Ausprobiert: Anti-Hopping-Kupplung in der Ducati 999

Ausgestempelt

Foto: fact
Gegen Hinterradblockaden: Anti-Hopping-Kupplung
Gegen Hinterradblockaden: Anti-Hopping-Kupplung

Amateur-Rennfahrer und Profi-Heizer gleichermaßen zwingt ein stempelndes Hinterrad beim heftigen Bremsmanöver zum Zaubern. Gut, wenn die Fahrt abseits der Ideallinie auf dem weiten Bogen weitergehen kann; schlecht, wenn das springende Rad die Fuhre ins Kiesbett bugsiert. Der Grund für das hoch-
frequente Stempeln ist das Schleppmoment des Motors bei geschlossenem Gasgriff. Begünstigt durch das Spiel der Getriebe-
klauen und den Kettendurchhang, kann es zu Resonanzschwin-
gungen führen; das Hinterrad federt hochfrequent ein und aus und macht das Einlenken in die Kurve mangels Bodenkontakt zum heiklen Manöver. Um solche Unarten bereits im Ansatz zu un-
terbinden, legen Profi-Rennfahrer beim Anbremsen und gleichzeitigen Herunterschalten die Kupplung mit zwei Fingern leicht
an und kappen so die Spitzen des Motorbremsmoments. Verläss-
licher als der manuelle Kupplungstrick arbeiten so genannte Anti-Hopping-Systeme, die mittels einer Mechanik im Schiebebetrieb den Anpressdruck der Kupplungsfedern verringern. Dank einem definierten Schlupf in der Kupplung unterbleibt das Stempeln.
Vom italienischen Zulieferer Adige stammt die APTC-Kupplung für die Ducati 999. Ein in Finish und Verarbeitung makelloses Angebot für 1078,80 Euro, das über Stein-Dinse (Telefon 0531/
21021-34) vertrieben wird. Das notwendige Spezialwerkzeug ist im Kit enthalten und macht die Montage zum Kinderspiel.
Tadellos auch die Funktion der APTC-Kupplung. Auf der Renn-
strecke im spanischen Calafat mit den gefürchteten Bremswellen getestet, blieb die Ducati 999 bei provoziert harten Brems-
manövern und harsch heruntergetretenen Gängen absolut stabil und frei von Stempeln. Die Bremswirkung des Motors zeigte sich dabei immer noch stark genug, um präzise einlenken zu kön-
nen, denn eine zu geringe Motorbremswirkung hätte zur Folge, dass das Motorrad nur unwillig dem vorgegebenen Radius am Kurveneingang folgt. Selbst mit etwas Druck auf die Hinterradbremse – ohne Rutschkupplung ein Desaster (siehe Datarecor-
ding) – ließ sich die 999 in elegantem Slide leicht anstellen und die Verzögerung exakt dosieren. Zudem fällt die Handkraft mit der Adige-Kupplung rund 30 Prozent geringer aus als beim Serienteil.
Und wie lässt sich die Kupplung beim vollen Beschleunigen dosieren? Perfekt. Zehn Messungen aus dem Stand in kurzen Abständen gingen ohne Rupfen und »Fading« über die Bühne. Also hier ebenfalls grünes Licht. Eine kleine Auffälligkeit trat jedoch bei der Demontage am Testende zutage. Die schmalen Klauen der Reibscheiben hatten bereits deutliche Spuren im Kupplungskorb hinterlassen, obwohl dieser aus Stahl gefertigt ist.
Fazit: Schneller, sicherer und stressärmer geht’s auf der Rennpiste und beim zackigen Landstraßenräubern mit der APTC-Kupplung voran.

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