Radialreifen

Radialreifen

Nach jahrelanger erfolgreicher Erprobung der Radialtechnik an Motorradrennreifen hält der Radialreifen vor allem bei Sportmotorrädern Einzug in die Serie.

Nach jahrelanger erfolgreicher Erprobung der Radialtechnik an Motorradrennreifen hält der Radialreifen vor allem bei Sportmotorrädern Einzug in die Serie. Die Karkasse besteht beim herkömmlichen Diagonalreifen aus mehreren, von einem Wulstende zum anderen diagonal verlaufenden Lagen, und ist von diagonalen Gürtellagen umgeben (zum Beispiel drei Karkasslagen plus zwei Gürtellagen plus Lauffläche).

 

Die Radialbauweise ermöglicht eine Reduzierung der Anzahl der Lagen (zum Beispiel zwei Karkasslagen plus eine O°-Gürtellage plus Lauffläche). Bei Diagonalreifen entsteht durch Dauerbeanspruchung bei hoher Geschwindigkeit starke Hitzeentwicklung. Durch Verringerung der Anzahl der Karkasslagen wird eine deutliche Reduzierung der Reibungswärme erreicht. Im Gegensatz zum Pkw findet beim Motorrad der Hauptanteil der Verformung im Gürtel, das heißt, in der Laufflächenzone, statt.


Die Verformbarkeit des Gürtels hängt von der Anzahl der Lagen im Laufflächenbereich ab. Daher ist im Gegensatz zum Pkw ein Serie-60-Radialreifen bei gleichem Luftdruck komfortabler als ein Serie-80-Diagonalreifen. Fahrstabilität im Geradeauslauf und bei Kurvenfahrt erfordert starre Flanken. Dies wurde bei Diagonalreifen durch Wulstkernumhüllung und Lagenumschläge erreicht. Der Radialreifen ermöglicht mit einer entsprechend breiten Felge eine extrem niedrige und somit starre Flanke. Dadurch kann die Fahrstabilität optimiert und die Haftung verbessert werden.


Durch weniger Bestandteile weist der Radialreifen auch ein geringeres Gewicht auf. Die Kreiselkräfte reduzieren sich, und das Handling verbessert sich. Durch den Aufbau der Karkasse ist das Anwachsen des Außendurchmessers bei Radialreifen gegenüber der Diagonalbauart bei hoher Geschwindigkeit sehr gering. Der beim Diagonalreifen daraus resultierende Verschleiß in der Laufflächenmitte wird dadurch reduziert.

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Foto:
Gürtelreifen mit Radialkarkasse
1. Wulstkern
2. Lauffläche
3. Reiter
4. Radial-Karkasslage
5. Diagonal-Gürtellagen
Foto:
Radialreifen mit 0-Grad-Gürtel
1. Wulstkern
2. Lauffläche
3. Reiter
4. Radial-Karkasslage
5. 0-Grad-Gürtellage

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