MotoGP - Präsentation Ducati-Werksteam 2018

Mit aggressiver Optik zum WM-Titel?

Die neuen Farben wirken im Vergleich zum Vorjahr aggressiver.
Die neuen Farben wirken im Vergleich zum Vorjahr aggressiver. Die grauen Farbelemente sind ebenfalls neu.In der letzten Saison hat es nicht für den WM-Titel gereicht.In dieser Saison möchten die Italiener einen neuen Angriff starten und die Konkurrenz hinter sich lassen.
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Ducati stellte sein Team für die MotoGP-Saison 2018 mit viel Selbstbewusstsein vor. Dazu wurden die Farben der Desmosedici aggressiver gestaltet als bisher. Reicht es in der kommenden Saison endlich für den Gewinn des Titels?

Ducati-CEO Claudio Domenicali hatte gute Laune. Er hatte auch allen Grund. Nicht nur, dass Ducati letztes Jahr, wie er es selber sagte, bis wenige Minuten vor dem Ende um den MotoGP-Titel kämpfte. Das italienische Werk, das zum VW-Konzern gehört, hat auch mit 56.000 Motorrädern mehr Bikes verkauft als je in seiner Geschichte zuvor. So strotzte Domenicali auch nur so vor Selbstvertrauen, als er im großen Vortragssaal des Werks in Borgo Panigale die Präsentation des diesjährigen MotoGP-Teams eröffnete.

„Wir haben ein wirklich gutes Jahr hinter uns, und wie jedes Jahr beginnen wir wieder mit einem neuen Abenteuer“, ließ sich Domenicali entlocken. „Wir haben letztes Jahr sechs Rennen gewonnen, und wir hatten eine Menge Spaß. Letztes Jahr haben wir uns gefragt, was wir wohl erreichen können, heute wissen wir, dass wir genauso viele Siege einfahren konnten wie der Weltmeister. Andrea Dovizioso hat nicht nur in Mugello als erster Italiener seit fast 50 Jahren auf einem italienischen Motorrad einen italienischen Grand Prix gewinnen können, womit er dem ganzen Land eine Riesenfreude gemacht hat, er hat mit seinen Leistungen auch bis zum Schluss die Emotionen hochgehalten.“

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Hohe Erwartungen für 2018

In dem Jahr, in dem Ducati den direkten Ableger des MotoGP-Motors in der Panigale V4 in Serie bringt, will man nun an diesen Erfolg anschließen. „Es ist ein großer Moment für Ducati, den endgültigen Technologietransfer von der MotoGP in die Serie zu machen, Derzeit erleben wir in der Motorrad-, aber auch in der Autobranche eine Zeit des Aufbruchs, und wir sind stolz darauf, bei den Allerbesten dabei zu sein.

Zusammen mit der Volkswagen-Gruppe wollen wir in dieser Zeit wachsen, und mit ihr haben wir die richtigen Forschungsmöglichkeiten und Werkzeuge, ein großer Teil dieser Zukunft zu sein. So haben wir hohe Erwartungen für 2018, aber wir sind auch bereit.“

Foto: Ducati
Die neuen Farben wirken im Vergleich zum Vorjahr aggressiver.
Die neuen Farben wirken im Vergleich zum Vorjahr aggressiver.

Neue Farben, alte Stärke

Als dann Andrea Dovizioso und Jorge Lorenzo langliegend auf ihren Desmosedici GP18 mit ferngesteuerten Rampen auf die Bühne gefahren wurden, fiel als Erstes neben den Aero-Verkleidungen beider Maschinen die neue Farbgebung auf. Neben dem matten Neonrot, Weiß und Blau aus dem Vorjahr fallen nun breite, graue Felder ins Auge, die Farbe, die auch im Logo des Marlboro-Ducati-Teams zu finden ist. „Mir gefällt die neue Farbgebung, sie mach das Motorrad interessanter und aggressiver“, ließ sich Andrea Dovizioso entlocken.

„Meine Motorräder in den letzten Jahren waren alle schön, aber dieses hat einfach etwas anderes.“ Der Vizeweltmeister erwartet auch einiges von seiner sechsten Saison bei Ducati.“ Das letzte Jahr war ein Traum, es gab viele hoch emotionale Momente“, so Dovizioso. „Um vorn dabei zu sein, müssen wir die Latte Tag für Tag höherlegen. Wir dürfen nicht träumen, sondern müssen bei der Realität bleiben. Aber wir haben zusammen sehr viel Erfahrung in der MotoGP, und wir wissen, wo wir uns verbessern müssen. Auf den Strecken, wo wir Probleme hatten, müssen wir stärker werden, auf denen, wo wir stark waren, unsere Stärken aufrechterhalten.“

Erste Tests beginnen in zwei Wochen in Sepang

Jorge Lorenzo ist für seine zweite Ducati-Saison auch voller Zuversicht. „In meinem ersten Ducati-Jahr habe ich nach einem schwierigen Beginn eine konstante Steigerung erlebt“, so der Mallorquiner. „Ich denke, dass sowohl mein Team als auch mein Motorrad nun bereit für Siege sind. So ist es mein Ziel, mich weiter und weiter zu verbessern und den besten Jorge Lorenzo zu präsentieren, den es je gab.

Die Konkurrenz ist zwar härter als je zuvor, aber ich habe ein starkes Werk und eine starke Mannschaft hinter mir, so bin ich zuversichtlich, dass wir ganz vorn dabei sein werden. In zwei Wochen in Sepang können wir sie schon fahren sehen.

Foto: Ducati
Gigi Dall'igna ist General Manager von Ducati Corse.
Gigi Dall'igna ist General Manager von Ducati Corse.

Interview mit Gigi Dall'igna

Mit welchen Gefühlen gehen Sie die WM-Saison 2018 an?

Das letzte Jahr war großartig, wir konnten bis zum Schluss um den Titel mitkämpfen. Wir haben sechs Rennen gewonnen, es waren große Gefühle dabei. Aber es gab auch Strecken, auf denen wir Probleme hatten, und daran müssen wir arbeiten. Wir müssen alle technischen Seiten des Motorrads verbessern, die wir verbessern können. Deshalb waren wir über die Wintermonate nicht untätig und haben versucht, neue Ideen umzusetzen.

Was werden wir beim Test in Sepang sehen?

Wir haben sehr viele Details überarbeitet, auch am Motor. Und haben noch einmal einige PS gefunden, aber auch die Fahrbarkeit verbessert. Wir haben an vielen anderen Details gearbeitet, auch an der Aerodynamik. Aber davon werden wir die letzte Variante in Sepang noch nicht zeigen, sondern erst, wenn die Saison losgeht. Aber wir werden die Tests sehr gründlich nutzen und alle Details genau durchgehen.

Was erwarten Sie dieses Jahr von den Fahrern?

Andrea Dovizioso hat bis zum Schluss um den Titel mitgekämpft, aber wenn das auch für viele überraschend war, er hatte schon Ende 2016 sein Potenzial aufgezeigt. Deshalb erwarte ich von ihm auch 2018 starke Ergebnisse. Jorge Lorenzo ist fünffacher Weltmeister, und nach den Umstellungsproblemen war er zum Schluss ganz nah dran, Rennen zu gewinnen. Ich denke, er wird einer der Sieganwärter in diesem Jahr sein. So muss es ganz klar unser Ziel sein, auch dieses Jahr um den Titel zu kämpfen, wenn wir auch gegen sehr starke Konkurrenz fahren.

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