Ducati Monster 1200 und Indian FTR 1200

Erster Vergleich der Unverkleideten

Der Preis ist ähnlich, außerdem werden sie von tollen V2 angetrieben. Darüber hinaus sind die Ansätze der beiden Bikes aber doch sehr unterschiedlich.
147 PS drückt das große Naked Bike von Ducati.120 PS sind es bei der Indian FTR 1200.Die Ducati Monster 1200 hat die Proportionen eines klassischen Power Naked Bikes.Die neue Indian FTR 1200 wirkt durch ihre Länge und den schmalen Tank filigraner.
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Indian zielt mit der FTR 1200 klar gegen die Ducati Monster 1200. Beide rollen mit deutlich über 100 PS an, sorgen mit ihren V2-Motoren für tollen Sound und mit ihren Preisen für ein Vakuum im Portemonnaie. Wir haben beide Maschinen schon mal gegenübergestellt.

14.190 Euro kostet die Ducati Monster 1200 in der günstigsten Ausführung, dann rollt sie Rot an, hat Kurven-ABS, Traktions- und Wheeliekontrolle sowie drei Fahrmodi (Sport, Touring und Urban) serienmäßig an Bord. Wer die Wahl zwischen Rot und Grau haben möchte, der muss zur 17.490 Euro teuren S-Version greifen.

Bei der Indian FTR 1200 liegt der Einstiegspreis bei 14.690 Euro, ab Werk rollt sie in Schwarz mit Standard-ABS und Tempomat an. In den Genuss von Kurven-ABS, Traktions- und Wheeliekontrolle sowie drei Fahrmodi (Sport, Standard und Rain) kommen Fahrer der S-Version, die ab 15.990 Euro kostet. Dann kann auch aus drei Varianten von zweifarbigen Lackierungen gewählt: der rot-schwarze Race Replica-Anstrich, Schwarz-Grau oder Grau-Rot.

Beide werden von einem flüssigkeitsgekühlten V2 abgetrieben – bei der Ducati leistet der Twin allerdings 147 PS und stellt 126 Nm maximales Drehoment bei 7.750/min bereit, bei der Indian sind es 120 PS und 115 Nm bei 6.000/min. MOTORRAD-Chefredakteur Michael Pfeiffer schildert in seinem Fahrbericht der Vorserien-FTR: „Vielleicht geht eine Ducati besser, dafür läuft der Ami runder.

17 vs. 18 und 19 Zoll große Räder

Unterschiede auch beim Räderwerk: Die FTR 1200 rollt abweichend vom Klassenstandard vorne auf 19 Zoll, hinten auf 18 Zoll, womit sie sich am original Flat Tracker von Indian orientiert und die reifenauswahl stark einschränkt. Die Ducati Monster 1200 setzt traditionell auf das gängige 17-Zoll-Format – vorne wie hinten, was ihr breiten Zugang zu aktuellem Sportreifenprofilen verschafft. Zusammen mit dem 87 mm langen Nachlauf dürfte es mit der Monster sportlicher und agiler zugehen, während die FTR mit ihren Radgrößen und einem 130 mm langen Nachlauf „wie auf Schienen um schnelle, lang gezogene Kurven zirkelt. Dafür muss sie allerdings ordentlich am Kragen gepackt werden“, wie Michael Pfeiffer im Fahrbericht schreibt. Hinzu kommt, dass die Indian 13 Zentimeter länger ist als die Ducati, was ebenfalls dafür sprechen könnte, dass sie sich eher an bisher sportlich orientierte Harley-Fahrer wendet als an sportlich orientierte Naked Bike-Piloten.

Komfortabel geht es auf der FTR 1200 auf jeden Fall zu, wie der erste Fahrbericht zeigt: „Alles fühlt sich recht leicht und flockig an, weil man so entspannt sitzt. Zudem schlucken die Federelemente viel durch die recht langen Federwege und eine gelungene Grundabstimmung.“

Die Monster verfolgt da einen anderen Ansatz, wie Kollege Thomas Schmieder mit seinen Schilderungen zum Fahrbericht des renovierten 2017er-Modell bestätigt: „Supereasy klappt die rund 219 Kilogramm leichte Ducati Monster 1200 ab, fällt leichter in Schräglage als ein Herbstblatt vom Baum. Kurskorrekturen in Kurven? Kein Problem.“

Schlanker, schnittiger und stärker, so rollt die Ducati Monster 1200 als Standard- und S-Version in die Saison 2017. Mehr Power und besseres Handling trifft auf Assistenzsysteme, die aus der Panigale abgeleitet wurden.

Technische Daten im Vergleich

DatenDucati Monster 1200Indian FTR 1200
BauartV2, flüssigkeitsgekühltV2, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum1.198 cm³1.203 cm³
EinspritzungØ 56 mmØ 60 mm
Kupplung

Mehrscheiben-Ölbad-Kupplung

Mehrscheiben-Ölbad-Kupplung
Bohrung x Hub106,0 x 67,9 mm102 x 73,6 mm
Verdichtung13,0:112,5:1
Leistung147 PS120 PS
Drehmoment126 Nm bei 7.750/min115 Nm bei 6.000/min
RahmenStahl-GitterrohrrahmenStahl-Gitterrohrrahmen
GabelUpside-down Ø 43 mmUpside-down Ø 43 mm
Bremsen v/hØ 320/245 mmØ 320/265 mm
AssistenzsystemeKurven-ABS
Traktionskontrolle
Wheeliekontrolle
ABS, Tempomat
Räder v/h17 x 3.5 Zoll
17 x 6,0 Zoll
19 x 3,0 Zoll
18 x 4,25 Zoll
Reifen v/h120/70 ZR 17
190/55 ZR 17
120/70 R 19 60V
150/80 R 18 70V
BereifungPirelli Rosso IIIDunlop DT3-R Radial
Radstand1.485 mm1.524 mm
Lenkkopfwinkel66,7 Grad26,3 Grad
Nachlauf87 mm130 mm
Federweg v/h130/149 mm150/150 mm
Sitzhöhe795 - 830 mm840 mm
Fahrzeuglänge2.156 mm2.287 mm
Gewicht vollgetankt219230 kg
Zulässiges Gesamtgewicht390 kg430 kg
Tankinhalt16,5 Liter13 Liter
Service-Intervalle15.000 kmk.A.
Preis14.190 Euro14.690 Euro

S-Versionen

Die S-Version der Ducati liegt mit ihren 17.290 Euro über der S-Version der FTR, die 15.990 Euro kostet. Die Monster kommt mit einem komplett einstellbaren Fahrwerk von Öhlins, Racing-Bremssystem, Felgen mit 3 Y-Speichen und einem Carbon-Kotflügel sowie LED-Tagfahrlich.

Das voll einstellbare Fahrwerk gibt es auch bei der Indian FTR 1200 S, hinzu kommen noch Kurven-ABS, Wheelie- und Traktionskontrolle sowie die drei Fahrmodi Sport, Standard und Rain. 15.990 Euro möchte Indian dafür haben.

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