Vergleichstest (Archivversion)

Cockpit-Verkleidungen

Sind Cockpit-Verkleidungen ein tauglicher Windschutz oder nur ein optischer Gag? MOTORRAD verglich acht Exemplare für die Honda Hornet.

Ob Zigarette, Cola oder Yoghurette - der Mensch von heute liebt es leicht. Kein Wunder, dass selbst gestandene Naked-Biker immer häufiger die Variante »Fahrtwind light« wählen und statt des lustvollen Kampfes mit den heranstürmenden Elementen lieber den Windschutz einer kleinen Cockpitverkleidung suchen. Doch angesichts der eher bescheidenen Abmessungen dieser Windschilder kann man sich häufig des Eindrucks nicht erwehren, dass solche Anbauten weniger dem gewachsenen Schutzbedürfnis als vielmehr dem Wunsch nach Individualität Rechnung tragen. Tatsächlich liegen derzeit vor allem aggressiv gezeichnete Cockpit-Verkleidungen im Trend, die den braven Allround-Motorrädern zu einem grimmigen Antlitz im Streetfighter-Stil verhelfen. Ein beliebtes Fahrzeug für Umbauten dieser Art ist die Honda CB 600 F. Stellvertretend für andere unverkleidete Maschinen testete MOTORRAD an der Hornet acht Cockpit-Verkleidungen aus dem Zubehör. Entscheidend für die Beurteilung waren neben dem Windschutz auch Prüfpunkte wie Montagefreundlichkeit, Passform und vor allem die Verarbeitung der - mit Ausnahme der Predator - in Serienlackierung georderten Designer-Stücke.Gerade im letztgenannten Punkt präsentierten sich die Verkleidungen alles in allem auf einem erfreulich hohen Niveau: Negative Ausreißer wie Unebenheiten, ungenau gebohrte Haltelöcher oder unsaubere Kanten gab es weder bei den handlaminierten Exemplaren aus GFK noch bei den gespritzten Kunststoffschalen von JF oder Team Metisse zu bemängeln. Auch die Qualität der Lackierungen sowie die Passform der kleinen Scheiben war durchweg einwandfrei. Bei den Verkleidungshaltern fanden sich allerdings einige, die erst mit Improvisationsgeschick und Werkzeug in die richtige Form gebracht werden konnten. Die deutlichsten Unterschiede ergaben sich somit bei der Montage. Während die Verkleidungen von MBD und Bad Max Racing auch von wenig Geübten rasch angebracht werden können, gestaltet sich der Anbau der anderen Exemplare zeitaufwendiger und erfordert einiges an Schrauberfahrung. Dies gilt insbesondere für die Verkleidungen von m-Design und Team Metisse, die vor der eigentlichen - im Prinzip sehr einfachen - Montage den arbeitsintensiven Abbau des serienmäßigen Lampenhalters erfordern. Hierzu müssen Lenker und obere Gabelbrücke abgenommen sowie sämtliche Züge und elektrischen Leitungen zunächst getrennt und anschließend wieder verbunden werden - selbst routinierte Schrauber sollten für den Anbau daher mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Auf den Anschluss der Elektrik für die mitgelieferten Scheinwerfersysteme hat MOTORRAD verzichtet, da hierbei die serienmässigen Stecker abgetrennt und durch die mitgelieferten Anschlüsse ersetzt werden müssen. Generell gilt jedoch, dass die Scheinwerfereinstellung wegen der beengten Platzverhältnisse vor dem Anbringen der Windschilder erfolgen sollte. Die abschließenden Fahrversuche bis knapp 200 km/h bestanden alle Testkandidaten problemlos: Keine Verkleidung beeinträchtigt die Fahrstabilität oder nervt mit Klapper- oder Dröhngeräuschen. Den besten Windschutz liefert die klassisch gestylte Schale von MBD, gefolgt von der JF City Storm sowie der WPR-Streetfighter. Letztere erzeugte mit ihrer steil stehenden Scheibe jedoch relativ starke Turbulenzen im Helmbereich. Da ist es gut, dass die knapper geschnittene Konkurrenz keinen Wirbel um den kaum vorhandenen Windschutz macht.
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote