Fußrasten für Sportler (Archivversion)

Edel-Metall

Man kann sich teures Edelmetall um den Hals hängen oder an den Arm binden. Der Kenner besorgt sich jedoch kostbares Motorradzubehör, zum Beispiel aufwendige Fußrastenanlagen. Fünf handgefertigte Kostbarkeiten für die Honda CBR 900 RR im Vergleich.

Serienmäßige Supersport-Maschinen gibt`s noch gar nicht so lange. Wer sich in den Siebzigern auf seiner Honda CB 750 rennmäßig zusammenfalten wollte, mußte zuerst schrauben. Angesagt waren folgende Tuningteile: Rickman-Vollverkleidung, Tomaselli-Stummel, Konis, dazu Dunlop TT 100 und ein Marving-Brüllrohr. Da Sport mit Komfort absolut unvereinbar ist, mußten die Fußrasten möglichst weit in Richtung Hinterachse verlegt werden. Am besten durch eine unförmige Fußrastenanlage von Raask. Mit all diesen Feinheiten saß man zwar wie der Affe auf dem Schleifstein mit den Knien hinter den Ohren, aber Optik und Feeling stimmten.Doch das ist Schnee von gestern, heutzutage gibt es Motorräder im serienmäßigen Renntrimm en masse. Trotzdem verkaufen sich Tuningteile und technisches Zubehör besser denn je, neben funktionellen Verbesserungen möchte Otto Normalbiker nämlich noch eine individuelle Optik. Fußrastenanlagen aus dem Zubehör taugen für beides. Die gefürchteten Raask-Anlagen gibt es zwar nicht mehr, aber eine Reihe von Spezialisten auf dem Gebiet der Metallverarbeitung bietet allerlei Feines und Nützliches.Fünf komplette Anlagen probierte MOTORRAD an der Honda CBR 900 RR aus. Deren Sitzposition ist im Gegensatz zur alten CB 750 schon ausgesprochen sportlich. Nur Extremisten werden sich eine noch höhere oder nach hinten verlegte Rastenposition wünschen, darunter wohl eher Zeitgenossen mit kürzeren Beinen. Doch die Haltung auf der Maschine ist Geschmackssache, somit urteilsfrei. Beurteilen läßt sich aber die Verarbeitung, Funktion und Paßgenauigkeit der Rasten-Sets. Die Zubehör-Rasten sind im Gegensatz zu den klappbaren Serienrasten starr. Das macht aber nichts, denn durch höheren Anbau und schmalere Bauweise bieten sie ausreichend Schräglagenfreiheit. Leichter als die Serienanlage sind alle, manche viel, manche nur unwesentlich weniger. Das gegossene Original-Ensemble der CBR bringt gut 660 Gramm pro Seite auf die Waage, einige der Zubehör-Sets wiegen weniger als die Hälfte. Die Kohlefaser-Anlage von Schäfer wiegt gar insgesamt unter 500 Gramm. Im Preis übertreffen die getesteten Anlagen die Serienteile deutlich. Die Honda-Rasten kosten pro Seite knapp 70 Mark, die Halteplatten jeweils unter 130 Mark. Zubehöranlagen rentieren sich also kaum. Aber wen interessiert das angesichts der edlen Optik gefrästen Leichtmetalls?
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