30 Jahre Honda Transalp

Das erste Zweirad-SUV

Die Honda Transalp war unbestritten das erste Zweirad-SUV. 1987 kam die Enduro auf den Markt und feiert nun ihren 30. Geburtstag.

Verkleidung, niedriger Vorderrad-Kotflügel, zwei Zylinder, Wasserkühlung – all das galt bis 1987 in Enduro-Kreisen als No-Go. Weil angeblich nicht wettbewerbs-, ja nicht einmal offroadtauglich und auch nichts für richtig ferne Abenteuerreisen. So wundert es kaum, dass über die Honda XL 600 V Transalp seinerzeit bei Markteinführung als „Joghurtbecher“ und „Möchtegern-Enduro“ für Tourensofties gelästert wurde.

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Technisch zuverlässig und unproblematisch

Doch anders als viele zeitgeistig designte und konstruierte Automobil-SUV heutzutage, bestach die Transalp mit Taten. Die ersten Reisenden wurden auf Schotterpässen in den Alpen gesichtet, und dann auch zunehmend in abenteuerlicheren Regionen in Afrika und Südamerika. Die Honda Transalp konnte trotz Federwegen von „nur“ 200 Millimetern eben doch mehr offroad als viele Skeptiker anfänglich vermuteten. Die Honda entpuppte sich als technisch zuverlässiger und unproblematischer Partner fürs Wandern im Gelände.

Und auf der Landstraße oder gar Autobahn bestach die Honda Transalp mit bestem Sitzkomfort, Laufruhe, bequemem Soziusplatz und guten Möglichkeiten zur Gepäckunterbringung. Die harten Jungs mit Einzylinder-Bikes à la XT, KLR und DR hatten das Nachsehen.

Honda Transalp 2000 mit 53 statt 50 PS

Die erste Honda Transalp, die PD06, wurde 1989 das erstmals modellgepflegt mit neuem Cockpit und lief bis 1996 (1994 noch ein Facelift mit neuem Scheinwerfer und neuer Frontverkleidung) unter dieser Typbezeichnung in Japan vom Band. Der neue Typ PD10, zu erkennen an silbernen Felgen, wurde in Italien gefertigt. Zur Jahrtausendwende kam ein komplett neues Motorrad, der Typ RD10 mit 650er-Motor und 53 statt 50 PS, aber gegenüber der Erstserie fast 20 Kilo mehr Gewicht (212 Kilo). Der Grundcharakter – solide, vielseitig, genügsam, gutmütig und vor allem: geländetauglich – blieb erhalten. Auch, nachdem die Produktion nach Spanien verlegt wurde. Die Honda Transalp trug nun die Typbezeichnung RD11.

Erst die letzte Transalp-Generation ab Baujahr 2008 (Typ RD13) mit neuem 700er-Motor, 59 PS und optionalem ABS, verliert an Kernigkeit. Im Gegensatz zum Landmaschinen-Design mit Rechteck-Scheinwerfer wie noch die Transe aus erster Serie, schaut die Einspritzer zwar fetziger aus, rollt vorne aber auf 19 Zoll. Das ist zwar agiler auf Asphalt, aber auf losem Untergrund ein Manko, Stichwort „Möchtegern-Enduro“.

Honda Transalp-Gebrauchtmarkt floriert

Während sich die Honda Transalp in den 1990ern massenhaft verkaufte, ebbten Beliebtheit und Verkaufszahlen ab Mitte der Nullerjahre zunehmend ab, 2012 beendete Hersteller Honda nach 25 Jahren die Bauzeit und schickte die treue Enduro in Rente.

Auf dem Gebrauchtmarkt setzt nun, zum 30-jährigen Geburtstag dieses Motorrads, wieder ein Run auf Maschinen der ersten Serien ein. Unter den Käufern: einige der Lästerer von damals, die der braven Honda, diesem unaufgeregten Sport Utility Vehicle, seinerzeit höchstens einen piefigen Geländeritt rund um den Baggersee zugetraut hatten.

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