BMW K 1200 GT (V) (Archivversion)

Spaßeshalber

Flotten Touristen bläst BMW mit der nicht eben billigen, aber dennoch attraktiven K 1200 GT den Marsch. Bei Landstraßenräubern weckt die Roadster-Studie der Münchener immerhin Hoffnungen.

Es gibt Hersteller, die Touring insgesamt als Lücke betrachten und – oft genug lustlos – mit einem einzigen Modell bedienen. BMW beweist, wie viel Platz allein im obersten Segment dieser Lücke herrscht: Zwischen die tourentaugliche K 1200 RS und den opulenten Reisedampfer K 1200 LT schiebt sich voraussichtlich noch in diesem Jahr eine GT. Also eine Gran-Tourismo-Version, was vom Namen her auf ein eher leichtes Gefährt schließen ließe, welches Sportlichkeit in ihrer kultivierteren Form offeriert.Von Leichtbau bleibt die K-Reihe zwar nach wie vor weit entfernt, aber ausgestattet mit dem stabilen Fahrwerk und dem relativ potenten, abgastechnisch leicht modifizierten Vierventiler aus der RS dürfte der GT trotzdem wenig anbrennen. 130 PS bringen selbst 300 Kilogramm Leergewicht gut in Schwung. Die Bremsanlage, serienmäßig mit teilintegralem ABS, entstammt ebenfalls der sportlicheren Schwester. Erst bei Karosse und Ergonomie tauchen die entscheidenden Unterschiede auf. Die Verkleidung mit dem hier elektrisch verstellbaren und im Vergleich deutlich höheren Windschild trägt vor den Unterschenkeln des Fahrers ein windabweisendes schwarzes Profil. Dank eines breiten Handschutzes soll der Luftzug auch an des Fahrers oberen Extremitäten lässig vorbeirauschen. Komfortablerer Sitz und höherer Lenker verstehen sich in einer solchen Karosse von selbst. Serienmäßig trägt die GT Koffersystem und Gepäckbrücke, die Kofferdeckel sind in Karosseriefarbe lackiert, also blau- oder graugrünmetallic. In Deutschland gibt’s eine Leistungsvariante mit 98 PS.So viel wird der heimliche Star des BMW-Intermot-Standes nicht stemmen. Die Studie Roadster basiert nämlich auf der just mal 85 PS starken R 1150 R, und sie soll zeigen, wie BMW sich ein freches Naked Bike vorstellt, das fast schon in Streetighter-Gefilde vordringt. Die Leute um Design-Chef Dave Robb haben bis auf das Windschild und das modifizierte R 1100 S-Schutzblech ausschließlich Serienteile verwendet: Instrumente und schwarz eloxierte Gabelstandrohre von der S, Lampen von der GS, Zylinderkopf-Hauben von der ebenfalls in München ausgestellten Boxer-Cup-Replika (siehe MOTORRAD 12/2002).Wie es hieß, wollte man Zuschauerresonanz testen – und dann gegebenenfalls in Serie gehen. Nun denn, es kann losgehen. Die Zuschauer waren begeistert, allenfalls an der einsitzigen Ausführung entzündeten sich Diskussionen. Zumal die Studie Ausleger für Soziusfußrasten trägt.
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