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..ist schwer. Yamaha R1-Auslieferung verzögert sich

Nachdem MOTORRAD aus Gründen der Aktualität bei den bisherigen Tests der Yamaha R1 nur auf Maschinen aus der Vorserienfertigung zurückgreifen konnte, hat die Testmannschaft nun – wie versprochen – erste Serienexemplare gefahren. Dabei stellte sich folgendes heraus: Die Serienbereifung Metzeler ME Z3 weist gegenüber der getesteten Michelin TX 15/25-Ausstattung deutliche Nachteile in Sachen Handlichkeit und Neutralität auf. Außerdem trat bei einer der beiden gefahrenen Maschinen starkes, bei der anderen leichtes Lenkerflattern auf, was auf Qualitätsunterschiede bei den Pneus und eine gewisse Sensibilität des Fahrwerks hinsichtlich Shimmy schließen läßt. Weitere Abstriche auch beim Getriebe. Sind laute Schaltgeräusche beim Gangwechsel noch als kosmetische Schwäche zu tolerieren, ärgert vor allem in den ersten drei Gängen bei niedrigen Drehzahlen die unsaubere Rastung der Zahnräder. Mit 146 PS liegen die Serien-R1 auf dem Niveau der bereits getesten Exemplare, allerdings sind im Bereich zwischen 4000 und 6000/min Vibrationen in Lenker und Fußrasten zu spüren. Der in den ersten Tests festgestellte hohe Ölverbrauch war bei den Serienmaschinen nicht zu verzeichnen. Er war laut Yamaha auf den Umstand zurückzuführen, daß die Präsentationsmaschinen vom ersten Moment an mit Vollgas über die Rennstrecke bewegt wurden und Kolben- und Ölabstreifringe nicht sauber eingelaufen waren. So weit, so gut. Doch nun kommt’s dicke. Laut offizieller Pressemitteilung hat sich beim Serienanlauf ein technischer Mangel bei der Fertigung des Kupplungskorbs eingeschlichen. So können unter extremen Bedingungen Risse an der Trägerplatte des Torsionsdämpfers im Bereich der Federn auftreten. Durch die Modifikation der bereits produzierten Maschinen verzögert sich die Auslieferung um zirka drei Wochen auf Ende Februar. Die schon per Luftfracht nach Deutschland gelieferten R1 müssen ebenfalls umgerüstet werden. Wegen dieser unplanmäßigen Verzögerung ist der Importeur bereit, die Mehrkosten der Kunden für die per Luftfracht eingeflogenen Maschinen zu übernehmen.
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