Yamaha YZF-R1 im MOTORRAD-Dauertest

Erfahrungen über 50.000 Kilometer

34 Bilder

Die Yamaha YZF-R1 startete ihren MOTORRAD-Dauertest am 1. Juni 2015. Welche Erfahrungen wir mit ihr gesammelt haben, lest ihr hier.

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Foto: Baumann

Kilometerstand: 48.300, 04/2018

Ein undichter Gabelsimmering am rechten Holm veerlangte nach einem Austausch. Zudem wirkt die Vorderradbremse mittlerweile etwas zahnlos. Bei tiefen Temperaturen wirkt der lenkungsdämpfer etwas zäh.

45.700 km: Im Endspurt

Kaum aus der Werkstatt, ging es auf Herbstausfahrt, wo der R1 ein lausiges Start- und Kaltlaufverhalten attestiert wurde – anschieben dank schwach dimensionierter Batterie inklusive. Später, nach einer zügigen Autobahnfahrt, beklagte ein leistungsverwöhnter Pilot einen Verlust derselben. Was später auch der Prüfstand bestätigte. Darauf erfolgte eine lange Fehlersuche, die letztendlich bis zum Importeur nach Neuss führte. Dort stellte sich heraus, dass die Einlassnockenwelle wohl nach dem Einstellen des Ventilspiels um einen Zahn versetzt eingebaut wurde. Erfreulicherweise hatten Kolben und Ventile dennoch genug Platz, und nach der Korrektur läuft die R1 wieder wie gehabt.

Video zum Auspufftest

Yamaha Original, Akrapovic, Arrow Indy Race, Leo Vince Factory Slip on, Scorpion Serket, Scorpion RP1-GP, Termignoni: sieben Auspuff der Yamaha R1 im Test.

Kilometerstand: 42.000, 10/2017

Bei Kilometerstand 42.000 fällt bei der Yamaha YZF-R1 die große Inspektion mit Ventilspielkontrolle an. Das ist ein Unterfangen, welches aufgrund der Enge den Charakter einer Strafarbeit hat und mit 32 Arbeitswerte, sprich 192 Minuten Arbeitszeit, veranschlagt wird. Bei der Gelegenheit wurde auch die vordere Leuchteinheit getauscht, da eine der Streuscheiben einen Riss aufwies. Ob Steinschlag oder Spannungsriss, blieb unklar, jedenfalls kostet die Einheit knapp 1.000 Euro plus eine Stunde Montagezeit. Ohne Scheinwerfer waren es immer noch 1.200,85 Euro Kosten für die Inspektion.

Kilometerstand: 32.540, 4/2017

Im Zusammenhang mit der Dauertest-Zwischenbilanz in MOTORRAD 14/2017 fühlte die Redaktion auch Nachrüstauspuffen auf den Zahn. Dabei zeigte sich, dass die Yamaha YZF-R1 gegenüber der Eingangsmessung zu Testbeginn sechs PS verloren hatte: Nun drückt sie noch 191 statt strammer 197 PS.

Zwar traten auf dem Leistungsprüfstand Fehlermeldungen auf: Für die Bord­elektronik ist es unplausibel, dass das Hinterrad 280 fährt, während das Vorderrad stillsteht. Der Fehler konnte aber mittels Systemdiagnose beim Händler gelöscht werden. Die minimale Leistungsminderung von drei Prozent aber blieb.

Sie wirkt sich jedoch erst ab 9.000/min aus, kommt also allenfalls auf Rennstrecken oder leeren Autobahnen zum Tragen. Trotzdem wurde die R1 daraufhin beim deutschen Yamaha-Importeur nochmals inspiziert und nachgemessen. Erstes Ergebnis: keine große Abweichung zwischen den beiden verschiedenen Prüfständen. Das MOTORRAD-Exemplar ist also gut geeicht. Zweites Ergebnis: Tja?!

Druckverlust- und Kompressionsmessungen des R1-Dauertestmotors zeigen gute, unauffällige Werte. Ein Verdacht: Im Rahmen des offiziellen Rückrufs erhielt die R1 ein komplett neues Getriebe – die Eingangsmessung erfolgte noch vor dem Tausch. Eventuell wirkt sich hier also erhöhte Reibung der Neuteile im zweiten Getriebe aus.

Kilometerstand: 30.000, 3/2017

Zuletzt wurde das Ruckeln wieder stärker, der Händler machte dieses Mal aber eine andere Ursache aus: Verbindungsstege der Ruckdämpfer in der Hinterradnabe waren  gebrochen. Daher gab es jetzt bei der 30.000er-Inspektion neue Gummis.

Stichwort Kautschukprodukte: Die leicht undicht gewordenen Simmerringe der Upside-down-Gabel mussten ersetzt werden. Ferner wurde die Bremsflüssigkeit getauscht, was sich spürbar auswirkte: Die Vorderradbremse glänzt nun wieder mit klarem, exakt dosierbarem Druckpunkt. "Jetzt fühlt sich die R1 wieder taufrisch an", lautet kurz danach ein freudiger
Kommentar im Fahrtenbuch.

Kilometerstand: 26.373, 11/2017

Für etwas tiefere Sorgenfalten sorgt derzeit die Yamaha YZF-R1. Anlässlich der anstehenden Dauertest-Zwischenbilanz sollte auf dem Prüfstand der Akrapovic-Endtopf aus dem Yamaha-Zu­behörprogramm eine Kostprobe geben. Zuvor stand eine obligatorische Leistungsmessung auf dem Programm, die mit 186 PS gegenüber den zu Beginn gemessenen 199 PS ziemlich ernüchternd ausfiel. Die Überprüfung samt Auslesen des Fehlerspeichers beim Fachhändler brachte keine neuen Erkenntnisse.

Zwei Nachmessungen förderten immerhin 193 PS zutage. Am Prüfstand lages jedenfalls nicht, der prüft exakt wie eh und je. Eine Erklärung für den Leistungsverlust haben wir bislang noch nicht gefunden, bleiben aber dran.

Kilometerstand: 23.330, 9/2016

Bei dem Nippon-Supersportler zieht sich praktisch von Beginn an ein Thema als roter Faden durchs Fahrtenbuch: die mäßig dosierbare, rupfende Kupplung mit kurzem Schleifweg.  Wer von einem anderen Motorrad umsteigt, würgt gerne mal den Motor ab. Mittlerweile verrichten bereits die dritten Kupplungsbeläge ihren aufreibenden Dienst, der Kupplungskorb wurde bei Kilometerstand 23.330 getauscht.

Kilometerstand: 13.650, 4/2016

Yamaha hat einen großen Teil der 2015 ausgelieferten R1-Modelle in die Werkstatt beordert, um das Getriebe zu tauschen. Aufgrund eines Fertigungsfehlers können im schlimmsten Fall Getrieberäder des zweiten Gangs unter hoher Belastung brechen. In Einzelfällen ist genau das bereits passiert.

Betroffen vom Rückruf ist auch die MOTORRAD-Dauertestmaschine, eine der ersten in Deutschland ausgelieferten Maschinen, die deshalb kürzlich in der Werkstatt des Yamaha-Händlers war. Ein enormer Arbeitsaufwand, weil der Motor ausgebaut und teilzerlegt werden muss.

Getauscht wurden beide Getriebewellen mit allen Zahnrädern. Der Händler benötigte dafür zwei Arbeitstage. Bei der Gelegenheit wurden auf Kulanz die Kupplungsbeläge gewechselt, da die Kupplung zuletzt hart und schlecht dosierbar einrückte.

Seitdem läuft die Maschine zwar problem-, aber nicht völlig kritiklos. Die rupfende Kupplung wird moniert, vor allem bei kaltem Motor muss zum Anfahren sehr feinfühlig dosiert werden.

Kilometerstand: 7.800, 9/2015

Die Yamaha YZF-R1 steht erst am Anfang des MOTORRAD-Dauertests. Dass solch ein Racer im Alltag Kompromisse erfordert, war klar. Etwa das harte Sitzpolster, die sehr trockene Abstimmung des Stoßdämpfers, der diffuse Kupplungsdruckpunkt und der Durst bei schneller Fahrt, der nach spätestens 200 Kilometern das Ansteuern der nächsten Tankstelle erfordert. Aber wer soll das dem Heizeisen schon übel nehmen?

Allerdings tickt der Kilometerzähler der Yamaha YZF-R1 gerade nicht weiter. Das liegt an einem etwas optimistischen Wendemanöver eines Autofahrers, woraufhin eine Kontaktaufnahme zwischen Pkw und Motorrad nicht zu verhindern war. Die beschädigten Teile werden gerade beim Importeur ausgetauscht.

Kennzeichenträger für Yamaha R1 (ab 2015)

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