6 Textilkombis im Test

Motorradkombis von 700 bis 2.200 Euro

Platz 6: Dane Fureso/Thyro, 948 Euro, MOTORRAD-Urteil Platz 5: IXS Clermont/Willmore, 1399,80 Euro, MOTORRAD-Urteil Platz 3: Stadler Sport Evo, 2168 Euro, MOTORRAD-Urteil Platz 3: Held Luca/Telli, 1109,90 Euro, MOTORRAD-Urteil 6 Bilder

In MOTORRAD 19/2017 wurden 6 Textilkombis zwischen 700 und rund 2.200 Euro getestet, bewertet und miteinander verglichen: Dane Fureso/Tyro, Held Luca/Telli, IXS Clermont/Willmore, Rukka Realer, Stadler Sport Evo und Vanucci RVX.

MOTORRAD testete 6 Textilkombis auf einer 4000-Kilometer-Tour mit sechs Kawasaki ZX-10R nach Südeuropa und zurück. Die Temperaturen auf der Reise reichten vom Gefrierpunkt bis 30 Grad Celsius, und natürlich regnete es zwischendrin auch.

Fünf der sechs Textilkombis setzen in puncto Wetterschutz auf eine Goretex-Gewebe, allein die Vanucci RVX vertraut auf eine Sympatex-Klimamembran.

Doch zum Wetterschutz tragen weitere Details bei: Die Textilkombi von Stadler ist in der Basis ein sehr luftiger Sommeranzug, die ein Gore-Tex-Überanzug ergänz. Die Textilkombi von Held bietet ein Gore-Tex-Insert. Die Vanucci RVX ist ein sogenannter Z-Liner mit loser Membran unter der Außenhaut. Rukka und IXS bieten feste Laminatkonstruktion, was im Regen ideale Dichtigkeit bietet, dafür die Belüftung erschwert.

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So testete MOTORRAD die Textilkombis

Das Testprofil, mit dem die Textilkombis bei den Herstellern geordert wurden, hieß "sportlich ­geschnittene, allwettertaugliche Textilkombi für Fernreisen" Die Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich die Hersteller diese Beschreibung definieren. Im April 2017 ging es eine Woche lang auf Test-Tour. Die Tagesetappen waren 400 und 1200 Kilometern lang und dauerten jeweils bis zu 10 Stunden.

Südlichster Punkt der Textilkombi-Text-Tour war Tortosa in Tarragona/Spanien, wo das Thermometer auch schon im Frühjahr locker an der 30-Grad-Marke kratzt. Auf der Rückreise nach Deutschland wurden dabei im Zeitraffer sämtliche Klimazonen einer typischen Motorradsaison mitgenommen. Trockene, sonnige Tage an der Mittelmeerküste, stürmische Stunden in der Provence und – je näher man der Heimat kam – extrem nasse Abschnitte bis hin zum ergiebigen Platz­regen und Hagel in den Alpen, was die Textilkombis noch einmal besonders forderte.

Zwischendurch wurden Wetterschutz und Passform der Textilkombis geprüft sowie gut oder schlecht gelöste Detail protokolliert. In Stuttgart ging es nach einer gemeinsamen Begutachtung aller Kandidaten im Vergleich zum Protektorencheck auf den Fallprüfstand von Sas-Tec. Erfreuliches Ergebnis: Alle Kandidaten unseres Textilkombi-Tests bleiben deutlich unter den zulässigen Restkraftwerten.

Foto: van der Ems
Zwei Gelenkprotektoren, ein Rückenprotektor und ein - noch eher exotischer - Brustprotektor.
Zwei Gelenkprotektoren, ein Rückenprotektor und ein - noch eher exotischer - Brustprotektor.

Protektoren der Textilkombis

In jede Motorradkombi gehört ein anständiges und umfangreiches Protektorenset. Doch selbst in den Textilkombis der Oberklasse ist das nicht bei allen Herstellern üblich.

Gelenktprotektoren haben sich inzwischen als Ausstattungsstandard etabliert – allerdings wird die Hüfte meist vernachlässigt. Die Europa-Norm, welche die Anforderungen regelt, ist bereits vor 20 Jahren erschienen. Eine Neufassung von 2012 definiert einen zweiter Grenzwert definiert. Gelenkprotektoren, welche den neuesten Stand erfüllen, sind nach EN 1621-1:2012, Level 2 gekennzeichnet. Hervorragend in unserem Test: die auf die Einsatzseite angepassten großflächigen Protektoren in der Held-Textilkombi.

Wünschenswert wäre, dass Jacken bereits ab Werk mit einem adäquaten Rückenprotektor versehen sind. Auch diese Norm 1621-2 hat schon einige Jahre auf dem Buckel. 2001 kam die erste Version, 2014 eine Revision. ­Neben den großflächig abdeckenden "Full-Backs" darf man nun auch schmale "Central-Backs" verwenden. Bester in unserem Test: der riesige Full­size-Rückenschützer von Stadler.

In Kürze wird die Norm für Brustprotektoren EN 1621-3 verabschiedet. In unserem Test ist Rukka schon gut gerüstet, und bei Held kann man immerhin nachrüsten.

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