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Keine Fage, eine Reise durch Zentralasien ist mit einem großen logistischen Aufwand verbunden – und verlangt vor Ort viel Improvisationstalent und Geduld. Die Belohnung: nahezu unberührte wie einzigartige Landschaften, in denen sich seit Marco Polos Zeiten kaum etwas verändert hat.

Anreise: Per Gabelflug gelangt man mit British Airways ab zirka 1500 Mark von Frankfurt via London nach Almaty (Kasachstan) und von Islamabad (Pakistan) wieder zurück nach Deutschland.Die billigste Variante, um ein Motorrad nach Zentralasien zu transportieren, ist per Eisenbahn-Container. Der Preis richtet sich nach Menge der Fracht: je mehr sich im Container befindet, desto billiger wird es für den einzelnen Auftraggeber. Für die einfache Strecke nach Almaty sind ab etwa 1000 Mark zu rechnen. Infos bei der Stuttgarter Spedition Militzer & Münch, Telefon 0711/136880.Der einfache Transport per Luftfracht nach Almaty kostete bei Militzer & Münch 2250 Mark pro Motorrad. Zusätzlich waren vor Ort pro Fahrzeug 300 US-Dollar an den Zoll in Almaty zu zahlen. Die Abfertigung wurde vollständig von Militzer & Münch erledigt und verlief absolut problemlos.Etwas günstiger ist die Hamburger Spedition In Time (Telefon 040/50751013), die sich auf weltweite Motorrad-Luftfracht spezialisiert hat. Ein identischer Transfer kostet hier ab zirka 1650 Mark. Bei der Verzollung vor Ort ist man allerdings auf sich allein gestellt.Der Rücktransport lässt sich nicht oder nur schwer von Deutschland aus organisieren. Am Flughafen von Islamabad befinden sich gegenüber des Fracht-Terminals zahlreiche Spediteure, die einen entsprechenden Transfer nach Frankfurt relativ kurzfristig für rund 1000 Mark erledigen. Für die ganze Organisation sind vor Ort mindestens zwei Tage einzuplanen.Dokumente: Anträge für die notwendigen Visa für Kasachstan, Kirgistan, China und Pakistan gibt es bei den entsprechenden Botschaften in Bonn oder Berlin. Achtung: Das chinesische Visum muss persönlich (!) abgeholt werden – oder man beauftragt gleich eine Agentur, die gegen eine Gebühr sämtliche Visa beschafft: Pro Stempel verlangt zum Beispiel die Visum Centrale in Berlin (Telefon 030/230959110) 35 Mark. Für Pakistan ist für das Motorrad zusätzlich ein Carnet erforderlich, das gegen eine Kaution von 6000 Mark beim ADAC erhältlich ist.Das Schwierigste zum Schluss: die legale Einreise nach China als Individual-Tourist mit einem Fahrzeug. Vorgeschrieben sind ein chinesischer Führerschein, eine chinesische Fahrzeugzulassung plus Kennzeichen sowie ein staatlich anerkannter Führer, der einem für die Dauer des Trips nicht mehr von der Seite weicht. Wer sich nicht über die Bürokraten vom China International Travel Service (CITS; Infos beim Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China, Telefon 069/520135) ärgern möchte, kann sich an den Reiseveranstalter Active Tours (siehe organisierte Touren) wenden, der gute Unterstützung leistet.Reisezeit: Reisende in Zentralasien sollten in Sachen Klima hart im Nehmen sein. Im Sommer herrschen in den Wüsten und Steppen bis zu 50 Grad; dagegen fällt das Thermometer in den Hochgebirgen nachts regelmäßig unter den Gefrierpunkt. Da man sich die meiste Zeit in großen Höhen bewegt, kommt für eine entsprechende Tour nur der Zeitraum von Juni bis Mitte September in Frage.Übernachten: In allen Großstädten herrscht auch in Zentralasien kein Mangel an Pensionen und Hotels. Wildes Zelten ist in Kirgistan kein Problem. In China hat mein keine Wahl: Steht die Route fest, müssen sämtliche Hotels im Voraus gebucht und bezahlt werden. Am touristisch nahezu perfekt erschlossenen Karakorum-Highway in Pakistan finden sich unzählige Unterkünfte aller Klassen.Organisierte Reisen: Active Tours bietet eine 24-tägige organisierte Motorrad-Reise von Kasachstan durch Kirgistan und den Westen Chinas bis nach Pakistan an – bis auf wenige Abstecher gleicht diese faszinierende Route entlang der Seidenstraße und über den Karakorum-Highway der im Text beschriebenen Reise. Gefahren wird auf eigenen Enduros, die per Container hin und zurück transportiert werden. Der Preis von 5970 Mark umfasst den Flug, Begleitfahrzeuge, sämtliche Unterkünfte in Zelten oder Hotels inklusive Vollpension. Zusätzlich fallen die Transportkosten für das Motorrad an, für die ab etwa 1200 Mark gerechnet werden müssen. Infos: Active Tours, Telefon 09131/89180; Fax 891818; Internet: active-tours.com.Literatur: Von Lonley Planet kommt das englischsprachige Standardwerk »Central Asia« für 47,80 Mark, das auch den schwer zugänglichen Westen Chinas ausführlich beschreibt. Wer über den Karakorum-Highway reist, sollte sich unbedingt den gleichnamigen Führer von Reise Know-How für 44,80 Mark zulegen.Als Übersichtskarte empfiehlt sich »Zentralasien« von freytag & berndt im Maßstab von 1:1 750 000 für 14,80 Mark. Die wegen ihrer Genauigkeit unerlässlichen russischen Militärkarten gibt es in verschiedenen Maßstäben für 24 Mark pro Blatt beim Münchner Reise- und Expeditionsausrüster Därr (089/282032).Zeitaufwand vier WochenGefahrene Strecke 4300 Kilometer
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