GP1-Motor von Honda (Archivversion)

Rennquintett

Hondas Viertakter für das ab 2002 geltende GP 1-Reglement ist fertig: Ende Januar wurde in Japan ein V5-Motor mit 990 cm3 und Saugrohreinspritzung präsentiert.

Honda hat in Sachen GP 1-Technik klar die Nase vorn. Gut ein Jahr vor dem Start der Viertakt-Prototypen in der Grand-Prix-Königsklasse präsentierte der japanische Konzern als erster Konkurrent seinen Motor. Die Honda-Techniker haben einen V5 mit Saugrohreinspritzung entwickelt, der das Hubraumlimit von 990 cm3 voll ausschöpfen soll. Da der Motor sehr kurzhubig ausfallen wird, sind imposante Drehzahlen von gut 18000 Touren und eine dementsprechend hohe Leistungsausbeute zwischen 260 und 270 PS zu erwarten.Die Wahl des Motorenkonzepts stellt für Honda wohl den besten Kompromiss von Zylinderzahl und erlaubtem Mindestgewicht dar. Eine Fünfzylindermaschine muss mindestens 145 Kilogramm wiegen, kann aber rund 25 PS mehr als ein Vierzylindermotorrad mobilisieren, das in dieselbe Gewichtsklasse eingestuft wird. Und gegenüber dem ebenfalls reizvollen Dreizylinder-Konzept, bei dem die Maschine zehn Kilogramm weniger wiegen darf, beträgt das Leistungsplus sogar an die 40 PS.Beim brandneuen V5 mit je zwei obenliegenden, über Zwischenräder angetriebenen Nockenwellen stehen drei Zylinder nach vorn und zwei nach hinten. Die Pleuel der Kolben arbeiten auf eine gemeinsame Kurbelwelle. Da die hinteren Zylinder weiter voneinander entfernt sind als die vorderen, liegt die Vermutung nahe, dass die Pleuel der hinteren Kolben und die der beiden äußeren Kolben vorn jeweils auf einem gemeinsamen Hubzapfen der Kurbelwelle laufen. Im V der Zylinderbänke liegt eine Zwischenwelle, die neben der Wasserpumpe wahrscheinlich auch eine Ausgleichswelle antreibt, welche die freien Massenkräfte des mittleren Zylinders ausgleichen soll. Das RC 211V genannte Triebwerk besitzt eine Trockenkupplung und Nasssumpfschmierung. Der Motor wirkt kompakt, da die Getriebewelle nicht in einer Ebene mit der Kurbelwelle, sondern im unteren Gehäuseteil liegt, wodurch die Baulänge des Motors reduziert wird. Die Zylinder sind ins Oberteil des Gehäuses integriert.Sorgte Honda bei seinem letzten Viertakt-Grand-Prix-Projekt Ende der 70er Jahre mit dem Ovalkolben-Renner NR 500 für eine Sensation, sucht man beim neuesten Wurf exotische Technik auf den ersten Blick vergeblich. Während die NR damals jedoch kläglich scheiterte, verspricht der solide wirkende V5-Motor Erfolg. Mal schauen, was die Konkurrenz demnächst präsentiert. Yamaha, MZ und die Formel 1-Schmiede Sauber arbeiten mit Hochdruck an ihren V3-Triebwerken, Aprilia will offenbar einem V2 den Vorrang geben, und Ducati tüftelt ganz gegen die Tradition des Hauses an einem V4.
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