Exklusiv: Ducati-Neuheiten Tokio

Ganz im Geiste des Doctor T.

Zurück in die 70er Jahre: Ducati stellt drei Retro-Modelle zur Diskussion.

Foto: Ducati
In Tokio vorgestellt: Ducati im Retro-Look
In Tokio vorgestellt: Ducati im Retro-Look
Wer D sagt, muss auch T sagen: D für Ducati, T für Taglioni. Der 2001 verstorbene Ingenieur, von Freunden und Fans kurz »Doctor T.« genannt, prägte Ducati mehr als 30 Jahre lang, schuf Königswelle und desmodromische Ventilsteuerung und entwarf in den 70er Jahren die ersten großen Zweizylinder für die Marke. Ganz in seinem Geist besinnt sich Ducati nun auf die alten Zeiten und zeigt auf der Motorshow in Tokio drei
Modelle, die fast so aussehen, als würden sie noch von Fabio Taglioni selbst stammen: lang, mit niedriger Sitzbank und kurvigen Formen.
Prunkstück des Prototypen-Trios ist die Paul Smart 1000, benannt nach dem Engländer, der 1972 auf der brandneuen 750er völlig überraschend das prestigeträchtige 200-Meilen-Rennen von Imola gewann. In Italien zählt dieser Sieg noch immer zu den großen Legenden des Rennsports. Wie ihr Vorbild besitzt die Replika einen luftgekühlten 90-Grad-V2. Der hat heute aber zahnriemen- statt königswellengetriebene Nockenwellen und bringt statt 750 knappe 1000 cm3 sowie eine Doppelzündung mit.
Mit 1425 Millimeter Radstand liegt die 1000er klar unter den Werten der Rennmaschine. Halbschale, die Tank-Sitzbank-Kombination und Speichenräder lehnen sich ans Design der 750 SS von 1974
an, der ersten Replika der Imola-Siegermaschine. Die Technik entspricht mit Einspritzung und voll einstellbarem Fahrwerk dem aktuellen Ducati-Standard.
Mit praktisch identischer Technik, aber etwas anderem Äußeren präsentieren sich die beiden weiteren Prototypen, ebenfalls inspiriert von Boliden der 70er Jahre: die GT 1000, deren Vorbild erstmals 1971 vom Band lief, und die Sport 1000, deren Ahnin ab 1973 gebaut
wurde. Interessantes Detail: Bis auf die 750er, die in Imola siegte, hatten damals sämtliche Ducati-V2 Ventilfedern. Die desmodromische Ventilsteuerung ging erst mit der 750 SS in Serie.
Ducati will die drei Motorräder als »Concept-Bikes« verstanden wissen; gebaut werden sie nur, wenn genügend Kunden Interesse zeigen. Die GT und die Sport dürften im Ernstfall zwischen 10000 und 12000 Euro kosten, die exklusivere Paul Smart etwas mehr. Bleibt die Frage, warum Ducati plötzlich auf den Look von Dr. T.s Werken aus den 70ern setzt. Ein Schelm, wer da nun Böses über die Optik von 999 und Multistrada denkt.
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