Ducati Scrambler Icon 2019 im Fahrbericht

Erste Ausfahrt mit der neuen Scrambler

Ducati spendiert der Scrambler Icon im Modelljahr 2019 einige Updates.Auf einer ersten Testfahrt durften wir uns selbst von den neuen Features überzeugen.Die größte Neuerung dürfte das nun vorhandene Kurven-ABS von Bosch sein.Angetrieben wird sie nach wie vor von einem luftgekühlten Zweizylinder-Motor mit 803 cm³.
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Ducati bringt noch im Herbst 2018 eine überarbeitete Scrambler Icon auf den Markt. Die bekommt neue Sicherheitstechnik spendiert und wird erfreulicherweise aber nicht wesentlich teurer werden. Wir hatten die Gelegenheit, die neue Scrambler auszuprobieren.

Mehr Sicherheit für Motorradfahrer hat Ducati sich seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben. Deutlich sichtbar ist das an der „Safety Road Map 2025“, die der italienische Hersteller verfolgt. Zu dieser Road Map gehört als derzeit wichtigster Bestandteil das Kurven-ABS, das Ducati nach und nach bei allen Motorrädern serienmäßig offerieren will. Die Panigale, die Multistrada, die Monster und die Scrambler 1100 haben es schon– und jetzt bekommt es auch die Ducati Scrambler Icon, die günstigste Variante der 800er-Baureihe.

Wie fährt sich die neue Scrambler?

Zwei zentrale Kritikpunkte standen an den 800ern im Raum. Die Sitzbank wies eine tiefe Kuhle direkt hinterm Tank auf, die einem die Bewegungsfreiheit raubte, was sich letztlich in mangelhaftem Komfort niederschlug. Die ist nun praktisch verschwunden, die Polsterung zudem etwas dicker und wertiger. Komfortproblem gelöst also. Zweitens wirkte das Fahrwerk bislang etwas stuckrig. Maues Ansprechen, Federung etwas zu straff. Hier haben die Entwickler den wohl entscheidenden Fortschritt erzielt. Ein komplett neues Setup mit progressiven Gabelfedern, neuem Dämpfer-Setup, und geänderter Federprogression hinten verleiht der Icon nun jene Geschmeidigkeit im Fahrverhalten, die man sich gewünscht hat.

Ducati bringt noch im Herbst 2018 eine überarbeitete Scrambler Icon auf den Markt. Wir hatten die Gelegenheit, die neue Scrambler auszuprobieren.
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Die größte Neuerung an der Icon dürfte zweifelsohne das nun verfügbare Kurven-ABS sein.
Die größte Neuerung an der Icon dürfte zweifelsohne das nun verfügbare Kurven-ABS sein.

Motorisch bleibt alles beim Alten, sieht man einmal von der nun schwarzen Lackierung der Kühlrippen ab. Gut so: Der Desmodue hat nicht nur ausreichend Druck für ansprechende Fahrleistungen, sondern auch Charakter bis zum gehtnichtmehr. Verpackt diesen aber in höchst adrette Umgangsformen. Trug das einstige Monster-Aggregat seinerzeit noch zwei Drosselklappenkörper, verlieh die Umstellung auf einen einzelnen dem 803-Kubik-Motor schon deutlich mildere Manieren. Ein neuer Gasgriff, wie er schon in der Desert Sled Verwendung fand, setzt Vorwärts-Befehle jetzt nicht mehr linear um, sondern progressiv. Eine nochmals feinfühligere Gasannahme und darüber kinderleichte Fahrbarkeit ist das Ergebnis. In die gleiche Richtung wirkt die neue Hydraulikkupplung. Sie reduziert die ohnehin schon recht geringe Handkraft noch ein wenig, die Dosierbarkeit ist ausgezeichnet.

Und so kann unterm Strich das Fazit nur lauten: alles richtig gemacht, Ducati. Die Scrambler bleibt auch nach dem Update das unkomplizierte Spaßgerät, für das man sie so liebt.

800er-Scrambler in Deutschland am erfolgreichsten

Die Ducati Scrambler Icon kam zur Saison 2015 als erste Scrambler auf den Markt und schlug voll ein. In Deutschland war die 800er-Scrambler bereits in ihrem Debut-Jahr die meistverkaufte Ducati, so auch 2016 und 2017. An ihrer Beliebtheit hat sich bis heute nichts geändert, was zum einen an ihrer pfiffigen Optik liegt, zum anderen am Konzept als Einsteiger-Motorrad mit einfachem Aufbau und einem vergleichsweise geringen Gewicht von 186 Kilogramm.

Auch der für Ducati-Verhältnisse günstige Preis von derzeit knapp 9.000 Euro spielt eine wichtige Rolle. Zudem eignet sie sich wie keine andere Ducati fürs Customizing.

Nun wird die erstgeborene Icon folgerichtig auch als Erste der Scrambler-Reihe überarbeitet. Neben dem Kurven-ABS gibt es weitere Änderungen: Ebenfalls der Sicherheit dienen die neuen LED-Blinker und der modifizierte Scheinwerfer. Für mehr Komfort sollen eine flachere Sitzbank und ein neues Fahrwerks-Setup sorgen, und das LC-Display bekommt nun auch eine Gang- und eine Tankanzeige.

Motor unverändert, Preis beinahe auch

Unverändert gibt sich auch im nächsten Jahr der luftgekühlte 803-cm³-V2-Motor mit 75 PS und einem maximalen Drehmoment von 67 Nm. Optisch wurde Hand angelegt an die Blende des Auspufftopfs, an das Hitzeschutzblech am Krümmer, den Hauptscheinwerfer (jetzt mit Tagfahrlicht), die Sitzbankform, Tankblenden sowie an die Blinker (jetzt mit LED-Technik). Farben: Die Scrambler Icon gibt es wie bislang auch weiterhin in Gelb, neu hinzu kommt ein knalliger Orangeton namens "Atomic Tangerine".

Die UVP für die "alte" Ducati Scrambler Icon betrug bisher 8.990 Euro. Das neue Modell kostet knapp 200 Euro mehr. Im Rahmen der Aktion „803 Gründe“ gewährt Ducati derzeit übrigens 803 Euro Rabatt auf das Vorjahresmodell.

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