Fahrradträger fürs Motorrad

Sattel-Schlepper

Was tun, wenn das Fahrrad mit dem Motorrad in den Urlaub gehen soll? Ein erfindungsreicher Stuttgarter Ingenieur hat die Lösung gefunden: Er konstruierte einen Fahrradträger, der ohne viel Geschraube ans Motorrad paßt.

»360 Mark, bitte«, sagte der freundliche Mann am Bahnschalter. 360 Mark für den Transport seines Mountain Bikes nach Galtür, das war Errol Kordick zuviel. Der 50jährige Gießereiingenieur und Inhaber eines Büros für Fahrzeugtechnik fährt am liebsten mit seiner BMW R 1200 C zum Mountainbiken und war die Kosten des Fahrradtransports leid: »Da hab ich halt einen Fahrradträger für mein Motorrad konstruiert.«
MOTORRAD hatte Gelegenheit, das ungewöhnliche Zweirad-Gespann probezufahren. Überaschend, wie problemlos sich der Cruiser samt aufgesatteltem Drahtesel handhaben läßt. Obwohl sich das elf Kilogramm schwere Bike weit außerhalb des Motorrad-Schwerpunkts befindet, macht es weder im Stadtverkehr noch beim zügigen Mitschwimmen auf der Autobahn Probleme, das Fahrverhalten wird praktisch nicht beeinflußt.
Kordick hat das stabile Gußteil aus hochzähem Aluminium komplett selbst gefertigt. Es wird mit vier Schrauben an den Originalhaltepunkten des Soziushaltebügels befestigt und wiegt lediglich 900 Gramm. Der Träger paßt aber mit modifizierten Adaptern auch an andere Motorräder mit ausreichend stabilem Rahmenheck. So kutschiert ein Bekannter Kordicks mit einer Yamaha XT 600 samt Fahrrad durch die Gegend. Da die Kostruktion gemäß § 22 StVO als »Ladung« gilt, ist eine TÜV-Abnahme oder Eintragung nicht notwendig. Hier zeigt sich die Erfahrung des Ingenieurs, der unter anderem als Fachberater für TÜV- und ABE-Fragen tätig ist.
Sofern es Intersessenten für seine Idee gibt, will Kordick (Telefon 0711/5180682) eine Kleinserie des per Gebrauchsmuster geschützten Trägers auflegen, dessen Preis etwa zwei Fahrradtransporten per Bahn nach Österreich entspräche.
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