Reifen einfahren: Praxistipps (Archivversion)

Neue Schlappen fällig? Tips und Tricks beim Kauf und Einfahren sparen Geld und Ärger

Sie wissen jetzt, welchen Reifen Sie aufziehen wollen? Prima, dann ab zum Händler oder in die Werkstatt. Um Unstimmigkeiten zu vermeiden, sollte bei Bestellung oder Kauf der Fahrzeigschein oder die Liste der Reifenfreigaben vorgelegt werden. Die Freigabe-Bescheinigungen für aktuelle Maschinen werden in jedem Frühjahr auf den neuesten Stand gebracht und sind spätestens im Frühsommer für den Kunden verfügbar. Kontrollieren Sie vor dem Verlassen der Werkstatt, ob der Reifen nicht älter als drei Jahre ist (siehe Technik-Infos Seite 164) und alle notwendigen Bezeichnungen und mögliche Sonderkennungen trägt. Und beim Wegfahren immer daran denken, die Gummis sind neu. Das bedeutet zum Teil aalglatt. Fahren Sie die ersten Kurven oder Kreise wenn möglich auf einem freien Gelände, leeren Parkplatz oder ähnlichem, auf jeden Fall aber extrem vorsichtig. Drücken Sie dabei die Maschine in Schräglage, so rubbelt sich die glitschige Schicht von der Reifenschulter, ohne mit heiklen Schräglagen ums Eck brettern zu müssen. Auf den ersten 15 bis 20 Kilometern kurviger Strecke empfiehlt sich eine Geschwindigkeit etwa wie bei Nässe. Schön rund und weich dann mit jedem Kilometer Tempo und Schräglage steigern. Hartes Bremsen und Beschleunigen vermeiden.Probieren Sie, ob es mit den neuen Reifen Probleme mit Lenkerflattern gibt, neudeutsch auch Shimmy genannt. Ein Phänomen, das von Motorrad zu Motortrad und von Reifen zu Reifen unterschiedlich stark auftreten kann. Dazu auf übersichtlicher Strecke das Tempo von 100 auf rund 70 km/h abfallen lassen. Zittert dabei der Lenker garnicht oder nur leicht ist alles in Ordnung? Schlägt der Lenker beim einhändigen Fahren heftig aus,fragen Sie umgehend in der Werkstatt nach einer Möglichkeit, den Reifen auszutauschen oder nochmals elektronisch nachzuwuchten. Denn Shimmy ist oft eine Frage der Serienstreuung, der korrekten Wuchtung und des Rundlaufs. Aber bitte freundlich, denn die Mechaniker können solche Ausreißer bei der Montage nicht erkennen. Wird der Reifen umgetauscht, müssen Sie oft einige Zeit auf die Bestätigung des Herstellers warten. Der überprüft den Pneu, bei berechtigter Beanstandung wird als Kulanzfall ohne Mehrkosten getauscht. Prüfen Sie jede Woche und vor jeder längeren Ausfahrt bei klalten Reifen den Luftdruck. Ist er zu gering, verschlechtern sich Fahreigenschaften, die Lenkung wird träge und ungenau. Bei Autobahnfahrten oder Fahrten mit großer Zuladung Luftdruck vorn um 0,2 bar, hinten um 0,4 bar erhöhen. Das wirkt der Erwärmung und damit dem Verschleiß entgegen. Nicht vergessen: Reduzieren Sie den Luftdruck für Solofahrten und Landstraßenbetrieb wieder auf den vorgeschriebenen Wert und schrauben Sie das Ventilkäppchen fest zu. Bei hohem Tempo beugt es möglichem Druckverlust vor und schützt vor Verschmutzung. An schnellen Maschinen sollte das Plastikteil gegen ein Metallkäppchen mit Gummidichtung getauscht werden.
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