FIM Endurance WM Oschersleben

Anthony Delhalle Trophy für Bolligers: Tränen auf dem Oschersleben-Podest

Hans-Peter Bolliger mit der Anthony Delhalle Spirit of EWC Trophy

Es ist lange her, dass Hans-Peter „Hämpu“ Bolliger auf ein Podest der Endurance-Weltmeisterschaft klettern durfte. In Oschersleben wurde seine Mannschaft mit der Anthony-Delhalle-Trophy ausgezeichnet.

Die Anthony Delhalle EWC Spirit Trophy ist in Oschersleben bei der German Speedweek an das Bolliger Team Switzerland gegangen. Damit wurde die Mannschaft für den wahren Geist der Langstrecke geehrt: In nur 31 Minuten wechselten die Mannen um Hans-Peter „Hämpu“ Bolliger und seinen Sohn Kevin das Getriebe der Kawasaki ZX-10RR.

Vom achten Startplatz aus war die Mannschaft mit Sebastien Suchet, Robin Muhlauser und Roman Stamm ins Rennen gegangen und mischte in der Anfangszeit ganz vorn im Renngeschehen mit. Dann aber kamen Schaltprobleme und ein Getriebeschaden kündigte sich an. Nach 66 Runden kam die Mannschaft an die Box und reparierte den Schaden.

„Wir üben Zuhause den Getriebe-Wechsel“, ließ Junior-Chef Kevin Bolliger MOTORRADonline wissen. „Da ist das Motorrad aber kalt, alle Werkzeuge liegen parat und die Verkleidungen etc. sind schon ab. Da brauchen wir 30 Minuten dafür. Hier waren es 31 Minuten.“ Und das bei kochend-heißem Aggregat.

Mit 20 Runden Rückstand auf die Spitze nahmen Bolligers das Rennen dann wieder auf – ohne jegliche Aussicht auf eine Spitzenplatzierung oder gar ein Podest. Ziel war es, einfach noch Punkte mitzunehmen und das wurde mit Platz 20 erreicht. Das Team Bolliger hat nun 53 Punkte auf dem Konto und reist als WM-Neunter zum Finale nach Suzuka in Japan.

Die Anthony Delhalle EWC Spirit Trophy wurde im letzten Jahr eingeführt. Sie soll an den beim Testen in Nogaro am 08. März 2017 verstorbenen Ex-Weltmeister Anthony Delhalle erinnern. Sie wird seither bei jedem Rennen für besondere Leistungen vergeben, die dem Spirit des Langstrecken-Sportes entsprechen. Hämpu Bolliger nahm die Trophy in Oschersleben auf dem Podest in Empfang und war dabei sichtlich gerührt und mit dem ein oder anderen Tränchen im Auge zu sehen.

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Foto: Toni Börner

F.C.C. Honda gewinnt in Oschersleben

Der nächste Streich für F.C.C. TSR Honda mit Freddy Foray, Alan Techer und Josh Hook: Die Mannschaft gewann mit der CBR1000RR Fireblade die acht Stunden von Deutschland in der Motorsport Arena Oschersleben. Das Trio gewann am Ende mit 48,355 Sekunden Vorsprung auf die #11 vom Team SRC Kawasaki mit Mathieu Gines, Randy de Puniet und Jeremy Guarnoni. GMT94 Yamaha (David Checa, Niccolo Canepa, Mike di Meglio) konnte gerade noch so den dritten Rang ins Ziel retten.

Dabei waren SRC und GMT94 bis in die vorletzte Kurve im direkten Kampf um den zweiten Platz, der endete für GMT aber vorerst im Kiesbett. Mit Mühe konnte man das Bike doch noch auf Rang zwei ins Ziel schleifen. Die Mannschaft von Christophe Guyot hatte Anfang des Rennens auch unter gelb überholt und tankte ein Mal ohne das Licht auszuschalten, dafür gab es eine 30-Sekunden-Stop-and-Go.

NRT48 von Ingo Nowazcyk verpasste mit Lucy Glöckner, Stefan Kerschbaumer und Kenny Foray das Podest auf dem vierten Platz knapp. Stark war das Maco Racing Team, die auf dem fünften Platz landeten. Der Sieg in der Superstock-Klasse ging an MOTO AIN mit der #96.

Nachdem Vincent Phillipe die #2 SERT Anfang des Rennens an die Spitze des Feldes gehievt hatte, stürzte er später. Mit seinen Teamkollegen Etienne Masson und Gregg Black schaffte man noch den zehnten Platz ins Ziel. Florian Alt kam mit seiner #333 Mannschaft auf den elften Platz und damit Rang fünf in der Superstock-Wertung. Motobox Kremer holte den zwölften Geasmtrang.

Honda #111 fiel nach einem Sturz rund 30 Minuten vor Schluss noch aus den Podesträngen raus. Aber die Mannschaft von Johnny Twelvetrees legte in der Box einen unglaublichen Job hin und brachte die völlig verbogene CBR noch auf Rang 13 in die Punkteränge.

Bei Mercury Racing waren Sylvain Barrier und Karel Hanika zu zweit gefahren, doch auch sie blieben nicht vom Pech verschont. Barrier stürzte aufgrund eines technischen Problems, kurz vor Ende des Rennens sprang dann die Kette über das Kettenblatt und man entschied sich, auf Punkte zu fahren und das nicht zu reparieren. Rang 14 am Ende. Arno Friedrich sah mit dem Team LRP Poland das Ziel auf Platz 17. Bolligers hatten Anfang des Rennens das Getriebe wechseln müssen, was sie in unglaublicher Rekordzeit von 31 Minuten schafften. Dafür gab es die Anthony-Delhalle-Trophy, aber auf Rang 20 keine Punkte.

Arlows Racing – die einzigen Wildcardler in diesem Rennen – hatten mit Sascha Schoder, Malte Bigge und Maximilian Weihe auch einige Probleme und Defekte zu lösen, darunter einen Sturz, aber man sah das Ziel auf dem guten 22. Rang.

Nicht in die Wertung schaffte es GERT56. Nachdem Filip Altendorfer rund 40 Minuten vor Schluss gestürzt war, war eine Reparatur des Bikes nicht mehr möglich. Mit 267 gefahrenen Runden hätte sich die Mannschaft zwar klassiert, aber man konnte nicht über die Ziellinie fahren.

Prominentester Ausfall war YART Yamaha. Die R1 von Mandy Kainz mit Marvin Fritz, Max Neukirchner und Broc Parkes verlor Kühlwasser, worauf Fritz ausrutschte. Schließlich brannte das Bike. Kainz entschied sich nach erster Begutachtung des Schadens zur Aufgabe. Auch WSB-Endurance #99 und das HRT100 – Hertrampf Endurance Racing Team auf Ducati-Panigale sahen das Ziel nicht.

Foto: Toni Börner

GMT94 nach Angriff am Freitag mit Oschersleben-Pole

Angriff am Freitag: Während sich viele Teams auf das Qualifying am Donnerstag konzentriert hatten, starteten einige der Spitzenmannschaften am Freitagmittag in der Motorsport Arena Oschersleben noch einmal einen großen Angriff, darunter das GMT94 Yamaha Team mit Mike di Meglio, Niccolo Canepa und David Checa. Alle drei Piloten kamen in den hohen 1:26-Minuten-Bereich und damit am Ende auf ein Mittel von 1:29,901 Minuten, was die Pole-Position bedeutete.

Startplatz zwei ging an die #5 von F.C.C. TSR Honda France mit Josh Hook, Freddy Foray und Alan Techer, die im Mittel anderthalb Zehntelsekunden verloren. Die Rekord-Weltmeister vom Suzuki Endurance Racing Team „SERT“ landeten mit Vincent Philippe, Etienne Masson und Gregg Black auf Startplatz drei.

Die Lokalmatadoren von NRT48 von Ingo Nowaczyk konnten am Freitag groß auftrumpfen: Kenny Foray fuhr in 1:26,527 Minuten die absolute Bestzeit des Wochenendes. Stefan Kerschbaumer und Lucy Glöckner fuhren 27er-Zeiten und brachten die BMW #48 auf Startplatz vier, vor der #111 Honda Endurance CBR mit Gregory Leblanc, Sebastien Gimbert und Erwan Nigon.

#11 SRC Kawasaki (Mathieu Gines, Randy de Puniet, Jeremy Guarnoni), #7 YART Yamaha (Broc Parkes, Marvin Fritz, Max Neukirchner) und #8 Bolliger Team Switzerland holten die Startplätze sechs bis acht.

Starke Leistung von der #100 HRT100 Hertrampf Endurance Ducati mit Dominik Vincon, Marco Nekvasil und Oliver Skach. Das Trio fuhr den 14. Startplatz heraus und hofft nun, die Panigale über die 8-Stunden-Distanz zu bringen.

Auf Startplatz 20 gehen Geoffroy Dehaye, Jan Viehmann und Christopher Kemmer auf der Motobox Kremer Racing Yamaha ins Rennen. Das sächsische GERT56 Team von Karsten Wolf landete mit Filip Altendorfer, Christoph Höfer und Rico Löwe auf dem 22. Startplatz. Die Teilnahme von Höfer am Rennen wankt nach einem Sturz im zweiten Qualifying noch. Arnaud Friedrich wird mit dem #90 LRP Team Poland vom 24. Startplatz aus losfahren – nur einen Platz vor der #99 von WSB-Endurance mit Danny Märtz, Johannes Hoffmann und Dirk Walter.

Startplatz 26 für das Arlows Racing Team mit den Wildcard-Piloten Sascha Schoder, Malte Bigge und Maximilian Weihe.

Das Rennen startet am morgigen Samstag, 09. Juni 2018, um 13:00 Uhr Ortszeit.

Foto: Toni Börner

F.C.C. Honda mit provisorischer Pole in Oschersleben

Freddy Foray, Alan Techer und Josh Hook haben sich in Oschersleben die vorläufige Pole-Position für die acht Stunden von Deutschland in der Motorsport-Arena gesichert. Das CBR1000RR-Trio schaffte eine durchschnittliche Bestzeit von 1:27,058 Minuten. Dabei waren alle drei Fahrer unglaublich konstant schnell: 1:27,014 Minuten, sowie 1:27,004 und 1:27,156 hätten nicht enger beisammen sein können.

Den vorläufigen zweiten Startplatz hat das Suzuki Endurance Racing Team „SERT“ mit der Startnummer 2 inne. Vincent Phillipe, Etienne Masson und Gregg Black blieben knapp vor GMT94 Yamaha und der #11 SRC Kawasaki. YART-Yamaha landete mit Marvin Fritz, Max Neukirchner und Broc Parkes auf dem fünften Platz, knapp vor den Lokalmatadoren von NRT48. Auf dem siebten Platz klassierte sich das #111 Honda Endurance Racing Team. Die ersten sieben Teams trennten im Mittel am Ende gerade einmal 0,394 Sekunden! Das Team Bolliger Switzerland auf acht blieb mit Roman Stamm, Robin Mulhauser und Sebastien Suchet im Mittel ebenfalls bei unter einer Sekunde Rückstand.

Auf neun hatte das Mercury Racing Team etwas Pech. Karel Hanika und Sylvain Barrier werden laut aktuellem Stand das Rennen zu zweit bestreiten müssen, denn Jakub Smrz stürzte im Freitags-Qualifying per Highsider und verrenkte sich das Schlüsselbein.

Auf Platz zehn fuhr die #333 Yamaha Viltais Experiences unter anderem mit dem Deutschen Florian Alt zum zehnten Trainingsrang – und wurde bestes Superstock-Team. Auch Motobox Kremer landete mit der Yamaha auf dem starken 13. Platz.

Das German Endurance Racing Team „GERT56“ holte mit Filip Altendorf, Christof Höfer und Rico Löwe den 17. Startplatz, was in der Stock-Klasse zunächst Platz fünf bedeutete.

Stark auch die Ducati von HRT100 mit Dominik Vincon, Oliver Skach und Marko Nekvasil. Das Panigale-Trio von Dennis Herframpt landete auf Startplatz 19. WSB-Endurance 99 steht derweil auf dem vorläufigen 24. Startplatz, LRP Poland mit Arnaud Vincent auf Rang 25 – nur knapp vor dem Wildcard-Team von Arlows Racing auf Suzuki.

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