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Porträt

Viele halten ihn für schlicht genial: den italienischen Konstrukteur Massimo Tamburini

Er zählt zu den bekanntesten Köpfen der italienischen Motorrad-Szene: Massimo Tamburini – Schöpfer so edler Kreaturen wie Ducati 916 und MV Agusta F4. 40 Motorräder sowie 17 Patente, darunter die Boomerang-Schwinge, gehen auf sein Konto. Angefangen hat der heute 55jährige allerdings mit ganz anderen Konstruktionen. In den 60er Jahren gründete er zusammen mit zwei Freunden die Firma Bimota, die damals Heizanlagen entwarf. Erst 1973, nach einem Sturz in Monza, an dem das Fahrwerk seiner 750er Honda schuld gewesen sein soll, machte der Motorradfan sein Hobby zum Beruf und initierte die Gründung der Zweiradschmiede Bimota Meccanica. Mit hochwertigen Produkten kam die kleine Firma schnell zu Ruhm und Ehre. Seit 1985 arbeitet Tamburini für Cagiva. Heute ist er Chef des Cagiva Research Center (CRC).Der Konstrukteur möchte sich keinesfalls vorrangig als Designer verstanden wissen: »Meine Passion ist die Technik, aber zur Entwicklung eines Motorrads gehört nun mal auch die Optik.« So werden bei CRC Technik und Design gleichberechtigt behandelt und gemeinsam weiterentwickelt. »Ein toller Ansatz, der allerdings auch dazu führt, daß es manchmal nur langsam weitergeht”, seufzt Massimo Parenti, Technikchef bei CRC. Und dann ist da noch die Liebe zum Detail: Sogar Schrauben werden so gestylt, daß sie sich harmonisch in die Gesamtlinie einfügen.»Tamburini kann viel, aber er verlangt auch viel”, berichten seine Mitarbeiter. Es soll schon vorgekommen sein, daß Ingenieure und Techniker ihre über Monate gehegten Holz- und Gipsmodelle eines Morgens zersägt vorgefunden haben. Tamburinis Art, ihnen mitzuteilen: noch mal.
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