Honda CBR 1000 RR Fireblade (SC77) im 50.000 Kilometer-Dauertest

Problemlos bis zur Halbzeit

Im Mai 2018 diente die Dauertest-Fireblade als Instruktormobil für PS-Redakteur Tobias Münchinger in Oschersleben.
Seit März 2017 befindet sich die neue Fireblade mit der Modellbezeichnung SC77 im MOTORRAD-Dauertest.Wie wird sich die Feuerklinge über 50.000 Kilometer schlagen?Die letzte Fireblade (SC59), die sich im dem MOTORRAD-Dauertest stellte, schaffte solide 68 von 100 Punkten. Kann es die SC77 besser machen?
15 Bilder

Die Honda Fireblade durchläuft seit dem 17. März 2017 den MOTORRAD-Dauertest und hat seither 20.500 Kilometer gesammelt. Hier erfahrt ihr, wie sich die CBR 1000 RR mit der Modellbezeichnung SC77 auf dem Weg zu 50.000 Kilometern schlägt.

Acht Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger der letzten, intern SC59 getauften Honda Fireblade auf den Markt kam. Nun soll es also die Honda Fireblade mit dem Kürzel SC77 richten. Die erweist sich zwar optisch eher als Evolution, denn als Revolution, dennoch hat Honda viele Teile nachhaltig angepackt. Das fängt beim Motor an, der höher verdichtet, mit geänderten Steuerzeiten und vergrößerten Drosselklappen ans Werk geht, und hört beim umfangreichen Elektronik-Paket noch lange nicht auf. Die Fireblade ist also wieder State of the Art unterwegs.

Grund genug, den neuesten Spross aus Hondas Supersport-Abteilung gleich in den MOTORRAD-Dauertest über 50.000 Kilometer zu überführen. Was die Dauer­erprobung besonders interessant macht: Die letzte Honda Fireblade (Abschlussbilanz in MOTORRAD 20/2009), welche die Langdistanz hinter sich bringen musste, verrichtet noch heute bei Autor Ralf Schneider klaglos Dienst nach Vorschrift und hat mittlerweile 68.000 Kilometer auf der Uhr. Zwar wurden nach der Komplettzerlegung einige Motorteile vorsorglich – und weil der Reihenvierer komplett auseinandergebaut war – getauscht, das Federbein beispielsweise blieb aber bis heute ungeöffnet und hat als einzigen Service ab und zu mal eine äußerliche Reinigung erfahren. Mehr war nicht nötig, denn es arbeitet immer noch voll zufriedenstellend. Wollen wir doch mal sehen, ob sich die neue Honda Fireblade im MOTORRAD-Dauertest genauso gut schlägt oder ob hier und da der Defektteufel zuschlägt.

Anzeige
Foto: jkuenstle.de
Uwe Seitz hat jede Erfahrung Menge Erfahrung mit der Fireblade. Auch mit bereits älteren Modellvarianten.
Uwe Seitz hat jede Erfahrung Menge Erfahrung mit der Fireblade. Auch mit bereits älteren Modellvarianten.

Kilometerstand: 29.000, 6/2018

Jetzt hat sie schon fast 29.000 km auf der Uhr und sägt noch immer fleißig! Die Geschmeidigkeit des Motors ist etwas verloren gegangen, in manchen Drehzahlbereichen läuft der Vierzylinder etwas rau. Aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.

Dass sie etwas träge auf den ersten Gasbefehl reagiert, ist dann auch der letzte echte Kritikpunkt. Nach wie vor ist das Handling und die hohe Alltagstauglichkeit der Fireblade einfach klasse. Ich nehme sie nach der Dauertest-Zwischenbilanz (MRD 16/2018) liebend gern wieder mit zu mir nachhause in den Schwarzwald – vor allem, wenn dann wieder ein neuer Satz Reifen drauf ist!

Foto: Tobias Münchinger
Intsruktormobil in Oschersleben.
Intsruktormobil in Oschersleben.

Kilometerstand: 27.860, 5/2018

Im Rahmen des Dauertestbetriebs war die Fireblade Ende Mai bei einer DSK-Veranstaltung in Oschersleben im Einsatz.  PS-Redakteur Tobias Münchinger gab für Interessierte den Tourguide um die Strecke und zeigte den Teilnehmern die Ideallinie. Beim Benzinquatschen zwischen den Turns war die Dauertest-Fireblade nicht selten Gegenstand des Gesprächsstoffs: „Wie viele Kilometer hat die denn jetzt schon runter? Ging schon was kaputt?“ Und: „Wie viele Kilometer fährst du als Redakteur denn eigentlich so im Jahr?“ Das waren so die meistgestellten Fragen. Bei den Antworten dann erstaunte Gesichter: „Was, doch schon so viele?“ Ganz genau. Und damit auch fleißig weitere dazukommen, ging es in Anschluss an die Veranstaltung auf Achse noch nach Stuttgart zurück. 546 Kilometer, vier Tankungen oder fünfeinhalb Stunden später stand die Blade wieder in der Redaktion.

Kilometerstand: 24.000 km, 3/2018

Bei Kilometerstand 24.000 stand für die Dauertest-Fireblade der planmäßige Service an. Im Zuge des Werkstattaufenthalts wurden die Tankdeckeldichtung (Rückruf), der Kettensatz, die Kettengleitschiene sowie die Bremsbeläge vorne und hinten erneuert. Die Radlager an der Vorderachse wurden auf Garantie getauscht.

Bezüglich des von MOTORRAD angemerkten Motorklingelns bei niedrigen Drehzahlen gab ein Honda-Techniker Entwarnung. Das Verbrennungsgeräusch sei normal. Unter dem Strich summiert sich die Werkstattrechnung auf rund 1.458 Euro.

Kilometerstand: 22.500 km, 2/2018

Bei einem Tankstopp ist die Honda CBR 1000 RR Fireblade nicht mehr angesprungen. Der Transporte machte sich auf den Weg, wir luden die Maschine ein und hingen sie ans Ladegerät. Nun läuft sie wieder ohne Probleme.

Kilometerstand: 20.500 km, 12/2017 (Rückruf)

Honda hat im Dezember einen Rückruf für die neue Honda CBR 1000 RR Fireblade (SC77) gestartet. Der Grund für den Rückruf: aufgrund einer defekten Tankdichtung kann Benzin austreten. Auch unser Exemplar ist vom Rückruf betroffen. Bei 24.000 Kilometern steht bei unserer Fireblade ohnehin die nächste Inspektion auf dem Programm. Im Zuge der Inspektion wird der fehlerhafte Tankstutzen ersetzt. Zudem musste das Zündschloss mittels Kontaktspray wieder geschmeidig gesprüht werden.

Kilometerstand: 18.095 km, 10/2017 (Herbstausfahrt)

Kilometerstand: 3.000 km, 03/2017

Nach knapp 3.000 Kilometern keine Spur von Defekten bei der Honda CBR 1000 RR Fireblade (SC77). Dafür durfte das neue Modell gleich im Testeinsatz ran. Unter Redakteur Andreas Bildl musste sie für den Vergleich mit dem Vorgänger (MOTORRAD 8/2017) antreten. Direkt im Anschluss ging es in die Werkstatt, der 1.000-Kilometer-Service stand auf dem Plan. Der sieht die Prüfung relevanter Teile wie Kühlsystem, Kette und Bremsen vor, ausgetauscht werden muss nur das Öl samt Filter. Macht unterm Strich etwas mehr als 200 Euro für die erste Durchsicht.

Gerade vom Service zurück, folgte für die Honda CBR 1000 RR Fireblade (SC77) gleich der Weg in die nächste Werkstatt zu MOTORRAD-Chefschrauber Gerry Wagner. Der zog der CBR das mit zahlreichen Torx-Schrauben befestigte Plastikkleid aus, um an die Zündkerzen der einzelnen Zylinder heranzukommen. Sind die entfernt, lässt sich die Kompression der Zylinder messen. Ein grundlegender Bestandteil zu Beginn eines jeden Dauertests von MOTORRAD.

Ist die komplette Dauertestdistanz abgespult, wird der Druck erneut zum Vergleich erfasst. So ist es schon vorm Zerlegen des kompletten Triebwerks möglich, einem eventuellen Verschleiß auf die Schliche zu kommen. Daneben hat Gerry noch die Plombenzange samt Sicherungsdraht gezückt, um wichtige Motorenteile gegen unbefugtes Öffnen zu sichern. Ebenfalls zu Beginn eines jeden Dauertests fällig: der Prüfstandslauf und die Ermittlung der Beschleunigungs- und Durchzugswerte. ­Dieses Prozedere wiederholt sich nach absolvierten 50.000 Kilometern und zeigt schnell, ob einem Motor langsam die Puste ausgeht oder ob er noch voll im Saft steht.

Nachdem die Honda CBR 1000 RR Fireblade (SC77) diese Einstiegshürden gemeistert hat, stehen nun die Zeichen auf Alltagseinsatz, regiert das Fahrtenbuch. Jeder Trip, ob kurz oder lang, jeder Tankstopp, jede Auffälligkeit wird hier vom jeweiligen Fahrer erfasst. Zu den Reifen fehlt zwar noch ein Kommentar, aber sie verlangen in naher Zukunft nach Aufmerksamkeit. Das Profil der serienmäßig montierten Bridgestone S 21 in Sonderspezifikation "G" neigt sich dem Ende zu, ist kurz vor der Verschleißgrenze angelangt. Neue Sportpellen warten bereits auf ihren Einsatz.

Ersatz ist zwar für den Blipper nicht nötig, dennoch moniert Fuhrpark-Leiter Tobias Wassermann, dass der Schaltautomat ab und an hängen bleibt, der Hebel nicht in die Mittelstellung zurückfindet. Vielleicht hilft schon ein wenig Fett an der richtigen Stelle? Der Blipper bleibt erst einmal unter Beobachtung.

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote