Triumph Street Triple RS im 50.000 km-Dauertest

Schon fast 10.000 km auf der Uhr

11 Bilder

Der MOTORRAD-Dauertestfuhrpark hat einen Neuzugang zu verzeichnen. Am 9.2.2018 ist eine Triumph Street Triple RS angetreten um sich dem 50.000 km-Marathon zu stellen.

Mit einem Kilometerstand von 1.476 lief am Freitag (9.2.2018) eine Triumph Street Triple RS in der Redaktionstiefgarage ein. Kaum da, musste die kleine Britin schon los um auf dem Prüfstand die Eingangsmessung zu absolvieren. Dann folgte noch die Verplombung des Motors und die Streety wurde in den Redaktionsalltag entlassen. Eine Kompressionsmessung war wegen einer Dekompressionsautomatik nicht möglich.

Aufgrund der kalten Temparaturen wurde die Triumph gleich auf Michelin Road 5-Reifen umgerüstet.

Ungefähr bei 25.000 km veröffentlicht MOTORRAD dann eine Dauertest-Zwischenbilanz; nach 50.000 Kilometern folgen Abschlussmessungen, bevor der Motor der Triumph Street Triple RS zerlegt und begutachtet wird.

Die Triumph Street Triple RS musste sich zu Beginn des Dauertests einer Eingangsmessung auf dem Leistungsprüfstand unterziehen.
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Foto: Seitz
Eine erste kleinere Macke an der Dauertest-Triumph.
Eine erste kleinere Macke an der Dauertest-Triumph.

Kilometerstand: 10.000, 06/2018

Genau 10.000 km hat die Dauertest-Street Triple jetzt drauf und muss zum ersten großen Routine-Check. Bisher blieb der Dreizylinder-Angreifer nahezu schadfrei. Allerdings müssen wir prüfen, wer mit dem sportlich aufgerichteten Heck nicht klar und seine Beinchen nicht hoch genug bekommt! Schade, denn sonst steht die Triumph gerade in der RS-Version einfach super da und macht mächtig Spaß bei der Attacke auf der Landstraße. Also bitte schnell machen mit dem Kundendienst… wir wollen weiter triplen!

Foto: Uli Baumann
Auf dem Weg gen Osten, allerdings nicht auf der Bahn.
Auf dem Weg gen Osten, allerdings nicht auf der Bahn.

Kilometerstand: 9.460, 06/2018

Ein Brückentagstour über Fronleichnam führte die Streety mit Kollegen Uli Baumann unter anderem über Tschechien und Bayern. 1.600 km in vier Tagen. Hier sein Resümee: Was ein geiles Moped! Handlich, zielgenau, klangstark (wenn auch für den Fahrer etwas zu laut) und absolut leicht zu fahren. Der Dreizylinder zieht immer, egal in welchem Gang, egal bei welcher Drehzahl, dabei zeigt er sich immer ausreichend kultiviert. 6. Gang Ortsdurchfahrt – kein Problem, rausdrehen in kleinen Gang – Wahnsinn. Mehr Leistung und mehr Bumms braucht wirklich kein Mensch (solange man sich halbwegs innerhalb der STVO bewegen will). Die Sitzposition passt auch bei 1,90 Meter Größe. Überzeugen können auch die Michelin Road 5 im flotten Alltagseinsatz, nur bei Nässe sollte man Gas rausnehmen. Der Schaltautomat ist völlig überflüssig, die RS schaltet sich so weich und präzise – da kann der Automat lange nicht mithalten.

So gar nicht zum wertigen Charakter der Streety will der klapprige Kupplungshebel passen. Die Ölstandsmessung per Peilstab ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Autobahn ist auch nicht das Metier der RS, ab 140 km/h wird es echt ungemütlich. An das Thema Gepäcktransport haben die Briten so gar nicht gedacht. Keinerlei Zurrösen oder Haltenasen sind zu finden. Alles muss an den Soziusrasten befestigt werden, damit rutscht das Gepäck immer dem Fahrer ins Kreuz. Zusätzliche Spanngurte und deren Schlösser scheuern an der Heckverkleidung (Ergebnis: zwei deutliche Scheuerstellen/Macken) Sorry Kollegen, sorry Triumph! Ziemlich unbrauchbar sind die Spiegel an den Lenkerenden – man bleibt ständig mit den Handschuhen daran hängen. Die Rücksicht an sich wäre ok. Gewöhnungsbedürftig sind auch die Gedenksekunden, wenn die RS nach dem Einschalten der Zündung die Systeme hochfährt und solange den Starter blockiert. Mit schnell losfahren ist da nix.

Foto: Petra Wiesner
Kleine Fahrerinnen haben kleine Probleme auf der Streety.
Kleine Fahrerinnen haben kleine Probleme auf der Streety.

Kilometerstand: 6.814, 05/2018

Mittlerweile hat die kleine Street Triple RS im Dauertestbetrieb rund 4.000 Kilometer zurückgelegt und dabei den zunächst montierten Michelin Road 5-Reifensatz eingebüßt. Ein Schnitt im Hinterrad machte einen Wechsel notwendig. Als Ersatz wurde die demontierte Originalbereifung Pirelli Supercorsa ST wieder aufgezogen. Auffälligkeiten vermeldet das Fahrtenbuch der kleinen Britin bislang nicht.

Dafür zeigen sich auch kleine Pilotinnen begeistert. Aller erster Eindruck im Feierabend-Stadtverkehr Stuttgart: Wow, wie wieselflink und wendig! Bei einer Größe von 1,64 Meter und einem Gewicht von 57 kg erreichen die Fußspitzen geradeso den Boden. Die einstellbaren Handhebeleien und das Gas reagieren super fluffig, die Schaltung schön leichtgängig. Das Display mit seinen viele verschiedene Darstellungsmöglichkeiten lässt jedes Zocker-Herz höher schlagen. Die Vorderradbremse mit dem einstellbaren Geberkolben reagiert auf Stufe 21 sehr giftig, – 19 ist für den Alltag optimal. Ein fehlender Zusatznippel macht den Seitenständer für Kurzbeinige nur schwer erreichbar. Zudem ist die Streety für den Fahrer sehr laut. Auch die Lenkerendenspiegel sind fragwürdig. Man sieht nix und ich bleib ständig mit der Hand dran hängen.

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