Erste Hilfe bei Reifenpannen (Archivversion)

Nagelprobe

Im Duell Reifen gegen Nagel ziehen die Gummis in der Regel den Kürzeren. Meist ist jedoch eine behelfsmäßige Reparatur möglich.

Reifenpannen gehören glücklicherweise zu den seltenen Ereignissen im Leben eines Motorradfahrers. Handelt man sich doch mal einen Plattfuß ein, dann geschieht dies meist fernab von Werkstätten oder Tankstellen. Gut, wer in derart misslichen Situationen den richtigen Pannenhelfer im Gepäck hat, um mit dem Bike nach erfolgter Reparatur aus eigener Kraft die Distanz bis zum nächsten Reifenservice zu bewältigen. Solange der Reifen weder in Fetzen hängt noch ein zu großes Loch aufweist und die Felge nicht beschädigt wurde, ist eine Behebung des Schadens mit Flickzeug oder Pannenspray in den meisten Fällen möglich. Ganz wichtig: Anschließend sollte man in jedem Fall umgehend einen Reifenhändler aufsuchen, denn ein provisorisch reparierter Reifen muss so bald als möglich gegen einen neuen ausgetauscht werden!Bevor man sich an die Arbeit macht, muss zunächst die Ursache für den Luftverlust festgestellt werden. Ist der schlaffe Gummi auf einen spitzen Fremdkörper zurückzuführen, kommen – je nach Reifentyp – verschiedene Reparaturmöglichkeiten in Betracht.Reparaturen ohne RadausbauBei den heutzutage überwiegenden schlauchlosen Reifen ist eine erfolgversprechende Reparatur ohne Radausbau möglich, sofern das durch den Fremdkörper verursachte Loch nicht größer als zwei bis drei Millimeter ist. Am schnellsten machen Pannensprays den Reifen wieder flott – Tankstellen oder Zubehörhändler bieten sie zu Preisen zwischen 10 und 20 Euro an. Vor der Anwendung wird der Fremdkörper entfernt, dann der Pneu mit dem Doseninhalt befüllt und anschließend sofort eine kurze Strecke mit mäßiger Geschwindigkeit zurückgelegt. Auf diese Weise verteilt sich das Mittel gleichmäßig im Reifen, die darin enthaltenen Partikel stauen sich durch die ausströmende Luft an der schadhaften Stelle und dichten diese ab. Achtung: Nur mit reduzierter Geschwindigkeit fahren und bei erster Gelegenheit den Luftdruck überprüfen! Die vorsorglich in die intakten Reifen einzufüllenden Präventivmittel wie Secudis von WBK (23,15 Euro) funktionieren nach demselben Prinzip.Etwas aufwendiger ist die Schadensbehebung mit einem speziellen Reparaturset für Schlauchlosreifen, das für rund 20 Euro mehrere Gummipfropfen, Klebstoff, Reibahle und Gaskartuschen beinhaltet. Nach Entfernen des Fremdkörpers wird das Loch mit der Reibahle aufgeraut und mit Vulkanisierlösung präpariert. Anschließend einen Gummipfropf einziehen und den Reifen mit den Gaskartuschen befüllen. Die leicht flüchtige CO²-Füllung sollte an der nächsten Tankstelle durch Luft ersetzt werden.Reparaturen mit RadausbauSchäden an Schlauchreifen erfordern den Ausbau des Rads und die Demontage von Reifen und Schlauch. Während die Demontage des Reifens oftmals Schwierigkeiten bereitet, weil sie nur mit viel Kraft, Geschick und vor allem mit Montierhebeln zu bewerkstelligen ist, dürften mit der Fahrrad-ähnlichen Schlauchreparatur per Flickzeug auch weniger Geübte keine Probleme haben.
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