KTM 640 LC4 Supermoto Modell 2005 (FB) (Archivversion)

Atmung aktiv

Befreite Atemwege und zwei Schalldämpfer sollen die KTM 640 Supermoto aufpeppen.

Dass der LC4-Motor allmählich in die Jahre kommt, ist nichts Neues. Ende 1986 debütierte der damals topmoderne Vierventiler, das ist bald zwanzig Jahre her. Aber mangels ebenbürtiger Konkurrenz kann er sich im Segment der sportlichen Supermoto-Singles weiterhin behaupten. Zumal die Österreicher den Oldie mit
kontinuierlicher Modellpflege in schöner Regelmäßigkeit aufpäppelten.
Das gilt auch für das kommende Modelljahr. Die Supermotos der 2005er-Version sind leicht am neuen Heck mit dem eindrucksvollen Doppelauspuff zu identifizieren, bisher Kennzeichen der Werksrenner von Künzel & Co. Und zwar alle drei Modelle, 640 Supermoto sowie die beiden nur gedrosselt zulassungsfähigen Sportversionen 625 und 660 SMC. Über die zwei Schalldämpfer haben die Designer eine schnittige, einteilige Verkleidung im Stil der EXC-Modelle gestülpt, dazu gibt
es ein passendes Rücklicht. Für vorn wurde eine neue Lampenmaske gezeichnet,
in der ein leistungsstärkerer Scheinwerfer steckt. Praktisch: die Entriegelung der Sitzbank per Hebel, so dass Werkzeug, Luftfilter und Staufach leicht zugänglich sind.
Der Heckumbau beschränkt sich nicht aufs Äußere, dahinter stecken auch funktionelle Gründe. Unter dem neuen Plastikkleid verbirgt sich ein größerer Luftfilterkasten, weil der nicht mehr die Batterie aufnehmen muss. Der Stromspeicher liegt nun quer hinter der Airbox. Ein Flammschutzsieb verhindert das Entzünden des Luftfilters bei eventuellem Zurückschlagen des Motors. Im Fall der 640er bringt der Raumgewinn im Ansaugbereich eine freiere Atmung und in Verbindung mit neuen Nockenwellen sowie einem geänderten Zündmanagement mehr Power in allen
Bereichen, von echten 55 PS in der Spitze ist die Rede. Außerdem lässt sich bei
Bedarf ein spezielles Zündkennfeld für niederoktanigen Sprit aktivieren. Dass der Kolben mit einer zweiten Ölspritzdüse zusätzlich gekühlt wird, soll die Standfestigkeit verbessern.
Leistungsangaben lassen sich zwar
nur mit Messwerten untermauern, doch
die neue Maschine wirkt schon subjektiv
spürbar spritziger und explosiver. Das wird am stärksten deutlich, wenn der Foto-
graf das obligatorische Wheelie fordert.
Im Vergleich zur 2004er-Version geht die Neue schneller aufs Hinterrad, erscheint dynamischer. Was natürlich auch dann von Vorteil ist, wenn man mit beiden Rädern am Boden bleibt. Ansonsten präsentiert sich die 640er wie eh und je: kernig, herzhaft und rau. Eben so, wie es die Hardcore-Fans lieben.
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