Erlkönig Ducati Diavel (2019)

Als Power-Naked-Bike noch sportlicher

Der Lenkkopfwinkel wurde von 62 auf 63 Grad geändert, was dem Komfort dient, ebenso wie der von 120 auf 134 mm erhöhte Federweg am Hinterrad.
Ducati arbeitet an einer neuen Diavel. Die wurde jetzt als Erlkönig erwischt. In der neuen Diavel wird V-Zweizylinder Testastretta DVT mit 1.262 ccm, der auch die große Multistrada und die XDiavel antreibt, mit 156 PS zum Einsatz kommen. Anders als bei der bisherigen Diavel mündet er aber nicht in zwei Endtöpfe auf der rechten Seite, sondern in eine megakompakten Auspuffanlage, die zentral unter dem Motorrad sitzt. Der besseren Fahrbarkeit und dem Naked Bike-Charakter kommen die neuen Fahrwerksdaten entgegen.
9 Bilder

Ducati arbeitet an einer neuen Diavel. Der Power-Roadster wird noch sportlicher und wird ganz klar auf Power Naked-Bike getrimmt. Jetzt wurde er als Erlkönig erwischt.

Geboren wurde die Ducati Diavel im Jahr 2011 als Powercruiser. Doch damit ist jetzt Schluss: Die neue Diavel, die 2019 auf den Markt kommt, gibt sich als Power Naked Bike. Unserem Erlkönig-Jäger fuhr kürzlich bereits ein Prototyp vor die Linse. Was die MOTORRAD-Experten daraufhin vermuteten, wurde beim Ducati-Treffen WDW vom 20. bis 22. Juli nun bestätigt, denn dort stellte Ducati das Motorrad im Serienlook aus. Allerdings nicht auf offener Bühne, sondern in einem hermetisch abgeriegelten Closed Room. Jeder WDW-Besucher, der wollte und sich in die langen Warteschlangen stellte, konnte sich selbst ein Bild von der Neuheit machen – Handys und Kameras musste man allerdings am Eingang abgeben, weshalb es keine offiziellen Fotos gibt.

Anzeige
Foto: Ducati
Blick auf den Diavel-Motor.
Blick auf den Diavel-Motor.

Fulminante Ampelstarts

Unter dem Namen „Projekt 1309“ machte die Diavel des Jahrgangs 2019 ihre Aufwartung. Wer dabei an die Kubikzahl denkt, irrt jedoch: Der Zahlencode steht für das neunte Projekt des Jahres 2013 – bereits damals, zwei Jahre nach der Vorstellung der ersten Diavel, dachten die Entwickler in Bologna offensichtlich über eine sportlichere Version nach. Entsprechend handelt sich beim Motor um den V-Zweizylinder Testastretta DVT mit 1.262 ccm, der auch die große Multistrada und die XDiavel antreibt und mit 156 PS bestens im Futter steht.

Anders als bei der bisherigen Diavel mündet er aber nicht in zwei Endtöpfe auf der rechten Seite, sondern in eine megakompakten Auspuffanlage, die zentral unter dem Motorrad sitzt. Nach Aussage der Ingenieure verbessern sich dadurch Lenkverhalten, Schwerpunkt und Massenverteilung – kurz: der Fahrspaß wird größer und entspricht dem eines Naked Bikes. In Sachen Ausstattung spendiert Ducati praktisch alles, was die Technik derzeit zu bieten hat, vom Kurven-ABS über einen Blipper fürs Schalten ohne Betätigung des Kupplungshebels, bis hin Wheelie- und Traktionskontrolle, Tempomat und natürlich unterschiedlichen Fahrmodi. Dazu kommt noch die Ducati Power Launch (DPL), eine per Knopfdruck aktivierbare Starthilfe, die mit einer ausgeklügelten Regelung von Traktions- und Wheeliekontrolle zum fulminanten Ampelstart verhilft und bislang der Ducati XDiavel vorbehalten war.

Foto: BMH-Images
Die Sitzposition wird entspannter.
Die Sitzposition wird entspannter.

Diavel wird fahraktiver

Der besseren Fahrbarkeit und dem Naked Bike-Charakter kommen die neuen Fahrwerksdaten entgegen. Der Lenkkopfwinkel wurde von 62 auf 63 Grad geändert, was dem Komfort dient, ebenso wie der von 120 auf 134 mm erhöhte Federweg am Hinterrad. Die Sitzposition bleibt gleich, denn sie wird von den Entwicklern als guter Kompromiss zwischen sportlichem und touristischem Einsatz angesehen. Die S-Version der neuen Diavel, die in Misano zu sehen war, punktet mit einem Öhlins-Fahrwerk, bei der Standardversion kommt es von Marzocchi und Sachs.

Bleibt die Optik. Die Diavel wirkt schlanker, grimmiger, sportlicher. Das liegt vor allem an der knackigen, ultrakurzen Auspuffanlage, aber auch am neuen LED-Scheinwerfer , der an den der XDiavel erinnert, sowie am schmaleren Heck mit dem ebenfalls neuen LED-Rücklicht. Die Blinker sind, wie bei der XDiavel, jetzt in den tief platzierten Kennzeichenhalter integriert. Beim mächtigen Hinterrad bleibt es, doch wegen der veränderten Motorisierung entwickelt Pirelli einen speziellen Diablo Rosso 3 für das Motorrad.

Stärkere Abgrenzung zur XDiavel

Obwohl der Motor und manche optische Lösung von der XDiavel übernommen wurde, soll sich die neue Diavel noch stärker von dieser unterscheiden. Die XDiavel kam 2016 auf den Markt und ist mit ihrem langem Radstand, den weit vorn platzierten Fußrasten und der umwerfenden Optik tatsächlich ein Cruiser, wenn auch ein höchst sportlicher. Die neue Diavel hingegen gibt sich als Power-Mix: Optische Anklänge an einen Cruiser, Fahrwerksdaten wie ein Naked Bike und zudem touristische Talente – die fördert Ducati mit einem Zubehörprogramm aus Koffern, Windschild und Sissybar.

Jede Woche die wichtigsten Motorradinfos direkt aus der Redaktion

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote