Präsentation Michelin Pilot Power (Archivversion)

Haftpflicht-Versicherung

Bei der Präsentation des Pilot
Power, dem Nachfolger des Pilot Sport, scheute Michelin keine Mühen, die Journalisten von den Vorzügen des neuen Produkts zu überzeugen. Vor dem Fahren sollte ein Workshop in die Geheimnisse der Superpneus einführen. So hätte der Rennsport die Neuentwicklung stärker beeinflusst als bei jedem Serienpneu zuvor.
Außergewöhnliche Haftung auf trockener und nasser Fahrbahn versprechen die Michelin-Techniker dank einer neuen Gummimischung aus Komponenten, die in den letzten beiden Jahren
speziell für MotoGP-Reifen entwickelt worden waren. Eine stärkere molekulare Vernetzung und synthetische Zutaten aus der Racing-Hexenküche sollen zusätz-
lich die Aufwärmphase verkürzen, und das bei gleich bleibendem Verschleiß. Im direkten Vergleich mit den Produkten der Mitbewerber sind die neuen Sportgummis, so die Angaben des französischen Reifenherstellers, nicht nur sechs Pro-
zent weicher, sondern verfügen wegen des geringeren Negativanteils des Profils auch über die größte Aufstandsfläche. Zudem soll die spitzere Kontur für bessere Handlichkeit sorgen.
Alles Vorgaben, die äußerst verheißungsvoll klingen. Auf dem Motor Speedway von Las Vegas konnte sich MOTORRAD zumindest einen ersten Eindruck verschaffen. Dabei stellte sich anhand von mehreren Testmotorrädern schnell heraus, dass die Michelin-Männer mit der überragenden Haftung nicht übertrieben haben. So ließen sich Schräglagen realisieren, die in den Bereich der profilierten, straßentauglichen Rennsportreifen vordringen. Was ehemalige und aktive Weltmeister von Freddie Spencer über Kevin Schwantz bis hin zu Max Biaggi eindrucksvoll demonstrierten.
Doch auch abgesehen von der Haftung hinterließ die neue Sportreifengeneration weitgehend positive Eindrücke. Die Yamaha YZF-R1 des Modelljahrgangs 2003 beispielsweise überzeugte auf der ganzen Linie auf dem äußerst selektiven Kurs, der von der schnellen Steilwandbiegung bis zur Spitzkehre alles zu bieten hat. Sowohl Handlichkeit als auch Fahrstabilität waren mustergültig. Die kleinere Schwester R6 ließ dagegen eine präzise Rückmeldung vom Vorderrad etwas vermissen. Ebenso hatte die Honda CBR 600 RR leichte Probleme in Sachen Lenkpräzision. Für eine saubere Linie musste in Schräglage permanent Lenkkraft aufgebracht werden. Und die Ducati 749 S begann sich bei Bodenwellen in der Steilwand und beim harten Anbremsen der Kurven leicht aufzuschaukeln. Dafür ist allerdings auch der extreme Kurs sowie die extreme Fahrwerkseinstellung mit vollständig angehobenem Heck und dementsprechend geringem Negativfederweg verantwortlich.
Wie sich der Pilot Power im realen Zweiradalltag verhält, kann freilich erst ein Vergleich mit den direkten Konkurrenten zeigen. Eines hat der neue Michelin jedoch bereits bei den ersten Proberunden eindeutig unter Beweis gestellt:
In Sachen Haftung setzt er im Sportreifensegment neue Maßstäbe und legt
die Messlatte für die Sportreifen wieder einmal ein Stück höher, zumal die Franzosen obendrein eine überlegene Nasshaftung versprechen.
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