Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA im MOTORRAD-Dauertest

Erfahrungen über 50.000 Kilometer

Harley-Davidson Sportster 1200 Custom Limited Edition A - Preis: 12.725 Euro.

Die Harley-Davidson XL 1200 CA durchläuft seit 10. März 2015 den MOTORRAD-Dauertest und hat seither 44.563 km gesammelt.

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5500 km: MRA-Windschild

Die Dauertest-Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA hat mittlerweile knapp 7000 Kilometer auf dem Zähler. Die letzten gut 1500 sammelten Bike und Norddeutschland-Pendler Klaus H. mit dem ersten Zubehörbauteil für die Sporty: einem Windschild von MRA. So lassen sich mit dem Ami-V2 auch Autobahnabschnitte mit 150 km/h lässig meistern. Fand auch Kollege Klaus nach seiner Rückkehr.

Montiert wurde die Naked-Bike-Scheibe "Roadshield RO" für 59,90 Euro samt passendem Haltesatz für 32,90 Euro – für die Sportster XL 1200 CA inklusive ABE erhältlich.

10.500 km: Zwischenprotokoll

Eine der zwei Amerikanerinnen unter den Kilometersammlern im Fuhrpark ist die Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA. Auch ihr wurde aus den gleichen Gründen wie bei der Indian ein Reifen-Update zuteil. Und auch sie rollt auf den Pirellis spürbar geschmeidiger ums Eck, lässt aber weiterhin bei Regen Haftung vermissen.

Dafür klappt die Rücksicht nun besser. Das liegt an den Magazi Universal-Spiegeln von Louis. Die gefallen durch ihre wertige Verarbeitung und besitzen etwas längere und höher reichende Spiegelarme als die Originale von der Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA. Allerdings ist der Anbau nicht ganz leicht, da sich der Spiegel auf der rechten Seite nur mithilfe eines Distanzstücks an der Bremsarmatur befestigen lässt. Und das auch nur, wenn vorher ein Gewinde ins gewindelose Loch der Spiegelbefestigung geschnitten wird.

Etwas Schrau­bergeschick ist auch beim Anbringen der vorverlegten Rasten aus dem Harley-Programm nötig, die aktuell die Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA zieren. Sie sorgen gegenüber den sonst mittig positionierten Rasten für einen entspannten Kniewinkel und verhindern wirkungsvoll das sonst übliche ständige Verheddern beim Auf- und Absetzen der Füße. Allerdings: Bei Autobahntempo ist mehr Kraft aus dem Rücken gefragt, da dieser sich nun ohne Unterstützung der Beine gegen den Fahrtwind wehren muss.

Etwas Erleichterung bringt die knappe Scheibe von MRA, die zumindest den Brustbereich spürbar entlastet.

18.230 km: Aktuelles aus dem Dauertest

Schon im Januar wirkte die Batterie der Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA mitunter schwächlich. Anfang Mai brach die Elektrik dann vollends zusammen, die Sportster verweigerte morgens komplett den Dienst. Als Ursache stellte sich bei näherer Überprüfung in der Werkstatt eine defekte Lichtmaschine heraus

Nach dem Tausch des Stators läuft die Harley wieder, sodass demnächst verschiedene Federbeine für die Zwischenbilanz ausprobiert werden können. Für die kaum dämpfende Gabel, die auf holprigem Terrain zum Stuckern neigt und bei derberen Bodenwellen zum Durchschlagen, wird noch eine Lösung gesucht.

27.654 km: Herbstausfahrt 2016

32.000 km: Kupplung rutscht durch

Bei unserer Sportster mehrten sich zuletzt Klagen über unrunden Motorrundlauf und zum Ansprechverhalten. Der V2 nervte zunehmend durch starkes Konstantfahrruckeln und Vibrationen. Ihn in der Stadt im dritten Gang bei erlaubten 50 km/h zu
bewegen, wurde zum Balanceakt. Andere 1200er-Harleys gaben sich unter diesen Gesichtspunkten viel harmonischer. Da traf es sich gut, dass beim Dauertester der 32.000er-Kundendienst anstand.

Doch an den Ruckdämpfern im Hinterrad lag es nicht. So fuhr die XL 1200 CA schüttelnd und vibrierend weiter. Bis Testredakteur Jens Möller-Töllner beim Beschleunigen aus 120 km/h und 3200 Touren laut Drehzahlmesser Folgendes auffiel: "Zwar drehte der V2-Motor hoch, nur kam von der Kraft wenig am Hinterrad an. Die Kupplung griff nicht, sie rutschte durch."

Der V2 drehte im fünften Gang bei 140 km/h mit 5100/min, obwohl dafür nur rund 3750 Umdrehungen nötig wären. Auch in den Gängen zwei, drei und vier ließ sich dieses Hochdrehen ohne entsprechenden Geschwindigkeitszuwachs provozieren. Voraussetzungen: Der Motor ist warm, und die Drehzahl liegt etwa bei 3000/min. Bei niedrigeren Drehzahlen und kaltem Motor trat kein Durchrutschen auf.

Spiel am Kupplungszug war vorhanden. Naheliegender Verdacht also: verschlissene Kupplungsscheiben. Doch der entscheidende Tipp kam von der Werkstatt: das Leerspiel direkt am Zugpilz der Kupplung per Einstellschraube regulieren, in unserem Fall vergrößern. Gesagt, getan, wieder ein Job für Gerry Wagner. Nun, streng nach Empfehlung des Werkstatthandbuchs eingestellt, stimmte das Aus­rückspiel. Siehe da: Die Kupplung rutscht nicht mehr durch. Selbst Lastwechsel- und Ansprechverhalten sind spürbar besser. Kleine Ursache, große Wirkung.

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