Kurztest: Triumph Daytona T 595 (Archivversion)

... and a happy new year

Nein, nicht die Sommerhitze hat der Redaktion zugesetzt. Vielmehr hat Triumph bereits im August die für 1998 modellgepflegte Daytona fertig.

Da schreibt man sich jahrelang die Finger wund, stets mit der Gewißheit, daß die Herrn von der Industrie anschließend behaupten: a) man hätte keine Ahnung, b) man wäre ihrer Marke nicht wohlgesonnen, oder c) man hätte die Firmenphilosophie nicht begriffen und wäre, d), deshalb völlig falsch an die Maschine herangegangen. Und jetzt das: MOTORRAD wurde erhört - von Triumph.Auf der Rennstrecke mangelnde Schräglagenfreiheit, ein abartig hoher Verbrauch und die 190 Millimeter breite, jede Linie verwässernde Hinterradwalze waren die ausschlaggebenden Gründe, warum die Daytona im Vergleichstest (Heft 5/1997) zum Beispiel gegen Hondas CBR 900 unterlag. Mittlerweile haben die Briten zwei der drei Kritikpunkte an ihrem Sportler behoben: Seit Mitte diesen Jahres sind sämtliche T 595 (ab Fahrgestell-Nr. 53645) mit neuer, benzinsparender Software bestückt, die auch nachträglich beim Händler in die Bordrechner eingespeist werden kann. Danach sinkt der Verbrauch um bis zu 1,6 Liter auf 100 Kilometer (siehe Datenkasten), ohne daß der spontane Antritt oder die Spitzenleistung des Dreizylinders darunter leidt. Die geringfügig anderen Fahrleistungen erklären sich viel eher aus der längeren Sekundärübersetzung (Antriebsritzel mit 19 statt bisher 18 Zähnen).Mit geschickter verlegten Krümmerrohren haben nun auch sportlich durcheilte Rechtskurven ihren Schrecken verloren, der Rennstreckenhatz steht damit nichts mehr im Weg. Auf der Landstraße machte die alte Anlage keine Probleme. Trotzdem: 1997er Kunden, die (an der richtigen Stelle) Schleifspuren nachweisen können, bekommen nachträglich die neuen Krümmer spendiert. Aus Produktionsgründen stehen diese aber erst ab Anfang nächsten Jahres bereit, weshalb auch die ersten 1998er Daytona noch mit der alten Anlage ausgeliefert werden.Nur mit der Dimension des Hinterradreifens hatten die Engländer noch kein Einsehen, und so torkelt die T 595 wie eh und je über holprigen Asphalt. Die Lösung sind Freigaben für die schmaleren 180er Reifen aller bekannter Marken von alpha-Technik (Telefon 08036/4545). Just in diesen Tagen versuchen MOTORRAD-Redakteure herauszufinden, welcher Gummi am besten zur T 595 paßt. Ihr Bericht liegt für eine der nächsten Ausgaben vor.Ein Problem der Triumph blieb den Testern im - wieder mal frostigen - Frühjahr allerdings verborgen: Ab 20 Grad Außentemperatur heizen sich Sitzbank und die Rahmenrohre im Oberschenkelbereich derart auf, daß nach kurzer Zeit der Schweiß in der Hose kocht. Insofern hat die Sommerhitze der Redaktion doch zugesetzt.
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