Fahrbericht Honda-Crosser (Archivversion)

Die rote Evolution

Auch Gutes lässt sich verbessern - nach diesem Motto beschränkt sich Honda im Modelljahr 2003 auf Änderungen im Detail.

Sicher, ein Jahr der großen Revolutionen ist 2003 für die roten Crosser nicht unbedingt. Der 250er-Viertakter – bereits vorgestellt - wird erst Ende nächsten Jahres debütieren, und die bestehenden Modelle unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von ihren Vorgängern. Was aber keineswegs Stillstand bedeutet, sondern eher auf Klein- und Feinarbeit hinweist. Wie im Fall der CRF 450 R. Trotz klarer Testsiege gab es hier und da verhaltene Kritik, zum Beispiel an Fahrwerk oder Motor. Darauf reagierte Honda mit vielen kleinen Änderungen: härtere Federn und geänderte Umlenkung hinten, längere Gabel, überarbeitete Sitzposition, kürzerer Schalldämpfer, neue Bedüsung und geänderte Steuerzeiten. All das wirkt sich stärker aus als erwartet. Der Motor hängt nun spürbar direkter am Gas, dreht im oberen Bereich williger heraus. Beim Beschleunigen knickt das Fahrwerk hinten weniger ein, das Chassis bleibt selbst unter Last höher und stabiler. Fast wie ein Viertakter wirkt auch die Zweitakt-250er. Ohne kräftigen Punch, aber ausgesprochen gleichmäßig dreht der Motor über das ganze Band. Ein leichter Kraftzuwachs gegenüber dem diesjährigen Modell ist im mittleren Bereich zu erkennen. Passend zum sanften Charakter ist das Fahrwerk eindeutig in Richtung Komfort getrimmt, es spricht fein an, bügelt jedoch auch derbe Wellen weg. Den Elektromotor-Charakter hat auch die 125er, sie lässt sich ebenso leicht und konditionsschonend fahren. Nur vermisst man auf der sandigen Teststrecke doch etwas Power, den Biss einer Achtelliter-KTM hat die Honda gewiss nicht. Im oberen Bereich riegelt der Motor recht früh ab. Allen drei Maschinen gemeinsam ist das Honda-typische Feeling: eine nahezu perfekte Ergonomie, die hervorragende Balance und das ausgewogene Gesamtpaket.
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote