Jugend forscht prämiert FleckProtec

Flüssig-Protektoren aus Speisestärke

Zwei hessische Schüler haben Motorrad-Protektoren aus Speisestärke entwickelt. Der FleckProtec getaufte Gelenkschutz für Motorradfahrer wurde jetzt beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht" ausgezeichnet.

Herkömmliche Protektoren, wie sie bei verschiedenen Freizeitsportarten und auch in Motorradschutzbekleidung zum Einsatz kommen, bestehen überwiegend aus starrem Kunststoff oder festen Schäumen und können daher die Bewegungsfreiheit einschränken. Nicht so der Protektor, der von den beiden Schülern Anna (16 Jahre) und Adrian Fleck (19 Jahre) entwickelt wurde: Er besteht aus einer weichen Silikonhülle, die mit einer stärkehaltigen Flüssigkeit gefüllt ist. Diese erstarrt bei hoher Krafteinwirkung zum Feststoff und soll so zuverlässig vor Verletzungen schützen.

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Flüssiger Protektor wird hart

Die Geschwister haben nicht nur die ungewöhnliche, sogenannte nicht-newtonsche Eigenschaft der Speisestärke-Flüssigkeit genutzt und optimiert, sie entwickelten zudem eine Messapparatur, mit der sie die Effektivität ihres „FleckProtecs“ mit der von handelsüblichen Produkten verglichen.

Im "Jugend forscht"-Wettberwerb 2018 wurden die beiden dafür mit verschiedenen Preise von der Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Kommission ausgezeichnet. Bereits im Jahr 2016 waren die Geschwister Regionalsieger im Fachbereich Physik.

Auf die Frage, was zuerst da war - das Interesse am Motorsport oder die Faszination Physik, antwortet Anna Fleck: "Eigentlich haben wir aus reiner Faszination an nicht-newtonschen Fluiden geforscht und wollten dann diese "Spielerei" in einem Produkt nutzen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Protektoren und dem Motorsport wurde mein Interesse an einem Motorradführerschein schon sehr geweckt. Dafür fehlt mir momentan aber die Zeit und das Geld (und das Alter, wobei es da ja unterschiedliche Klassen gibt)."

Wir wünschen den beiden weiterhin viel Erfolg und natürlich, dass sie den Motorradführerschein bald angehen und bestehen!

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