Petronas FP1

Rare Superbikes zu verkaufen

2001 lies der malaysische Ölkonzern Petronas ein Rennmotorrad für die MotoGP entwickeln, das später dann in der Superbike-WM fuhr. Jetzt sollen zahlreiche Homologationsmotorräder der FP1 verkauft werden.

2002 feierten die Viertakter in der MotoGP ihr Debüt und der malaysische Ölkonzern Petronas wollte hier mit einem eigenen Motorrad mitmischen. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Formel 1-Team von Peter Sauber ein entsprechendes Motorrad mit einem 989 cm³ großen Dreizylinder entwickelt. Noch während der Entwicklung schwenkte Petronas aber um und wollte mit dem Bike lieber in der Superbike-WM mitfahren. Sauber stieg aus, die Schweizer Motorenschmiede Suter ein, die wiederum 2004 durch Ricardo ersetzt wurde.


In der SBK-WM chancenlos

Weil in der Superbike aber seinerzeit ein Hubraumlimit von 900 cm³ galt, wurde der Dreizylinder auf 899 cm³ reduziert. Als Teampartner wurde zudem der mehrfache Superbike-Weltmeister Carl Fogarty ins Boot geholt. 2003 stockte die FIM dann allerdings überraschend das Hubraumlimit auf 1.000 cm³ auf und die FP1 geriet schon vor ihrem Debüt ins Hintertreffen. Dennoch nahm das Foggy Petronas Racing Team von 2003 bis 2006 an der Superbike-WM teil. Nach 5 Jahren und einer Investition von rund 30 Millionen Dollar stellte Petronas dann sein Engagement ein.

Motorräder wiederentdeckt

Voraussetzung für die Homologation der FP1 als Rennmaschine war allerdings eine Kleinserie von wenigstens 150 Motorrädern mit Straßenzulassung, wovon jeweils die Hälfte in Großbritannien und in Malaysia entstanden sind. Auf die Straße kamen davon allerdings die Allerwenigsten, denn es gab kein Vertriebsnetz und diverse rechtliche Schwierigkeiten.

Foto: Archiv
Die FP1 ging von 2003 bis 2006 in der Superbike-WM an den Start.
Die FP1 ging von 2003 bis 2006 in der Superbike-WM an den Start.

Das könnte sich jetzt ändern, denn Lanzante Motorsports in England hat über seinen Instagram-Account angekündigt "einige" dieser FP1-Modelle verkaufen zu wollen. Alle sollen straßenzulassungsfähig und mit einem umfassenden Teilepaket ausgestattet sein. Lanzante hat diese Maschinen nach eigenen Angaben wiederentdeckt - Gerüchte besagen, 60 Maschinen hätten jahrelang in Großbrtannien in einem Lager gestanden - und bereitet sie vollständig auf. In der Rennversion soll der Dreizylinder gut 185 PS geleistet haben, die Straßenvariante soll es noch auf 138 PS bringen.

Wann, wo und zu welchem Preis die FP1-Maschinen angeboten werden sollen, dazu machte Lanzante noch keine Angaben. Bisher gehandelte Maschinen erzielten Preise zwischen rund 30.000 und 40.000 Euro.

Jede Woche die wichtigsten Motorradinfos direkt aus der Redaktion

Artikel teilen

Anzeige