BMW Supercruiser und R 1150 RX

Flott gemacht

Dies- wie jenseits des Atlantiks hat BMW noch etwas Kaufpotenzial ausgemacht und möchte es mit zwei Modellvarianten anzapfen: einem Supercruiser auf R 1200 C-Basis und einer milde kämpferischen R 1150 R-Version.

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. Und nach den Messen ist.... Will sagen: Es neuheitet schon wieder. Zwar möglichst unter Ausschluss der Öffentlichkeit, aber manchmal passiert’s dann doch. Wie im Fall BMW: Fern der Heimat sichteten fachkundige Beobachter gleich zwei neue Bayern-Kräder bei Fahrerprobungen, die MOTORRAD-Zeichnungen geben deren Serienstand bereits ziemlich genau wieder.
Neuheit eins: eine verschärfte Form der Roadster. Die 2000 vorgestellte R 1150 R verkauft sich noch besser als erwartet, sogar von Lieferzeiten war kurzfristig die Rede. Da lag nahe, diesen Erfolg – bislang wurden weltweit rund 8000 Exemplare veräußert – noch ein wenig zu mehren, freche Kunden ins weißblaue Boot zu holen. Deshalb umweht die Neue vorne rum ein Hauch von Streetfighter. Nicht so polarisierend wie bei Triumphs Speed Triple, doch immerhin so flott wie bei der kleinen BMW F 650 CS Scarver. An deren kombinierten Lampen- und Instrumententräger erinnert der Vorbau der Roadster jedenfalls, wie bei der F umhüllt er ein Paar kleine Elypsoid-Scheinwerfer. Darüber die Instrumente, geschützt von einem leicht hochgezogenen Windschild. Eine Etage tiefer bringt ein konventioneller, dafür aber schlanker Kotflügel Schwung in die Sache, unklar bleibt noch, ob die Gabelrohre und der Dreieckslenker mattschwarz werden oder weiter silbern schimmern. Technisch ändert sich an der erfolgreichen Unverkleideten nichts, allenfalls ist damit zu rechnen, dass – in beiden Varianten – ab 2003 auch der 850er-Boxer werkelt.
Im Gegensatz zur R 1150 R musste der BMW-Cruiser auf dem Weg zum typischen US-Straßenkreuzer eine wahrhaft fundamentale Verwandlung durchmachen. Keine Spur mehr vom eher geduckten Auftritt der R 1200 C: Deutlich höher untergebracht als auf dem Cruiser, lässt sich der Fahrer von einer in jede Richtung ausladenden Lenkerverkleidung schützen. Seitlich ragt sie fast bis zu den Lenkerenden. Vor dem – sicher höhenverstellbaren Sitz – wölbt sich ein sichtlich gewachsenes, breites Benzinfass, die Abluft des Ölkühlers entströmt durch seitlich in den Tank eingelassene Luftkanäle.
Das Heck des Supercruisers ist mit allem beladen, was Kontinentaldurchquerungen erleichtert, mit riesigem Topcase also und zwei Packtaschen, einem üppigen Soziusplatz mit Rücken- und Armlehnen. Während der Beifahrer seine Füße auf breiten Rasten abstellt, kriegt der Fahrer echte Trittbretter. Wahrscheinlich darf er links in einem Sechsganggetriebe mit Overdrive rühren, rechts betätigt er per Hand oder Fuß eine Integralbremse. Am Gasgriff und eventuell per Tempomat gebietet er weiterhin über 61 PS. Hört sich gemütlich an, oder?
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