voraus. Immer weniger Motorräder werden jedoch mit einem solchen ausgeliefert, der Großteil der Bikes besitzt derzeit einen Tank aus Kunststoff. Für diese eignen sich Magnet-Tankruck­säcke nicht. Im Test kam unter anderem die Triumph Street Triple RS zum Einsatz, die ebenso einen Metalltank hat wie ­vie­le Bestandsmotorräder. Ein Nachteil von Magneten: Durch die direkte und starke Haftung können unschöne Kratzer entstehen.

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Befestigungart: Gurt-Verzurrsysteme.
Befestigungart: Gurt-Verzurrsysteme.

Gurt-Verzurrsysteme

Die Befestigung eines Tankrucksacks mithilfe von Verzurrgurten ist quasi die Universallösung: Das Material des Tanks spielt keine Rolle, einzige Voraussetzung ist irgendeine Möglichkeit, die Gurte sicher und flatterfrei am Bike zu befes­tigen. In der Regel geschieht dies durch eine Schlaufe um ein Rahmenrohr oder ei­nen Ausleger, das andere Ende des Gur­tes wird dann an der dafür vorge­se­henen Hal­te­rung am Tank­­ruck­sack eingeklinkt. Probleme gibt es, wenn sich am Rahmen kein Befestigungspunkt findet, wie dies bei voll­ver­kleide­ten Maschinen der Fall sein kann.

Tankring

Schnellverschlusssysteme benötigen weder einen Stahlblechtank noch Befestigungsmöglichkeiten für Gurte am Motorrad. Je nach Anbieter hören diese Tankring-Syste­me auf unterschiedliche Namen wie Quick Lock, Lock-It oder Tanklock. Für den Befestigungsring, der fest am Tankstutzen montiert wird, werden zusätzlich zum eigentlichen Tankrucksack rund 50 Euro fällig. Als Gegenwert lässt sich der Tankrucksack dann im Alltag bequem und ohne Kratzergefahr an- und abflanschen. Ein Nach­teil ist die meist nur geringe Größe bzw. das klei­ne Gepäckvolumen der Produkte.

Fünf Fragen zum idealen Tankrucksack

1. Welches System? Drei Befestigungsarten stehen zur Wahl: mit Magneten, Verzurrgurten oder mittels Tankring. Fast wichtiger als das System ist allerdings die Passform: Motorradtanks bauen mal schmal, mal breit, manche geben sich sehr lang und abgerundet, andere breit und kantig. Der ideale Tankrucksack ist der, welcher sich am sichersten auf dem Motorrad befestigen lässt – und viel Stauraum bietet.

2. Wie viel Volumen? Zehn Liter: Zierliche Tankrucksäcke sind hübsch, fassen aber nur die wichtigsten Utensilien. Sie passen prima zu sportlichen Motorrädern, wenn man in Lederkombi ohne Taschen unterwegs sein möchte. Zehn bis 20 Liter: gute Allrounder für kür­zere bis mittellange Ausflüge. Sie fassen eine Notration Nahrung und Ge­tränke, bieten meist ein Karten- oder ­Navifach und schlucken außerdem Kettenspray und Regenkombi. Auch für klei­nere Einkäufe sind sie die beste Wahl. Mehr als 20 Liter: Diese Tankrucksäcke bauen meist recht hoch, können damit Sicht und Bewegungsfreiraum einschränken. Bei der reinen Attacke auf der Landstraße sind sie fehl am Platz, sie empfehlen sich aber für lange Touren, bei denen viel Gepäck benötigt wird.

3. Was einpacken? In den Tankrucksack gehören vor allem Dinge, an die man bei einem kurzen Stopp schnell he­rankommen muss: Geldbeutel, Papiere, Han­dy, Landkarte, Kamera, Trinkflasche, Regenschutz, Visierreiniger etc. Schlaf­sack und Gaskocher sind woanders besser untergebracht.

4. Wie verstauen? Grundregel: schwere Stücke nach unten, leichte nach oben. Tipp: elektronische Geräte am besten zwischen polsternden Teilen wie Regenkombi oder Pulli vibrationsgeschützt ­lagern. Sinnvoll sind mehrere Außen­fächer und ein eigenes Fach für Smartphone, Schlüssel und Geldbeutel. Von Vorteil ist ein unterteilbares Innenfach.

5. Diebstahlschutz? Auch wenn viele Reißverschlüsse mit einem Schloss gesichert werden können: Der Tankrucksack lässt sich als Ganzes meist unkompliziert vom Bike entfernen. Das sollte man daher am besten auch immer tun. Markt­übliche Diebstahlsicherungen sind nur für Tankstopps und Kaffeepausen gedacht, wenn das Bike im Sichtfeld bleibt.

So testet MOTORRAD

Wir fällen Urteile erst, wenn wir uns sicher sind. Und sicher können wir uns erst sein, wenn jeder Tankrucksack das harte Testprozedere durchlaufen hat.

Foto: Beyl, Kirschbauer, Pekarek, mps-Fotostudio, Siraphol-Fotolia
Motorräder haben häufig völlig unterschiedliche Tankformen. Eine betagte SV 650 diente daher ebenfalls als Testutensil.
Motorräder haben häufig völlig unterschiedliche Tankformen. Eine betagte SV 650 diente daher ebenfalls als Testutensil.

Einen Tankrucksack zu testen bedeutet nicht nur, ihn einmal auf das Motorrad zu heften und zu schauen, was so reinpasst. Das folgende umfangreiche Testpro­zedere haben alle Testkandidaten zweimal mit zwei verschiedenen Testredakteuren durchlaufen: Zunächst wurde geprüft, ob die vom Hersteller versprochenen Features tatsächlich vorhanden sind und ihren Zweck erfüllen. Dabei haben wir sogleich die Qualität des Materials, die Verarbeitung der Nähte, die Zugänglichkeit der Haupt- und Nebenfächer (sowohl auf als auch abseits des Motorrads) sowie die Sinnhaftigkeit der Aufteilung getestet. Im Anschluss das Gewicht jedes Tankrucksacks bestimmt.

Auf einer betagteren Suzuki SV 650 und der aktuellen Triumph Street Triple RS haben wir Fahrtests durchgeführt. Unter anderem wurden Dauer und Aufwand der Montage, die Verteilung und die Stärke der verbauten Magneten, die Nutzbarkeit/Sichtbarkeit des Kartenfachs (sofern vorhanden) und die Handhabung der Re­gen­haube bzw. des Innensacks überprüft und bewertet. Während der Fahrt auf ­kur­vi­gen Pässen in Südfrankreich und bei Hoch­­geschwindigkeitstests auf Autobahnen in Deutschland haben wir die Stabilität, Rutsch­festigkeit, Flatterneigung, mögliche Sichtbehinderung auf die Instrumente sowie potenzielle Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit/Fahrdynamik geprüft.

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