GPS-Navigation

Co-Pilot

Am PC eine Route planen und dann mit Satellitennavigation sicher ans Ziel gelangen – »Quovadis« macht´s möglich.

Motorrad-Touren machen Spaß – solange man sich nicht an jeder Kreuzung umständlich vergewissern muss, in welche Richtung es weitergehen soll. Stressfreies und vor allem zielorientiertes Touren ohne nerviges Hantieren mit der Landkarte verspricht in Verbindung mit einem Satellitennavigationsgerät (GPS) dagegen das PC-Programm »Quovadis« der Schwarzwälder Firma Touratech (Telefon 07728/92790; Internet: www touratech.de) Das Prinzip ist simpel: Mit Hilfe digitalisierter Landkarten (CD-ROM) wird der GPS-Empfänger vor einer Tour am PC so programmiert, dass man unterwegs nur noch auf die Kursangaben auf dem Display des kleinen Kastens am Lenker achten muss: Ein Pfeil zeigt die gewünschte Richtung an. So viel zur Theorie.In der Praxis benötigt man neben einem leistungsfähigen Pentium-PC, der über einem Arbeitsspeicher von mindestens (!) 32 Megabyte verfügt, natürlich die Quovadis-Software für 299 Mark. Wer zusätzlich noch ein GPS-Gerät (Garmin III), die Lenkerhalterung, sämtliche Verbindungskabel und eine Deutschland-CD im Maßstab von 1:200000 benötigt, zahlt für das komplette Set (inklusive Software) 1300 Mark. Das Erlernen der Programms erfordert allerdings etwas Geduld. Vor allem GPS-Neulinge benötigen Zeit, um anhand des knapp gehaltenen Handbuchs hinter die Systematik des Programms und der Satelliten-Navigation zu kommen. Hat man aber die Bedienung einmal intus, ist die Programmierung des GPS-Empfängers überraschend einfach und unkompliziert.Zur Orientierung werden auf der Karte am Computer die entsprechenden Straßenkreuzungen oder Abzweigungen als Punkte, sogenannte Waypoints, per Mausklick markiert und abgespeichert. Mehrere dieser Waypoints werden dann zu einer Route zusammengefasst und in das GPS-Gerät überspielt. Durch die kontinuierliche Bestimmung der momentanen Position per Satellit kennt der GPS-Empfänger die Richtung sowie die Entfernung zum nächsten Waypoint und zeigt beides auf dem Display an. Beim Passieren eines Punktes weist der Richtungspfeil dann automatisch zum nächsten programmierten Punkt – wie eine Kompassnadel, die, egal wohin man sich bewegt, immer nach Norden zeigt.Ungewohnt ist zunächst der Umgang mit der Tatsache, dass für den GPS-Empfänger eine Route nur aus geraden Verbindungslinien zwischen den Waypoints besteht: Kurven oder Richtungsänderungen im Straßenverlauf werden zwischen den Punkten nicht berücksichtigt (siehe grün eingezeichnete Route im Bild Seite 73 oben). Die Orientierung während der Fahrt sowie die Festlegung der Waypoints am PC erfordert deshalb etwas Erfahrung, da man außerdem auch eine systembedingte Ungenauigkeit von bis zu 50 Metern einkalkulieren muss. Beim Maßstab 1:50000 (Wanderkarten) etwa liegt der vom GPS ermittelte Kurs schon mal leicht neben der auf der Karte verzeichneten Strecke, wie die Aufzeichnung der tatsächlich gefahrenen Route (grüne Linie) im Bild unten auf Seite 73 zeigt. Beim Touren mit der 1:200000er Karte ist die Ungenauigkeit dagegen kaum mehr merkbar.Das Angebot verfügbarer und exakter Karten-CDs steigt ständig, da mittlerweile auch die Landesvermessungsämter ihre Karten digitalisiert haben. So ist etwa für Deutschland sowohl der 200000er- (78 Mark) wie auch der 1:50000er-Maßstab (78 bis 89 Mark je nach Bundesland) lieferbar. Entsprechende CDs sind bei Touratech außerdem für die Schweiz (99 Mark), Österreich (Ost und West je 78 Mark), Europa (149 Mark) oder Afrika (Preis auf Anfrage) erhältlich. Das Einsatzgebiet von Quovadis erweitert sich also ständig, so dass sich die Anschaffung für engagierte Tourenfahrer durchaus lohnt – für mehr Zeit zum stressfreien Motorradfahren.
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